13.03.2020 - 12:10 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Vorreiter im Bezirksamt Eschenbach

Am 17. März 1895 versammelten sich im Saal des Posthalters 93 Kirchenthumbacher Bürger und gründeten einen Darlehens-Kassenverein, den Vorgänger der heutigen Raiffeisenbank. Das 125-jährige Bestehen wird in kleinem Rahmen gefeiert.

Im Nußstein-Anwesen (links) war vor und nach dem Zweiten Weltkrieg die Rechenstube untergebracht. Letzter Rechner war Georg Nußstein.
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Von Fritz Fürk

Die Entwicklung der Bank mögen folgende Zahlen und Fakten verdeutlichen. Am 31. Dezember 1896, neun Monate nach der Gründung, betrug die Bilanzsumme 29 115 Mark. Zum 1. Dezember 1992 hatte die bis dahin selbstständige Genossenschaft die 50-Millionen-Marke längst überschritten. Heute beläuft sich die Bilanzsumme auf 500 Millionen Euro.

Der Genossenschaftsgedanke "Nur gemeinsam sind wir stark" setzte sich in der Oberpfalz schon frühzeitig durch. Bereits am 17. März 1895 wurde unter dem Vorsitz von Pfarrer Alois Gmeiner der Darlehens-Kassenverein Kirchenthumbach von 93 fortschrittlich gesinnten und weitblickenden Bürgern des Marktes ins Leben gerufen. Es handelte sich um die erste Gründung im Bezirksamt Eschenbach.

Zum Vorsitzenden wurde Johann Hammer, zu seinem Stellvertreter der Bäckermeister Georg Pesch gewählt. Mitglieder des Aufsichtsrates waren der Lehrer Schriml und der Posthalter Johann Anton Friedl. Zum ersten Rechner wurde der Sailer Wölf Böhm bestellt. Bereits am 26. März 1895 wurde die Eintragung beim Königlichen Registergericht in Weiden vollzogen.

Da der Einzug der Technik auch vor den Toren Kirchenthumbach nicht Halt machte, beschloss der Darlehens-Kassenverein in den 1920er Jahren den Kauf eines Dampfkessels zum Antrieb der Dreschmaschine. Erste Maschinisten waren Georg Heringklee und Michael Zeitler. 1934 wurde die Dampfmaschine durch einen Lanz-Bulldog ersetzt, ehe Strom zum Antrieb der drei Dreschmaschinen verwendet wurde.

Mit Wirkung zum 3. Juni 1934 wurden das neue Einheitsstatut und die Bezeichnung "Spar- und Darlehenskasse Kirchenthumbach" angenommen. 1949 erfolgten der Bau des Lagerhauses auf dem Bahnhofsgelände und die Zusammenlegung des Geld- und Warengeschäftes. Zum hauptamtlichen Geschäftsführer wurde Heinrich Sporer bestellt.

Am 20. Oktober 1954 - die Bilanzsumme war inzwischen auf über 320 000 Mark gestiegen - kaufte die Spar- und Darlehenskasse das "Trolln-Haus" am Marktplatz. Nach umfangreichen Bauarbeiten wurden am 10. August 1958 das neue Geschäftshaus eingeweiht und sämtliche banküblichen Geschäfte aufgenommen.

Ein Meilenstein in der Genossenschaftsgeschichte war der 10. März 1970. An diesem Tag wurden anlässlich der Generalversammlung das 75-jährige Bestehen und die Fusion mit der Raiffeisenbank Thurndorf gefeiert. Drei Jahre später, am 1. Februar 1973, wurde Hermann Albersdorfer zum Geschäftsführer bestellt. Er übte dieses Amt über 22 Jahre aus. 1974 wurden die Grundstücksverhandlungen zum Bau einer Zweigstelle in Thurndorf erfolgreich abgeschlossen. Schon ein Jahr später, am 19. Oktober 1975, wurde diese in Betrieb genommen.

Nachdem die Raiffeisenbank von der Deutschen Bundesbahn 5300 Quadratmeter Grund erworben hatte, war 1980 der Weg frei für den Bau einer Losedünger- und Bauwarenhalle. Mit Wirkung zum 4. Februar 1981 wurde Peter Nürnberger zum Geschäftsführer bestellt. Bis zum Jahr 2012 stand er an der Spitze der Bank. Um den Kundenanforderungen gerecht zu werden, wurde 1981 ein Bürogebäude an das Lagerhaus angebaut.

Nur zwei Jahre später wurden mit dem Kauf des "Wirl-Anwesens" die Weichen für den Neubau eines Bankgebäudes im Zentrum des Marktplatzes gestellt. Die Einweihung ging am 26. April 1985 über die Bühne.

Nach reiflichen Überlegungen und langen Verhandlungen wurde am 22. Juni 1993 die Fusion mit der Raiffeisenbank Grafenwöhr vollzogen. Durch die Verschmelzung erhöhte sich die Bilanzsumme auf 136 Millionen Mark (Stand 31. Dezember 1994). Eine weitere Investition war der Bau einer Tankstelle für Benzin und Diesel in der Bahnhofstraße um das Jahr 1999.

Am 24. April 2017 erfolgte die Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Kemnath Land - Steinwald eG zur Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest. Nach dem Umbau des Bankgebäudeswurde am 15. Dezember 2017 die neugestaltete Filiale bezogen. Heute beträgt die Bilanzsumme des Geldinstituts 500 Millionen Euro.

Im Blickpunkt:

Jubiläumsfeier mit geladenen Gästen

Eine kleine Jubiläumsfeier aus Anlass "125 Jahre Raiffeisenbank Kirchenthumbach" findet am Dienstag, 17. März, im Schalterraum des Bankgebäudes am Marktplatz statt. Die Festrede hält der Sprecher des Vorstands, Joachim Geyer. Zu den geladenen Gästen zählen unter anderem die ehemaligen Mitarbeiter sowie die ausgeschiedenen Aufsichtsräte und Vorstände. Auf die Kunden wartet an diesem Tag eine Überraschung.

1955 erwarb die Raiffeisenbank das alte Kommunbrauhaus im Klebergarten und richtete dort ein Kohlen- und Düngerlager ein.
1949 wurde Heinrich Sporer ("Trolln-Heiner") zum hauptamtlichen Geschäftsführer ernannt.
Im Saal des Posthalters wurde am 17. März 1895 der Darlehens- und Kassenverein Kirchenthumbach von 93 Mitgliedern gegründet.
Das Bankgebäude am Marktplatz im Jubiläumsjahr.
Das Protokoll der Gründungsversammlung wurde am 17. März 1895 geschrieben.
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