02.09.2019 - 12:55 Uhr
KohlbergOberpfalz

Dorferneuerung Kohlberg: Der Architekt soll's richten

Der Dorferneuerungsausschuss von Kohlberg berät über die Platzgestaltung an der Weidener Straße. Die Ideen in der Diskussion reichen von einer Grünfläche bis zu einem Pavillon oder einer E-Bike-Station.

An der Einmündung der Raiffeisen- in die Weidener Straße klafft seit Monaten eine Baulücke. Seit 1858 stand dort das Geburtshaus des späteren Komponisten Anton Beer-Walbrunn. Am Ende des nächsten Bauabschnittes der Dorferneuerung soll der Platz ansehnlich gestaltet werden. Nur weiß niemand bisher, wie. Die Mitglieder des örtlichen Kreativteams diskutierten ganz unterschiedliche Ideen.
von Autor JMLProfil

Der freie Platz, an dem bis zum Frühjahr das Geburtshaus des Musikprofessors Anton Beer-Walbrunn (1864-1929) stand, wirkt wie eine Zahnlücke im Gebiss. Doch das soll im Rahmen des nächsten Abschnittes der Dorferneuerung (DE) geändert werden. Was aus dem lediglich etwa 200 Quadratmeter umfassenden Areal werden soll, damit hatten sich die Mitglieder des Dorferneuerungsausschusses zu befassen.

Unter der Leitung des neuen Objektbetreuers Norman Langenhan vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), seinem mit entscheidungsbefugten Vertreter, dem Technischen Amtmann Ronald Thiele sowie den Bürgermeistern Rudolf Götz und Gerhard List tagte das Gremium im Rathaussaal. Langenhan wollte wissen: „Wie geht es mit dem Platz weiter, was stellt ihr euch vor?“

Die folgende Diskussion erbrachte Vorschläge für ganz verschiedene Gestaltungsweisen. Einige der Ideen waren zum Beispiel ein Grünbereich mit Sitzflächen an der Weidener Straße und einem Backofen im hinteren Teil. Das Problem dabei: „Da brauchst du jemand, der sich jahrelang darum kümmert“.

Oder: Die Fläche pflastern, Blumentröge drauf, mittig Schautafeln mit Ortsinfos rein und Grünstreifen am Rande. Dann: Grünanlage ja, aber wie aussehend, mit Tischen und Bänken, überdacht oder nicht? Oder: Ein zentraler Pavillon wie am Etzenrichter Dorfplatz, aber irgendwie schöner. Dazu: Regengeschützte Raucherecken für Gäste umliegender Lokale. Oder: Einen überdachten Radlertreffpunkt mit Sitzmöglichkeiten und E-Bike-Ladestation. Eine als romantisches Beer-Walbrunn-Gärtchen vorgestellte Skizze wurde als überladen und zu sehr auf die Musiker-Persönlichkeit bezogen geblockt. Etliche Diskussionsbeiträge ließen darauf schließen, dass sich Mitglieder dieses Kreativteams im Vorfeld kaum Gedanken über die Platzgestaltung machten. Einig waren sich die Teilnehmer bei der Aussage von Markus Götz: „Auf den Platz kann alles hin, nur keine Pkw-Stellfläche“.

Auch Nebengebäude gestalten

Der Bürgermeister: „Wir sollten in Erinnerung an den Komponisten diesen Platz schaffen, der Kunst- und Kulturverein eine Gedenkstele beisteuern und bei der Textgestaltung mitwirken“. Er ist als Leiter des DE-Ausschusses für weitere konstruktive Vorschläge offen. Eine noch zu lösende Herausforderung ist die Gestaltung der nebenstehenden Gebäude. Langenhan: „So ein Platz steht und fällt mit den Giebeln, die ihn umringen!“ Hier wurde die Holzverkleidung einer Fläche schon angekündigt, mit anderen Eigentümern soll über eine ansehnliche Wandgestaltung geredet werden. Der Objektbetreuer hat die vorgebrachten Ideen notiert, wird sie zusammenfassen und als örtlichen Beitrag für einen Platz mit Aufenthaltsqualität dem gestaltenden Büro übergeben. Bürgermeister Götz: „Hoffen wir, dass der Architekt dann einen Plan vorlegt, der uns begeistert!“ Die Feinjustierung und Ausführung erfolgen erst ganz am Ende des nächsten Bauabschnittes, der wohl im Jahre 2020 beginnt.

Genehmigungen für Unterer Markt

Lediglich eine Formsache waren die zwei Plangenehmigungen nach § 41 des Flurbereinigungsgesetzes für den DE-Bauabschnitt Unterer Markt. Hier hat die Vorstandschaft der öffentlichen Belange, also der Ausschuss, zuzustimmen, dass die weiteren Planungen und Anweisungen durch das Amt für Ländliche Entwicklung erfolgen. Es geht da um Kostenplanung, -übernahme, Finanzierung und Bauausführung. Des Weiteren hat noch eine Flächenbereichsvermessung für die Wertermittlung zu erfolgen. Dies auch im Bereich des Oberen Marktes, was jedoch für die Bewohner keine finanziellen Folgen ergibt. Langenhan und Thiele erklären diese Formalie damit, dass ihre Behörde nach dem Flurbereinigungsgesetz verfahren muss.

Gefragt wurde nach dem Fortschritt bei der Schulhaussanierung. Hier ist laut Langenhan der Antrag auf Hereinnahme in den nächsten Bauabschnitt bereits genehmigt, die Architektenplanung kann beginnen. Zum Zeitplan erklärte Götz: „Wir haben so viele Projekte angeleiert, da müssen wir erst sehen, wie wir das eintakten“. Der Objektbetreuer ergänzte: „Und wir wollen etwas Nachhaltiges bauen, das auch Sinn macht“. Bei der Straßensanierung nach Luhe rechnet Götz mit einer Förderquote von bis zu 64 Prozent.

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