14.08.2019 - 12:00 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Freie Wähler wollen weiter hauptamtlichen Bürgermeister für Königstein

Mit einer Stimme Mehrheit lehnte die CSU/Einheitsliste im Königsteiner Marktrat den Antrag auf einen hauptberuflichen Bürgermeister ab. Die Freien Wähler denken jetzt über einen anderen Weg nach.

Die Freien Wähler Königstein halten an der Forderung nach einem hauptamtlichen Bürgermeister fest, bekräftigen (von links) der frühere Marktrat Günther Frieser, die Vorsitzende Doris Lehnerer sowie (rechts) Marktrat und stellvertretender Landesvorsitzender Hans-Martin Grötsch.
von Autor SCKProfil

Bei einem öffentlichen Treffen im Gasthof Reif beratschlagten die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft Königstein das weitere Vorgehen für ihr Anliegen, das Amt des Bürgermeisters der Marktgemeinde künftig hauptamtlich ausüben zu lassen. Dabei zogen sie ein Bürgerbegehren in Betracht.

Mehr als 20 Absagen

Hans-Martin Grötsch, Marktrat und stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern, berichtete über die Suche nach einem Bürgermeisterkandidaten für die Gruppierung. Bislang sei sie nicht erfolgreich gewesen. Mehr als 20 Personen hätten Absagen erteilt. Da stelle sich die Frage nach dem Warum.

Bei Gesprächen mit Bürgermeistern aller Couleur in ganz Bayern höre er landauf, landab Klagen über eine enorme Arbeitsbelastung. Amtsträger, die schon mehrere Legislaturperioden hinter sich haben, berichteten von einer Verdopplung oder Verdreifachung des Aufwands. Mancher Bürgermeister wolle deshalb nicht mehr antreten.

"Lapidare Feststellung"

Grötsch griff Aussagen von Bürgermeister Hans Koch sowie seiner beiden Stellvertreter Klaus Hafner und Richard Pesold auf, ein Kandidat solle das Bürgermeisteramt aus Überzeugung und Leidenschaft anstreben. Pesold habe sich dabei auch auf die höheren Kosten für die Gemeinde berufen. Hafner habe den steigenden Arbeitsaufwand als Argument nicht gelten lassen und lapidar festgestellt, niemand werde zur Kandidatur gezwungen. Jeder könne es auch bleiben lassen.

Gerade Engagement, Freude und Eifer in der kommunalpolitischen Tätigkeit, zusammen mit seiner pflichtbewussten Grundeinstellung als Berufssoldat, nannte Grötsch als seine Beweggründe, für eine hauptamtliche Besetzung des Bürgermeisteramts einzutreten. Das tue er unabhängig davon, wer kommendes Jahr ins Rathaus einziehen werde. Wenn der neue Bürgermeister stockende Projekte wie die Sanierung der Stadelreihe, ein neues Baugebiet oder die WLAN-Versorgung voranbringen wolle, dann könne er "nicht auf zwei Hochzeiten tanzen", sondern müsse sich voll auf die Kommunalpolitik konzentrieren.

An Ehrensold nicht gedacht

Ein Fragezeichen setzte der frühere Marktrat Günther Frieser hinter die in der Sitzung genannte Summe von 23 000 Euro jährlichen Mehrkosten für einen hauptamtlichen Bürgermeister. Unterschlagen werde in dieser Rechnung der lebenslängliche Ehrensold aus der Gemeindekasse für einen ehrenamtlichen Bürgermeister nach zehnjähriger Amtszeit. Wenn er sterbe, erhalte seine Witwe noch 60 Prozent der Summe. Demgegenüber bekomme ein hauptamtlicher Bürgermeister nach dem Ende seines Diensts Leistungen aus der beamtenrechtlichen Pensionskasse.

Bedauert wurde, dass der Bürger bei der Entscheidung des Marktrats kein Mitspracherecht habe. Als Reaktion kam der Vorschlag, Unterschriften für einen hauptamtlichen Bürgermeister zu sammeln. Wenn zehn Prozent der Wahlberechtigten es wollten, könne die Kommunalaufsicht für ein Bürgerbegehren aktiv werden. Übrigens empfehle auch der Bayerische Gemeindetag, das Amt hauptberuflich zu gestalten.

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