31.05.2020 - 21:06 Uhr
KohlbergOberpfalz

Kohlberger Mesner Konrad Bäumler ist tot

Große Trauer Konrad Bäumler. Der langjährige katholische Mesner in Kohlberg starb im Alter von 80 Jahren.

Konrad Bäumler.
von Siegfried BockProfil

Fast 65 Jahre lang ließ er die Glocke für jeden Verstorbenen läuten. Nun läutete die Glocke für ihn selbst. Konrad Bäumler war als Mesner eine Institution im Markt. Die Herz-Jesu-Kirche wäre am Freitag sicher voll gewesen. Pfarrer Varghese Puthenchira brachte die Trauer der Pfarrgemeinde um den beliebten Mesner, Lektor und Kommunionhelfer zum Ausdruck. „Er war immer der erste, der in die Kirche kam und der letzte, der sie verließ.“

Puthenchira, der mit seinen Mitbrüdern Andreas Schlagenhaufer, Prince Kalarimuryil und Yesu Savariyappan den Seelengottesdienst zelebrierte, zitierte den 4.Vers des Psalm 27: „Eines erbitte ich vom Herrn, im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens.“ In diesem Haus habe Bäumler treu seinen Dienst getan. Nun wurde er heimgerufen in die ewige Hausgemeinschaft Gottes. Puthenchira sagte ein großes „Vergelt`s Gott!“ für alles, „was er für uns persönlich und für die Pfarrgemeinde war.“

Pfarrer Schlagenhaufer, der 34 Jahre in Kohlberg wirkte und auch nach seiner Pensionierung mit Bäumler in Kontakt blieb, skizzierte den Lebenslauf des Heimgegangenen, der am 5. Oktober 1939 geboren wurde. seine ersten fünf Lebensjahre waren vom furchtbaren Krieg mitgeprägt. Nach der Lehre beim Raiffeisenlagerhaus wechselte er zur Raiffeisenbank Rothenstadt und wurde dort Geschäftsführer. „Konrad war wie seine ganze Familie sehr eng mit der Pfarrei verbunden. Aber wir brauchen nicht bei unseren Erinnerungen bleiben, denn das Ende heißt nicht Tod, sondern Leben“, betonte Schlagenhaufer.

„Der Schock über den plötzlichen Verlust eines lieben Menschen sitzt tief. Angehörige, Freunde, Bekannte und auch wir in der Pfarrgemeinde müssen jetzt auf Konrad verzichten. Um ihn trauern auch Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung, KDFB, MMC (seit 1957 treues Mitglied), Ministranten mit Betreuerteam, Blumenfrauen, Pfarrsekretärin und Kirchenchor", sagte Kirchenpfleger Leonhard Steinsdörfer. „Seine Arbeit war für uns seit fast 65 Jahren so selbstverständlich, vielleicht zu selbstverständlich.“ Ruhig, zielstrebig, sparsam und freundlich habe Bäumler seinen Dienst verrichtet und sich unter sechs Pfarrherren problemlos auf Veränderungen eingestellt.

Daneben engagierte er sich im Pfarrgemeinderat zeitweise als Vorsitzender, als talentierter Theaterspieler, organisierte Altkleidersammlungen, packte bei Baumaßnahmen mit an und zeigte sich auch spendabel. Die Ministranten und deren Ausbildung lagen ihm sehr am Herzen.

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