25.06.2019 - 14:23 Uhr
KönigsteinOberpfalz

"Der Pfennigfuchser" begeistert in Königstein

Über medizinische Phänomene wie eine "Blutvergiftung im Endstation" oder ein "Männerverrucktikum" berichtet das aktuelle Stück des Königsteiner Bauerntheaters.

Der reiche Bertl liegt im Bett und sieht sein Ende nahen. Aber hat der Bader die richtige Diagnose gestellt?
von Heidi KurzProfil
Der Bader (Jürgen Renner) dreht der ledigen Wirtschafterin Mare (Linda Hirsch) ein "Männerverrucktikum" an.
Dem Bertl (Hans-Jürgen Pirner) wird vom Bader Endwartner (Jürgen Renner) der rostige Zaunnagel aus dem Fuß gezogen.
Während Bertl leidet, können sich alle in Ruhe einen Schnaps genehmigen.

Kein Auge trocken blieb beim Königsteiner Bauerntheater auf der Freilichtbühne im ehemaligen Pfarrgarten. Neun Darsteller führten die Komödie "Der Pfennigfuchser" von Peter Landstorfer auf. Die Hauptrolle besetzt Hans-Jürgen Pirner, der den Bauer und Kiesgrubenbesitzer Bertl Duck spielt. Die Namensähnlichkeit mit dem reichen Comic-Geizhals Dagobert Duck ist nicht zufällig.

Nicht nur sich selbst gönnt der Bertl nichts. Auch seine ledige Wirtschafterin Mare (Linda Hirsch), sein Knecht Seppi (Marco Pirner) und die Magd Liesl (Lisa Nübler) bekommen seinen Sparwahn zu spüren. Bertl schneidet die Zeitung als Klopapier zu und zählt es ab. "Fünf Blatt müssten für die nächste Woche reichen", meint er streng. Vergeblich versucht sein Freund Zwirnschwartner (Günter Seibold), ihn eines Besseren zu belehren. "Geld hat nur einen Sinn, wenn es sich in Freude verwandeln kann", erklärte er Bertl. Der aber schwärmt nur von seinem im Ofen versteckten Geld: "Mein Geld, mein Lebenselexier."

Dann aber wird ihm sein Geiz zum Verhängnis. Er tritt in einen rostigen Zaunnagel. Als ihm der Bader Endwartner (Jürgen Renner) den Fremdkörper zieht, spritzt das Blut in hohem Bogen. Die Fehldiagnose einer "Blutvergiftung im Endstation" bringt allerhand Verwicklungen.

Exzellent spielt Hans-Jürgen Pirner den wehleidigen und jammernden Bertl, der sein Ende kommen sieht. Sein Freund gibt ihm zu bedenken, dass er nichts ins Grab mitnehmen kann. Das führt bei Bertl zu einem Sinneswandel: Traurig stellt er fest, dass ihm all sein Geld zu Lebzeiten weder Freude noch Spaß bereitet hat. Kurzerhand übergibt er seinen Hof deshalb an den Knecht und die Magd. Und: "Von jetzt an gehe ich jeden Tag ins Wirtshaus", nimmt er sich fest vor.

Zahlreiche Nebenhandlungen bereichern das Theaterstück, wie zum Beispiel die Versuche der Zwagerin (Angels Brunner), Bertl auf sich aufmerksam zu machen und seine Liebe zu gewinnen. Oder auch der Wunsch der ledigen Mare, die so gerne noch einen Mann bekäme. Der Bader macht ihr Hoffnungen mit einem "Männerverrucktikum", das die Herren ganz wild nach ihr machen soll. Auf jeden Fall gibt es viel zu lachen.

Hauptdarsteller Hans-Jürgen Pirner, der pausenlos im Einsatz war, wurde von Günter Seibold für diese anspruchsvolle Rolle sehr gelobt. Er bezeichnete ihn als "seinen Ziehsohn", der auch einmal sein Nachfolger werden soll. Weitere Aufführungen des Stückes beginnen am Sonntag, 30. Juni, und Samstag, 6. Juli, um 18 Uhr, Kartenvorverkauf unter 09665/3 28.

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