04.03.2022 - 14:37 Uhr

Klinik stellt Mail von Ärztin richtig: Russen willkommen

Das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München hat Aussagen einer Institutsdirektorin widersprochen und klargestellt, die Behandlung von Menschen aus Russland nicht abzulehnen. Man werde „weiterhin alle Patientinnen und Patienten, die unsere Hilfe benötigen, behandeln“, teilte die Klinik am Freitag mit. „Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gilt insbesondere allen Menschen, die unter Kriegshandlungen leiden und Schaden nehmen.“

Die am vergangenen Freitag verschickte Mail hatte für Aufsehen gesorgt. Sie ging an eine Agentur, die russischsprachige Patienten in Deutschland vermittelt. Die Behandlung russischer Patienten würde „aufgrund der schweren Völkerrechtsverletzung durch den offenbar geistig gestörten Autokraten Putin“ ab sofort grundsätzlich abgelehnt, hieß es darin. Ukrainische Patienten seien willkommen.

Das LMU Klinikum betonte am Freitag, dies sei kein offizielles Statement, sondern eine einzelne, persönliche Meinung gewesen, verschickt in einer emotionalen Situation. Die Ärztin bedauere die Äußerung, habe sich bei der Agentur entschuldigt. Die Agenturchefin Irina Ioudina bestätigte das. Es tue ihr sehr Leid, was sie im ersten Schock nach dem Einmarsch in die Ukraine geschrieben habe, schrieb die Ärztin und Direktorin eines Klinikinstituts demnach.

Ioudina sagte, der Kontakt sei eigentlich gut gewesen. Sie vermittle seit Jahren russischsprachige Patienten - auch aus der Ukraine. Die Agentur habe zuletzt anonyme, „schreckliche E-Mails“ bekommen, in der sie als faschistisch beschimpft worden sei. Der Krieg in der Ukraine sei eine Katastrophe. „Wenn wir uns jetzt hier hassen, dann sind wir nicht besser als Putin“, sagte sie.

Der Bund der Vertriebenen verurteilte am Freitag Diskriminierungen: Seit Beginn des russischen Angriffskriegs würden auch in Deutschland vermehrt Anfeindungen gegen Menschen mit Wurzeln im russischsprachigen Raum sichtbar.

Mitteilung des LMU KlinikumsMitteilung des Bunds der Vertriebenen

Mitteilung des LMU Klinikums

Mitteilung des Bunds der Vertriebenen

© dpa-infocom, dpa:220304-99-384868/2

 
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