20.01.2019 - 11:23 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Königstein nach wie vor zur Zusammenarbeit bereit

"Interkommunale Zusammenarbeit funktioniert dort, wo sie alle wollen", sagt Verena Frauenknecht, die dieses Feld bei der Frankenpfalz beackern wird. Zwischen Königstein und Hirschbach hakt es da offensichtlich noch etwas.

Stellvertretender Bürgermeister Klaus Hafner mit der neuen Umsetzungsmanagerin der Frankenpfalz, Verena Frauenknecht, bei ihrem Antrittsbesuch in Königstein.
von Autor SCKProfil

Zum Start ins neue Jahr gab es für den stellvertretenden Bürgermeister Klaus Hafner eine Premiere. Da Erster Bürgermeister Hans Koch aus gesundheitlichen Gründen passen musste, leitete der Vize erstmals eine Sitzung des Königsteiner Marktrats.

Ein Schwerpunkt war die Beratung über angedachte Projekte mit der Nachbargemeinde Hirschbach. Dort hat eine Mehrheit in einem Bürgerentscheid im November die Pläne für eine gemeinsame Kindertagesstätte gestoppt.

Hafner informierte dann über Beschlüsse des Gemeinderats Hirschbach für einen Bauhof beider Kommunen. Vorbehaltlich einer Zustimmung der Marktgemeinde Königstein, solle ein Modell für die Betriebsführung erarbeitet und ein Personalpool für beide Gemeinden gebildet werden. In einer Machbarkeitsstudie möchte der Gemeinderat Hirschbach prüfen lassen, ob der gemeinsame Bauhof im leerstehenden Schulgebäude in Eschenfelden eingerichtet werden könne und was das genau koste.

Das reparaturbedürftige Schulgebäude hielt Hafner für nicht geeignet. Er argumentiert mit schlechten Zufahrtsmöglichkeiten, zu wenig Platz für Fahrzeuge und fehlenden Lagermöglichkeiten für Streusalz und Ähnliches. Der Zweite Bürgermeister wies die dem Marktrat Königstein unterstellten "Vereinnahmungsbestrebungen" zurück und sprach von einem "Hirschbacher Kirchturmdenken".

Der Unmut über das Hirschbacher Bürgerbegehren klang in der Diskussion über die Marschroute in Sachen interkommunaler Zusammenarbeit deutlich an. Andererseits mahnten Redner, die ausgestreckte Hand nicht zurückzuziehen. Es gehe schließlich um hohe Fördersätze für einzelne Projekte. Hafner gestand auch ein, das die gemeinsame Kita finanziell gesehen doch eine "große Nummer" gewesen wäre.

Einstimmig beschloss der Marktrat in Sachen gemeinsamer Bauhof die auch von Hirschbach angestrebte Kostenberechnung und die Erarbeitung eines Betriebsmodells durch die Verwaltungsgemeinschaft. Ebenfalls mit zehn zu null Stimmen sagte der Marktrat Nein zu einem Personalpool der Bauhofmitarbeiter und zu einer Königsteiner Kostenbeteiligung für eine Machbarkeitsstudie über das Schulhaus in Eschenfelden. Angesichts seiner fehlenden Eignung als Bauhof erübrige sich eine Studie.

Neues Gesicht bei der Frankenpfalz:

Ideen in die Tat umsetzen

Zu Gast in der Sitzung des Königsteiner Marktrats war Verena Frauenknecht. Die gebürtige Auerbacherin lebt in Ratzenhof. Ein Studium der Humangeographie mit dem Schwerpunktthema Regionalentwicklung hat sie als Master abgeschlossen. Zum 1. Januar trat sie nun die Aufgaben einer Umsetzungsmanagerin bei der Frankenpfalz an.

Der Zusammenschluss von acht Gemeinden am Rande der Frankenalb und des Naturparks Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst entschied sich im vergangenen Jahr, eine Stelle zu schaffen, an der jemand Möglichkeiten entwickelt, um Ideen und Vorhaben zu verwirklichen. Erfahrungen hat Frauenknecht unter anderem im Landratsamt Schwandorf gesammelt, wo sie Projekte der interkommunalen Zusammenarbeit betreute.

Bei der Frankenpfalz wolle sie zum Einstieg die Internetseite prüfen und überarbeiten. Auch Personalkostenförderungen werde sie in die Wege leiten und die Frankenpfalz-Messe vorbereiten. Gemeinsame Handlungansätze für Frankenpfalz und Wirtschaftsband A9 – ein ähnlich gelagerter Zusammenschluss von Kommunen – sieht sie in den Bereichen Natur, Landschaft und Orte, Tourismus und Erholung, Landwirtschaft und Landnutzung sowie Infrastruktur und Wirtschaft.

Gemeinderätin Doris Lehnerer sprach sich dafür aus, die Bereiche beizubehalten. Gemeinderat Horst Luber befürwortete es, einzelne Initiativen zu bündeln, und Gemeinderat Hans Martin Grötsch äußerte die Einschätzung, dass eigene Ideen, Pläne und Projekte auch für mehrere Kommunen von Interesse sein werden.

Diese Sicht teilte Frauenknecht und sprach von möglichen Kostensenkungen. „Interkommunale Zusammenarbeit funktioniert dort, wo sie alle wollen“, tat sie ihre Überzeugung kund.

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