Am vergangenen Samstagabend fand im Rahmen der diesjährigen Beer-Walbrunn-Tage ein Konzert für Violine und Klavier in der katholischen Herz-Jesu-Kirche Kohlberg statt. Nach einer Begrüßung von Pfarrer Martin Valeske, dem Vorstand des Anton-Beer-Walbrunn-Kunst- und Kulturvereins, eröffneten Violinistin Monika Hager und Pianist Christian Reuter den musikalischen Abend mit einer Violinsonate in H-Dur von Wilhelm Friedemann Bach, dem Erstgeborenen des berühmten Johann Sebastian Bach. Sie erklang in einer Bearbeitung von Anton Beer-Walbrunn, wobei die neue Klavierbegleitung des ursprünglich vorklassischen Werkes eine Brücke zur Romantik bildete und der souveränen Sologeige durch das vollgriffigere Spiel eine ebenbürtige Klangfläche bot.
Es folgte eine intime Fantasie für Violine ohne Bass in B-Dur, die mit besonders langem Applaus gewürdigt wurde. Zusammen mit Christian Reuter brachte Monika Hager anschließend die Violinsonate g-Moll von Beer-Walbrunn zu Gehör, die wiederum eine Bearbeitung eines früheren Werks ist: nun vom Barock-Komponisten Evaristo Felice Dall’Abaco und auch hier mit einer klanggewaltigen Klavierbegleitung, die vor allem nach dem zart verklungenen Andante voluminös die folgende Chaconne untermalte. Eine Giga bildete nach einem ruhigen, klangschönen Adagio das rege Finale dieses viersätzigen Werks.
Monika Hager und Christian Reuter überzeugen
Mit der berühmten Frühlingssonate op. 24 in F-Dur von Ludwig van Beethoven folgte schließlich eine dritte Violinsonate und erfüllte den Kirchenraum mit neuen spätklassischen Klängen. Hier beeindruckten die beiden Künstler im dritten Satz, einem humorvollen Scherzo, mit präzisen, asynchronen Rhythmen.
Mit Beer-Walbrunns erstem Kammermusikwerk, der Fantasie für Violine und Klavier g-Moll, setzte das Duo einen Schlusspunkt. 1891 entstanden, gehen in diesem spätromantischen Stück die vier Sätze von lyrischen Passagen bis zu virtuosen Ausbrüchen ineinander über, wobei Monika Hager und Christian Reuter noch einmal mit meisterhaftem Können die rund 80 Besucher begeisterten.
Standing Ovations
Nach dem beeindruckenden, eineinviertelstündigen Konzert brachten die Künstler auf lang anhaltenden Applaus hin zwei Zugaben zu Gehör. Mit Max Regers Romanze in G-Dur würdigten sie neben Beer-Walbrunn einen weiteren sehr berühmten Komponisten aus der Oberpfalz. Fritz Kreislers „Marche miniature Viennoise“ leitete schlussendlich zum geselligen Beisammensein im angrenzenden Gemeindehaus über. Es war ein ausgezeichneter Konzertabend, der einen mit großer Vorfreude auf die nächsten Beer-Walbrunn-Tage blicken lässt.
Vom begeisterten Publikum gab es Standing Ovations. Zum Dank überraschte Martin Valeske die beiden Musiker mit Noten weiterer Werke von Anton Beer-Walbrunn für Violine beziehungsweise Klavier – in der Hoffnung auf eine baldige Aufführung.













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