11.06.2019 - 13:43 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Schlösser, Felsen und Egerländer Fachwerk

Abwechslungsreiche Streckenführung, herrliche Fluss- und Tallandschaft entlang der Eger und der mondäne Kurort Karlsbad: All das begeistert bei Kaiserwetter die 30 Teilnehmer an der geführten VHS-Radwanderung in Tschechien.

Die Radlergruppe kurz vor dem Start zum zweiten Teil der Radwanderung im ehemaligen Gutshof Statek Bernard, wo sie die Mittagspause verbrachte.
von Autor MÜLProfil

Die Anreise nach Eger (Cheb) erfolgte mit privaten Pkws, die auf einem bewachten Parkplatz abgestellt wurden. Der bestens ausgebaute Eger(Ohre)-Radweg führte zunächst fast immer flussnah und abseits von jedem Verkehr beschaulich durch Auen und Wiesen. Vorbei am Schloss Mostau (Mostov) mit seiner unter Naturschutz stehenden Ahornallee und Königsberg (Kynzberc nad Ohri) erreichte die Gruppe gegen Mittag das Braunkohlekraftwerk Ziedlitz (Citice) und die Stadt Falkenau (Sokolov).

Auf dem Marktplatz erzählte Organisator und Radführer Adolf Mückl die Sage von der Entstehung der Stadt, die in den 1960er Jahren durch den Braunkohleabbau einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnete, deren Umgebung aber durch den Tagebau auch sehr zu leiden hatte. Im nicht mehr weit entfernten Museums- und Kulturzentrum Bernard, einem schön renovierten ehemaligen Gutshof mit Egerländer Fachwerkbauten, schmeckten der böhmische Lendenbraten (Svickova) und das lokale Bier besonders.

Dann folgte der schönste Teil der Radwanderung: Auf festen Waldwegen ging es im tief eingeschnittenen Tal der Eger bis kurz vor Karlsbad (Karlovy Vary). Der Schatten des Laubwaldes, der sich bis zum Flussufer hinzieht, machte trotz der hohen Temperaturen das Radeln zum Genuss. Unterwegs passierten die Teilnehmer das in einer Flussschleife der Eger auf einem hoch aufragenden Felsmassiv liegende mittelalterliche Städtchen Ellbogen (Loket) mit seiner mächtigen königlichen Burg. Auch hier wusste der Radführer eine Sage zu berichten, nämlich vom hartherzigen Markgrafen von Vohburg, der in einen Stein verwandelt wurde.

Ein weiterer Höhepunkt waren die spektakulären Granitformationen des Hans-Heilig-Felsens, die einem Hochzeitszug gleichen und die, der Sage nach, ebenfalls durch einen Fluch entstanden. Hier musste die Eger auf einer schwankenden Seilbrücke überquert werden. Nach etwa 65 Kilometern erreichte die Gruppe schließlich das Ziel, die circa 50 000 Einwohner zählende Bezirkshauptstadt Karlsbad, die mit ihrem Kurviertel im tief eingeschnittenen Tal der Tepl weltberühmt ist. Immer wieder schön anzusehen sind die von Wiener Architekten erbauten Kurkollonaden mit heißen Trinkquellen, die zahlreichen Hotels und die Straßenzüge im Zuckerbäckerstil, in denen wie in alten Zeiten Fiakergespanne unterwegs sind.

Im berühmten Kaffeehaus "Elefant", das schon zu Goethes Zeiten bestand, ließen die Teilnehmer mit dem Blick auf die herrliche Fassade des gegenüberliegenden Stadttheaters bei einer guten Tasse Kaffee und einem Stück Sachertorte die Radwanderung ausklingen. Mit dem planmäßigen "Cyclobus" (Radlbus), in dem Plätze reserviert worden waren, ging es zurück nach Eger.

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