Kirwaverein Fronberg stellt Weichen zum Erhalt des Wirtshauses

Fronberg bei Schwandorf
22.09.2022 - 10:40 Uhr

„Der erste Schritt ist getan“: Der Vorsitzende des Fronberger Kirwavereins atmet erleichtert auf. Hubertus von Breidbach will das Wirtshaus, die Kirwa und das Dorfleben erhalten.

Besitzer Helmut Hey, Vorsitzender Hubertus von Breidbach und Berater Wolfgang Schleicher (von rechts) hören den Vorschlägen der Mitglieder aufmerksam zu.

Seit Ende August ist die Wirtschaft am Fronberger Dorfplatz geschlossen. Pächterin Cathleen Heine geht nach 14 erfolgreichen Jahren andere Wege. Das Inhaberehepaar Irene und Helmut Hey fand trotz intensiver Suche keinen Nachfolger, der das Wirtshaus in ihrem Sinne weitergeführt hätte.

Nun will der Fronberger Kirwaverein einsteigen. Vorsitzender Hubertus von Breidbach brauchte dazu das Votum der Mitglieder. 90 der 840 Mitglieder kamen in die Brauereiwirtschaft und fassten mit Mehrheit zwei wichtige Beschlüsse. Erstens: Der Verein beantragt die Gemeinnützigkeit zur Generierung von Spenden. Und zweitens: Der monatliche Mitgliedsbeitrag erhöht sich ab kommendem Jahr von bisher 70 Cent auf drei Euro. Damit soll das Eigenkapital von derzeit 25 000 Euro aufgestockt werden.

Bis zur Realisierung der Pläne ist allerdings noch ein weiter Weg. Der Kaufpreis für das Wirtshaus mit Nebengebäude und Grundstück beträgt 500 000 Euro, die monatliche Pacht 1000 Euro plus Nebenkosten. Einen kurzfristigen Kauf könne der Verein finanziell nicht stemmen, darin waren sich die Mitglieder einig.

Das Besitzerehepaar Hey lässt dem Verein allerdings Zeit und bietet Alternativen an: Nur Kauf des Wirtshauses für 350 000 Euro oder einen Pachtvertrag für einige Jahre. Die Vorstandschaft zieht eine EU-Förderung aus dem Topf „Erhalt von Kultur und Brauchtum“ in Erwägung: Denn, so Hubertus von Breidbach: „Es geht hier nicht nur um die Kirwa, sondern um das gesamte Dorfleben“.

Von ehemals fünf Wirtshäusern sei nur noch ein einziges übrig geblieben. Und auch das drohe nun zu sterben. Jetzt will der Vorsitzende zunächst „eine g'scheite Kirwa“ hinbekommen. Dazu rief er die Mitglieder zur Mithilfe auf. Vom Reiserschneiden über das Baumaufstellen bis zur Bewirtung der Gäste. Die Kirwapaare üben schon seit Wochen die Tänze ein. Das Fest steigt vom 15. bis 17. Oktober.

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