08.03.2019 - 10:14 Uhr
Köfering bei KümmersbruckOberpfalz

Solarpark erregt Unmut der Bürger

Im Prinzip sind sich die Grundstückseigentümer und die Betreiberfirma durch Vorverträge einig, dass nordöstlich von Köfering, rechts der Kreisstraße AS 2 Richtung Amberg, ein Solarpark entstehen kann. Nun regt sich Widerstand.

Diskutierende Bürger auf dem Weg Richtung Solarpark. Einige Einheimische sehen das Projekt durchaus kritisch.
von Klaus HöglProfil

Das Thema Solarpark Köfering wird Dienstag im Zuge der Bauleitplanung auf den Rathaustisch kommen. Am Mittwoch fand nun ein Ortstermin mit allen Beteiligten und vielen Köferinger Bürgern astatt, um alle mit einzubinden, in dieses "bedeutende, landschaftsverändernde Projekt", wie es hieß. Die 80-minütigen, durchaus sachlich geführte Diskussion stimmte Bürgermeister Roland Strehl „vom Prinzip her zuversichtlich“, um danach „überrascht“ feststellen zu müssen, dass die Einwände gegen diesen geplanten Solarpark doch recht massiv sind. Sogar die Möglichkeit einer Bürgerinitiative gegen das Vorhaben wurde schlussendlich ins Spiel gebracht.

Das sei wieder so ein Thema, wurde deutlich, wo zwar im Grunde die meisten sich darüber im klaren sind, dass erneuerbare Energien und Klimaschutz gefördert werden müssen, gleichwohl hatten viele Einwände gegen Art, Aussehen, Größe und Standort des Parks. Beim Standort handelt es sich um "landwirtschaftlich sehr ertragreiche Grundstücke" hieß es von einigen Bürgern. „Ist vertretbar, dass man guten Boden so umwandelt“ fragte eine Bürgerin besorgt. Die Köferinger fürchten Beeinträchtigungen für den Ort durch die ihrer Meinung nach viel zu große Anlage. „Wir haben zwar grundsätzlich nichts gegen eine solchen Solarpark und sind für Klimaschutz – aber halt nicht auf diesen Filetstücken", hieß eine Meinung. "Was hat die Gemeinde selbst davon?", wurde geäußert. "Sieht man einmal von den Gewerbesteuereinnahmen ab, im Grunde nichts." "Wir beteiligen uns aber am Leitbild des Landkreises in Sachen erneuerbare Energien und Klimaschutz", stellte der Bürgermeister heraus.

Sepp Bichler, Manager und Seniorchef der Firma Energiebauern GmbH aus Sielenbach, stellte das Projekt eingehend vor. Demnach plant seine Firma auf einer Gesamtfläche von rund neun Hektar eine Freiflächenphotovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 7,5 Megawatt Leistung. Mit der Anlage lasse sich seiner Meinung nach ein sehr guter Beitrag zum Klimaschutz leisten, können doch durch die geplante Anlage jährlich mehr als 5000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das bedeute, dass durch die Anlage die CO2-Emissionen von etwa 430 Durchschnittsbürgern kompensiert werden könnten.

Die Anlage soll eingegrünt werden. „Die Flächen unter und zwischen den Solarmodulen werden sich als extensives Grünland entwickeln", sagte Bichler. Was die Pflege betrifft, die erfolge bevorzugt durch Schafbeweidung. Womit der Solarpark die Erzeugung von Energie und extensiver landwirtschaftlicher Nutzung kombiniere, so Bichler weiter. Für den Betriebszeitraum der geplanten Anlage stünden die Flächen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung nicht zur Verfügung. Somit bestünde auch keine Gefahr, dass Nitrat in Form von Düngemitteln auf die Fläche gebracht wird. "Durch die extensive Nutzung der Flächen wird die Artenvielfalt erhöht und der Boden kann sich von der Bewirtschaftung erholen", so die Prognose von Sepp Bichler.

Plan der Solaranlage (gelb): Links die AS 2 Richtung Amberg. Die Anlage soll unmittelbar an der Stadtgrenze beginnen.
Sepp Bichler, Manager und Seniorchef der Firma Energiebauern GmbH aus Sielenbach, stellte das Projekt vor.
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