12.05.2020 - 11:15 Uhr
KohlbergOberpfalz

Kohlbergs Pfarrer Martin Valeske geht in Ruhestand

38 Jahre hat Pfarrer Martin Valeske seiner Pfarrei Kohlberg gedient. Nun muss er sich in den Ruhestand verabschieden. Einen Nachfolger gibt es noch nicht. Unklar ist auch, ob die Pfarrei selbstständig bleibt.

Martin Valeske weist die längste Dienstzeit aller Kohlberger Pfarrer auf.
von Siegfried BockProfil

"Es fällt mir nicht leicht, und nach nahezu 38 Jahren scheide ich trotz meiner Vorfreude auf den Ruhestand mit viel Wehmut. Gerne hätte ich noch die Konfirmationen sowie die Jubelkonfirmationen in Kohlberg und Weiherhammer gehalten. Alles wird wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verlegt", bedauert Pfarrer Martin Valeske.

Für 850 Gläubige zuständig

Zusammen mit einem eingespielten Team war er für 850 Gläubige zuständig. Die Gestaltung der Gottesdienste lag ihm besonders am Herzen. Valeske hat, so war immer wieder festzustellen und von Gemeindegliedern auch zu vernehmen, mit inhaltsreichen Predigten Glaubwürdigkeit und Echtheit gezeigt und es verstanden, biblische Botschaften eingängig zu formulieren. Viele liebe Menschen fallen ihm ein, mit denen er Freud und Leid teilen und über die kirchlichen und konfessionellen Grenzen hinweg zusammenarbeiten durfte, die ihn auch in schwierigen Zeiten beraten und begleitet haben. Valeske: "Ich kann sie nicht einzeln aufzählen." Er spricht dabei auch von guten Jahren für den gemeinsamen ökumenischen Weg, den er mit seinen katholischen Amtsbrüdern Andreas Schlagenhaufer und zuletzt Varghese Puthenchira gehen konnte. "Wir haben ein großes Stück Ökumene an der Basis gelebt." Mit Schlagenhaufer sei es leicht gewesen, aufeinander zuzugehen und an der Einheit der Kirche mit zubauen. Valeske erinnert auch an rund 360 Taufen, an die Einsegnung von 370 Konfirmanden, an 120 Trauungen und 320 Beerdigungen, die er in seiner Gemeinde gehalten habe.

Sein Konfirmationsspruch aus Jesaja 54,10 habe ihm auch in den Höhen und Tiefen seines Berufslebens immer viel Kraft und Zuversicht gegeben: "Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll von dir nicht weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer."

Valeske hat die Beer-Walbrunn-Tage ins Leben gerufen und auch bauliche Akzente gesetzt, zum Beispiel mit der Renovierung der Nikolauskirche. In den 1980-er Jahren jagte er in der Altherren-Mannschaft und beim FC Talaros auch dem runden Leder nach. Seit 1984 war er Mitglied in der Weidener Kantorei und längere Zeit im Sinfonieorchester Weiden und Salonorchester Neustadt aktiv. Pfarrer Valeske hält seine letzten Gottesdienste am Sonntag, 17. Mai, um 8.30 Uhr in Weiherhammer und um 9.45 Uhr in Kohlberg. Für ihn sei es eine "Katastrophe", weil nur eine begrenzte Zahl teilnehmen dürfe und er sich gerne von vielen persönlich verabschiedet und auch den vielen Mitarbeitern gedankt hätte.

Umzug nach Pöcking

Danach stehen Resturlaub und Umzug nach Pöcking am Starnberger See an. Dort war sein Vater Pfarrer und dort ist er auch aufgewachsen. "Otto von Habsburg war unser Pfarrhausnachbar." Valeske bezieht ab 1. Juni seine Wohnung im Elternhaus, in dem auch seine Schwester und sein Schwager leben. "Ich habe dann viel mehr Zeit, mich verstärkt den Forschungen nach dem Komponisten und der Vorbereitung der Produktion weiterer CDs mit Werken des Kohlberger Meisters zu widmen." Er bleibt nämlich weiterhin Vorsitzender des Anton-Beer-Walbrunn-Kunst- und Kulturvereins, "und ich freue mich darauf, anlässlich der jährlich stattfindenden Beer-Walbrunn-Tage und zu anderen Anlässen in Kohlberg zu sein, um auch viele Freundschaften und Bekanntschaften weiterpflegen zu können".

PFARRSTELLE VORÜBERGEHEND VAKANT:

Die Pfarrstelle wird ausgeschrieben. Das Problem: Wegen Verschiebung der Synode auf März 2021 kann erst dann der neue Landesplan beschlossen werden, der die Kürzung von zehn Prozent der Pfarrstellen bayernweit vorsieht.

Ob die Kirchengemeinde Kohlberg-Weiherhammer dann noch selbstständig sein oder mit einer anderen Gemeinde zusammengelegt wird, kann derzeit niemand sagen. Während der Vakanz übernimmt Pfarrer Matthias Weih aus Kaltenbrunn die Pfarramtsführung und Konfirmandenvorbereitung. Gottesdienste in 14-tägigem Rhythmus und Taufen hält Pfarrer Andreas Ruhs aus Neunkirchen. Für Trauungen und Beerdigungen ist das Pfarrerteam von St. Michael und St. Markus in Weiden zuständig.

Evelyn Deinl aus Luhe-Wildenau ist seit 1. Mai neue Pfarrsekretärin. Sie hat die Nachfolge von Christine Mannl angetreten, die ebenfalls in den Ruhestand gegangen ist. (bk)

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