15.03.2019 - 16:29 Uhr
Kötzersdorf bei KemnathOberpfalz

Bindeglied zwischen Wehr und Gemeinde

104 Feuerwehrkommandanten aus dem Tirschenreuther Bereich West, Mitte und Ost bilden sich fort.

Die ersten beiden Exemplare der 28. Jahrgangsausgabe von „Feuerwehr Landkreis Tirschenreuth“ überreichte Kreisbrandrat Andreas Wührl (Mitte) an Landrat Wolfgang Lippert (links) und Bürgermeister Werner Nickl (rechts).
von Bernhard KreuzerProfil
Umfangreich ist die Ausstattung des V-Lkw mit MGH. Drei Rollcontainer brachte die Kemnather Feuerwehr mit. Das Interesse an der Ausstattung war groß.

Auf die Feuerwehrdienstleistenden ist Verlass. An sie wird die Forderung gestellt, zu jeder Tages- und Nachtzeit für andere da zu sein. Um diesen nicht selbstverständlichen Anspruch erfüllen zu können, sind regelmäßige Schulungen notwendig.

Die 104 Feuerwehrkommandanten und ihre Stellvertreter der drei Bezirke West, Mitte und Ost des Landkreises Tirschenreuth trafen sich deshalb an drei Tagen im Landgasthof Busch in Kötzersdorf zur Fortbildung.

Landrat Wolfgang Lippert und Kemnaths Bürgermeister Werner Nickl begrüßten die Schulungsteilnehmer. Lippert hieß die Teilnehmer mit "Let's go west" willkommen. Er spielte damit auf die Lage von Kötzersdorf an der westlichsten Grenze des Landkreises an. "Es scheint alles selbstverständlich zu sein. Es ist die gute Schulung. Es sind die Kommandanten, die Befehle geben und die Lage im Griff haben." Lippert schätze ihre Verantwortung und setze in sie großes Vertrauen. Die Kommandanten übten eine Vorbildsfunktion in ihren Wehren aus. Sie seien wichtiges Bindeglied zwischen der Wehr und der Gemeinde.

"Wie wichtig die Feuerwehren in den Kommunen sind, merkt man, wenn sie bei Bränden gefordert werden", fügte Bürgermeister Werner Nickl an. Er sah in den kleinen Ortswehren einen Vermittler von wichtigem Detailwissen bei Einsätzen vor Ort. Zudem machten sie die Gemeinschaft lebendig. Welche Leistungen sie erbringen, zeigten die Bilanzen bei den Jahreshauptversammlungen. "Ohne Feuerwehren wäre das Zusammenleben nicht denkbar. Feuerwehr ist Ehrenamt pur."

Kreisbrandrat Andreas Wührl überreichte Lippert und Nickl die ersten beiden Exemplare der 28. Jahresausgabe der Broschüre "Feuerwehr Landkreis Tirschenreuth". Rettungsassistentin und Dozentin an der Heilpraktikerausbildungsstätte Bayreuth, Marina Käser aus Erbendorf, sprach über Kohlenmonoxidvergiftung im Einsatzfall. Eine Gefahr bei Brandeinsätzen, die man nicht rieche und sehe, aber ab einer bestimmten Konzentration tödlich sei.

CO2-Warner für die Einsatzkräfte anzuschaffen, empfahl Kreisbrandrat Wührl. Nur vier gibt es zurzeit im Landkreis. Kohlenmonoxid könne zurzeit nur mit den großen Messgeräten festgestellt werden, sagte er. Er selbst stellte die neue "Unfallverhütungsvorschrift Feuerwehr" vor. Sie gilt seit 1. Januar in Bayern. Die Vorgaben sind überarbeitet und bundesweit vereinheitlicht worden.

In einem zweiten Themenbereich befassten sich die Kreisbrandinspektoren mit den Hilfeleistungskontingenten. Sie wurden vor einigen Jahren aufgrund von Katastrophen aufgestellt. 13 Gemeinden mit 130 Kräften gehören diesen an. Eingesetzt werden sie nicht nur bei Hochwasser. Mit dabei ist der V-Lkw mit MGH (Versorgungs-Lkw mit modularem Gerätesatz Hochwasser) der Kemnather Feuerwehr. Es ist eines von 42 Einsatzfahrzeugen in Bayern für den Katastrophenschutz, das Kommandant Peter Denz vorstellte und das seit Juli 2017 in der ehemaligen Kreisstadt steht. "Ein ganzer Straßenzug kann auf einmal ausgepumpt werden", betonte Denz.

Wie der nachfolgende Film über die größte, grenzübergreifende Katastrophenschutzübung in Ostbayern "Roter Eber" verdeutlichte, können die Pumpen auch für die Förderung von Löschwasser bei Waldbränden eingesetzt werden.

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