Kohlberg
25.02.2026 - 15:24 Uhr

Gigabitausbau löst im Marktrat Kohlberg lange Diskussionen aus

Steigt die Marktgemeinde Kohlberg beim Gigabitausbau ein, könnte das Geld anderweitig fehlen. Im Marktgemeinderat gab es ein lange Debatte zu dem Thema – mit einer Zweidrittelmehrheit am Ende.

Die Marktgemeinde Kohlberg hängt beim Breitbandausbau bisher in der Warteschleife. "Grund dafür ist, dass wir per dato ein zu gutes Netz haben", sagte Bürgermeister Gerhard List eingangs der Marktratssitzung zum Thema Gigabitausbau. Dies bestätigte zweiter Bürgermeister Adrian Blödt. Er habe in seiner Holzfirma mit sicherlich großen Datenmengen ohne Breitband kein Problem. "Wir sind trotz Ablehnungen aber am Ball geblieben", betonte List. Die Gemeinde sei nun nach wiederholter Antragstellung zum Zuge gekommen und ins Programm aufgenommen worden.

Der Zeitplan stelle sich so dar, dass 2026 Antrag zum Förderverfahren gestellt werde, 2027 erfolge die Vergabe durch den Projektmanager und der Vertragsabschluss mit dem Netzbetreiber. Dieser habe dann vier Jahre Zeit bis zum Ausbauende. Als förderfähige Kosten würden drei Millionen Euro anerkannt, die über Bund und Land mit 90 Prozent gefördert werden. "Wir werden selbst bei 90 Prozent Förderung die 300.000 Euro nicht leisten können", stellte Blödt fest. Der Haushalt sei mit dem Gemeindehaus auf Kante genäht, und eine schnelle Internetverbindung zur Verfügung zu stellen, sei keine Pflichtaufgabe der Gemeinde.

Sollte man abwarten?

Blödt riet dazu abzuwarten, weil sich die Technik so weiter entwickeln werde, "dass man keine Kabel mehr in die Erde vergräbt". List führte als Beispiel an, dass in Weiherhammer die Kostenschätzung bei der Ausschreibung um fast die Hälfte unterboten wurde. Darauf baue er auch. Zudem zeigte sich der Bürgermeister sicher, dass es eine solch gute Förderkulisse wohl in Zukunft nicht mehr geben werde.

Inge Österer äußerte die Befürchtung, dass sich Kohlberg bei einem "Nein" selbst abhänge. Manfred Häring fragte, ob man das den Bürgern verkaufen könne, "wenn wir da nicht mitmachen". Marcus Lukas sah offene Fragen, wie etwa ob die Anschlüsse bis ins Haus verlegt werden. Diese und weitere Fragen werde die Ausschreibung beantworten, meinte Bürgermeister List. Sein vorgelegter Beschluss, dass die Marktgemeinde beschließt, das Verfahren weiterzuführen, wurde bei vier Gegenstimmen angenommen.

Anregungen aus Bürgerversammlung

Behandelt wurden in der Sitzung auch die Empfehlungen aus der Bürgerversammlung. Da ging es einmal um die Parksituation am Sportplatz bei Heimspielen des Sportvereins im Bereich Ahornweg. Die Straße werde dann beidseitig zugeparkt, selbst Hofzufahrten seien nicht mehr passierbar. Bürgermeister List trug die Empfehlung der Polizei vor, mit dem Sportverein in Kontakt zu treten. Es könne aber jederzeit eine verkehrsrechtliche Anordnung wie Parkverbot erlassen werden. Das Gremium entschied, die Situation weiter zu beobachten und wenn nötig verkehrsrechtliche Schritte zu prüfen.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um die Entfernung eines störenden Baumes in der Flurstraße. Es wurden Sicherheitsbedenken angeführt. Bürgermeister List stellte klar, dass es sich um eine 125 Jahre alte Eiche handle, die schon da war, als hier gebaut wurde. Der Baum sei begutachtet worden, und daraus gehe hervor, dass eine Fällung aus Sicherheitsgründen nicht erforderlich sei.

Schriftlich war Antrag auf Gehwegabsenkung von der Siedlung "Im Meister" zum Kinderhaus gestellt worden. Der hohe Bordstein stelle ein Ärgernis dar. Der Antrag wurde abgelehnt, eine mögliche Absenkung wird jedoch im Zuge von Baumaßnahmen in diesem Bereich geprüft.

Vom Marktgemeinderat wurde die Wahl des Kommandanten Matthias List sowie dessen zwei Stellvertreter Dominik Zwack und Johannes Kummer der Feuerwehr Kohlberg bestätigt. Mit Auflagen wurde zudem einem Bauantrag auf Errichtung von vier Getreidesilos mit Aufnahmehalle in Artesgrün das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Hintergrund:

Gigabitausbau Marktgemeinde Kohlberg

  • 2026 Antrag zur Aufnahme ins Förderverfahren
  • 2027 Vergabe durch einen Projektmanager und Vertragsabschluss mit einem Netzbetreiber
  • Netzbetreiber hat ab Vertragsabschluss vier Jahre für die Maßnahme Zeit
  • Förderfähige Kosten drei Millionen Euro, Förderung 90 Prozent durch Land und Bund
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