14.10.2019 - 16:57 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Ehepaar Rümpelein schaut auf 60 gemeinsame Jahre zurück

Das hat Bürgermeister Hans Koch noch nicht erlebt: Er möchte zur eisernen Hochzeit gratulieren, und das Jubelpaar sagt ihm, er sei zu früh dran. Einer seiner Vorgänger ist "schuld".

Magdalena und Christian Rümpelein blicken auf 60 Ehejahre zurück, und zugleich feiert Tochter Lydia den 59. Geburtstag. Zweiter Bürgermeister Klaus Hafner (stehend, links) gratuliert zu beiden Anlässen.
von Pauline ReglerProfil

Ein nicht alltägliches Ehejubiläum wurde an diesem Wochenende in Wildenhof gefeiert: 60 Jahre sind Magdalena und Christian Rümpelein verheiratet und immer noch auf dem elterlichen Anwesen zu Hause. Dass der Markt Königstein sowohl durch den Ersten als auch den Zweiten Bürgermeister gratuliert, ist außergewöhnlich und hat seinen Grund im Entgegenkommen eines Vorgängers.

Weil Christian schnell verheiratet werden wollte, um nicht zur gerade neu gegründeten Bundeswehr eingezogen zu werden, verlegte der damalige Bürgermeister das Jawort "unbürokratisch" nach vorne. Sein Eintrag in die Akten des Standesamts brachte Bürgermeister Hans Koch auf die falsche Fährte. Er kam am angeblichen Hochzeitstag und traf auf total unwillige Jubilare, die sich den 11. Oktober ins Stammbuch geschrieben hatten. Da passte es allerdings Koch nicht, und so kam auch sein Stellvertreter Klaus Hafner zu diesem erfreulichen Einsatz. Dabei beglückwünschte er auch gleich Tochter Lydia zum 59. Geburtstag. Sie kam auf den Tag genau ein Jahr nach der Hochzeit auf die Welt.

Christian Rümpelein ist kein Unbekannter im Raum Königstein. Als Ossinger-Bürgermeister ist der auch "Anaräisn-Christl" genannte Naturfreund eine Institution. Seine Magdalena, eine geborene Tuchbreiter, stammt vom "Anaräisn-Hof" in Wildenhof. Sie lernte er in seiner Funktion als Hütbub kennen, weil er nach dem Krieg möglichst früh aus dem Haus musste und noch sieben Geschwister hatte. Sein Bruder war bereits in Wildenhof tätig und lotste ihn deshalb auch dort hin. So kam er als 15-Jähriger in die Dienste seiner späteren Schwiegereltern.

Obwohl sein Onkel ihn in Rothenbruck in der Bronzefabrik gerne eingestellt hätte, wollte der Christl dessen Angebot nicht annehmen, weil ihm viel zu viel an der Natur lag. So war es auch fast normal, dass er die Berge für sich entdeckte und mit seinen Königsteiner Freunden einige hohe Gipfel bestieg. Das Matterhorn wäre noch ein Ziel gewesen, das musste aber aus gesundheitlichen Gründen zu den Akten legen musste. Sein höchster Gipfel blieb damit der Großglockner in Österreich.

Zwar sind die Berge im Sulzbacher Land nicht ganz so hoch, aber trotzdem sehr reizvoll. Sie boten ihm genug Ausgleich zur alltäglichen Arbeit. Zum Ossinger-Bürgermeister wurde er nicht ohne Grund, es gab kaum ein Wochenende an dem er nicht in der Hütte auf dem Hausberg war. Und so ist es immer noch.

Aus der lang währenden Ehe gingen vier Kinder hervor; Lydia, Siegfried, Werner und Bernd, der den Hof übernommen hat. Das Jubelpaar lebt schon länger im "Ausnahmshaus", das der Christl selbst gebaut hat und wo eine Ferienwohnung ein kleines Zusatzeinkommen sichert. Acht Enkel gäbe es zu melden, wenn nicht einer davon tödlich verunglückt wäre.

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