02.06.2019 - 14:02 Uhr
Köfering bei KümmersbruckOberpfalz

Revolution mit dem Akkordeon: Da Huawa, da Meier und I in Köfering

Warum sie "agrat in Köfering" aufgetreten sind, "Da Huawa, da Meier und I"? Weil der Heimat- und Kulturverein sein Zehnjähriges feiert. Das war "guat so", meinte der Meier, "denn den 100. Geburtstag des Vereins erlebt ja sowieso keiner".

„Da Huawa“, das ist Christian Meier (links), da Meier (rechts) heißt tatsächlich so (und mit Vornamen Matthias); „I“ steht für Sepp Haslinger (hinten). Die drei Niederbayern kamen in Köfering bestens an.
von Klaus HöglProfil
Die volle Festhalle in Köfering.

Prasselnder Beifall gleich am Anfang, keine Frage, "da Huawa, da Meier und I", drei Vollblutmusiker aus Niederbayern, hatten in der voll besetzten, zum Bierzelt umfunktionierten Maschinenhalle Metschl das Publikum auf ihrer Seite. Sie sind ja auch durchaus wesensverwandt, die Niederbayern und die Oberpfälzer. Ein paar Feinheiten in der Sprache gibt's schon noch, wie Schua oder Schou, Kruag oder Krouch, aber sonst keine Probleme.

Der doppelte Meier

Als dann der Meier (Christian) die Funktion seines Akkordeons erklärt hatte ("die weißen Tasten sind für d'Houzat, die schwarzen für d'Leich"), hieß es "Feuer frei" für das quirlige Trio. Mit "agrat" sind sie auf Tour, der Christian Meier (Huawa), der Matthias Meier (Meier) und I, das ist der Sepp Haslinger.

Die drei Protagonisten sind wahre Verwandlungskünstler, schauen der Gesellschaft auch durchaus hintergründig auf die Finger, sie besingen auf ihre ganz eigene Art das Leben und seine Facetten. Kantig und hantig, satirisch und humorvoll nehmen sie so ziemlich alles auf die Schippe.

Das kommt in Köfering bestens an, denn schon der Titelsong zeigt, worauf es ihnen ankommt: "Agrat liab samma mia nia", heißt es da. Und: "Mir bleim Revolution." Sie feiern heuer ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum, ließ Matthias Meier wissen. Einmal im Monat schreibt er eine Kolumne für das "Bayerwaldecho" ("das heißt so, weil die Zeitung immer nur noch das Echo mitkriegt"), ansonsten sind sie mit ihrem Tross landauf, landab im weißblauen Land unterwegs. Sie beherrschen ihr Metier perfekt, professionell, irgendwie kann sich jeder Zuschauer damit identifizieren, hat jeder schon mal Ähnliches erlebt.

Ärger mit der Schwiegermutter

Das Private wird zum Spiegelbild. Da ist die Schwiegermutter, die jeden Sonntag "ganz agrat" Rosenkohl kocht, obwohl den "ums Verrecken niemand mag", oder die Frage, warum "agrat heut alle studieren müssen". Abwechslungsreich sind die Themen, ebenso die Musik: Vom (Schwiegermutter-)Blues bis hin zum Tango oder Reggae. "Da Huawa, da Meier und I" - sie haben die Festhalle auf Betriebstemperatur gebracht, hintersinnig, satirisch humorvoll.

Der Auftakt des Festes war am Mittwoch mit der Kapelle Josef Menzl. Der Vatertag war als großer Hoftag der Metschl GmbH aufgezogen. Für Musik sorgten dabei das Buchbergecho, die Spalter und zum Partyabend die Band Grögötz Weißbir. Am Sonntag wurde ein Inklusionsfest mit der Lebenshilfe Amberg-Sulzbach anlässlich von deren 50-jährigem Bestehen gefeiert.

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