12.01.2020 - 15:07 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Wenn der Piepser "dudelt": First Responder-Bilanz 2019

Über 600 Mal alarmierten die Leitstellen in Nürnberg, Bayreuth und Amberg die Helfer-vor-Ort oder First Responder des ASB Regionalverbandes Jura und der Feuerwehren Königstein, Edelsfeld und Vorra im vergangenen Jahr.

Das neu im Feuerwehrdesign folierte Einsatzfahrzeug der First-Responder-Gruppe Edelsfeld.
von Externer BeitragProfil

Dass die fünf Ersthelfer-Standorte in Betzenstein, Vorra, Edelsfeld, Königstein und Neuhaus/Velden Sinn machen, daran muss bei diesen Einsatzzahlen keiner zweifeln. Sind sie bei den Leitstellen als "einsatzbereit" angemeldet, dann "dudelt" auch in der Regel der Piepser, um Erste-Hilfe zu leisten bis der Rettungsdienst eintrifft oder um den Rettungsdienst zu unterstützen.

Und die Bevölkerung ist dankbar für den ehrenamtlichen Dienst, schätzt und fördert ihn. Das zeigte sich zum Beispiel in Edelsfeld, wo die Bürger die Frist-Responder beim Förderpreis der Raiffeisenbank per Stimmabgabe auf den dritten Platz gewählt hatten und damit auch eine stattliche Spende in Empfang genommen werden konnte. "Damit konnten wir unser Einsatzfahrzeug im Feuerwehrdesign folieren lassen", freut sich deren Leiter Manfred Rupprecht. Die 74 Einsätze in der Gemeinde wurden intensiv wahrgenommen.

In Vorra schon seit 15 Jahren

Mit knapp einhundert Alarmierungen (98) waren auch die First Responder in Vorra wieder gefordert, die im April mit einer gelungenen Feier auf ihr 15-jähriges Bestehen zurückblickten. Nico Schmutzler hatte hier im Jahresverlauf die Leitung an Krissi und Hannes Albert abgegeben. Dieser Tage ist beim ASB wieder ein Ausbildungslehrgang für Ersthelfer an den Start gegangen. Vorra stellt dabei die größte Gruppe an potenziellen Nachwuchskräften.

Und selbst der jüngste Spross unter den Ersthelfer-Standorten in der Region, die ASB-ler in Betzenstein, die 2018 den Dienst aufgenommen haben, waren mit 110 Einsätzen im Jahr 2019 laufend unterwegs, vermeldet deren Leiterin Petra Gries.

Viele Freizeitunfälle

Nicht anders bei den First Respondern in Königstein. Sie rückten im Gemeindegebiet und darüber hinaus insgesamt 125 Mal aus. Hier waren verstärkt Freizeitunfälle festzustellen. Bei abgestürzten Kletterern oder verunglückten Wanderern in unwegsamen Gelände wird dann auch mit der Bergwacht zusammengearbeitet. Marco Specht konnte bei den Diensten auf eine stattliche Anzahl von 15 Freiwilligen zurückgreifen. Das sind am Helfer-vor-Ort Standort Neuhaus/Velden wesentlich weniger. Aber sie haben auch 2019 wieder 203 Einsätze in Neuhaus, Velden und Hartenstein gestemmt und waren damit am häufigsten unterwegs. Hier wird parallel zur organisierten Ersten Hilfe auch der Hausnotrufdienst des ASB mit abgebildet.

Bei einigen Einsätzen hatte sich überall erneut gezeigt, wie sich die Erfolgsaussichten für den Patienten verbessern, wenn bei Stillständen unmittelbar durch Anwesende mit der Herzdruckmassage begonnen wird. Das beherzte Eingreifen von Passanten bei zwei Stillständen auf offener Straße ist dabei besonders im Gedächtnis geblieben. "Wie die Leute hier couragiert gehandelt haben, war das schon erstklassig und verdient Anerkennung", fasst Roland Löb deren Aktionen zusammen.

Eine besondere Aktion hatten auch die elf ASB-Helfer-vor-Ort in Betzenstein zusammen mit anderen zahlreichen Helfern und Unterstützern mit der Stammzellen Typisierungsaktion für den eineinhalbjährigen Philip an den Tag gelegt. Über 1060 Personen hatten sich dabei in die potenzielle Spenderdatenbank aufnehmen lassen.

Öffentlichkeitsarbeit war auch an anderen Standorten eine zusätzliche Tätigkeit. Vorträge oder Beteiligungen an Übungen mit anderen Organisationen sind dabei nur zwei Beispiele. Dies ist auch notwendig, weil der Dienst von ASB und Feuerwehren als Ersthelfer rein ehrenamtlich ist und nur durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert wird. Aufwandserstattungen gibt es nicht.

Extremsituationen inklusive

Bei der Vielzahl an Einsätzen - versorgt wurde dabei ein fünf Tage altes Baby ebenso, wie eine 100jährige Tagesausflüglerin - sind Extremsituationen nicht ausgeblieben. Um diese verarbeiten zu können, steht dem Personal die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) zur Verfügung, wo mit Rainer Nicklas die erste Anlaufstelle direkt beim ASB existiert.

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