10.08.2018 - 12:15 Uhr
KohlbergOberpfalz

Naturparadies von Hitze bedroht

Der Hammerweiher ist an der Grenze der Belastbarkeit. Die Fische bekommen zu wenig Sauerstoff. Die Lage ist besorgniserregend

Wo fast nichts zufließt, da kann auch nichts abfließen. Der Damm am Röthenbacher Hammerweiher liegt trocken und die Wasserturbine (im Hintergrund der Einlauf) ist abgeschaltet. Die Fische leiden stark unter den hohen Temperaturen und bekommen zu wenig Sauerstoff.
von Autor JMLProfil

(jml) Normalerweise ist der Hammerweiher zwischen Röthenbach und Dürnast ein Naturparadies für Badegäste, Erholungssuchende und auch die vielen Fische darin. Doch für diese droht er bei den heißen Temperaturen jetzt zur Todesfalle zu werden. Am Donnerstag hieß es dann zuerst auch, der Weiher wäre umgekippt, tote Fische würden im Uferbereich schwappen und es stinke gewaltig. Doch so dramatisch ist die Lage nicht, wie Revierleiter Erwin Fischer erklärt. „Der Weiher an der Grenze seiner Belastbarkeit, aber keineswegs gekippt. Auch der Wasserstand ist noch überraschend hoch, aber es fließt halt fast nichts mehr zu.“ Die Wasserfläche gehört den Staatsforsten und liegt in Fischers Verantwortungsbereich. Auf die Frage, was er jetzt unternehme, blafft er zurück: „Was soll ich machen? Eiswürfel ins Wasser schmeißen?“

Er sieht hier die Pächter gefordert, also den Sportanglerbund Weiden.

Deren Vorsitzender Reiner Wolfrath informiert, dass bei ihm bereits am Sonntag erste Meldungen über verendete Zander, Rotaugen sowie einige Hechte und Waller ankamen. In den nächsten Tagen sei es so weitergegangen. Etwa acht Zentner tote Tiere aller Größen und Altersklassen mussten bis jetzt entfernt werden. Er ist jeden Tag am Weiher und verfolgt die Entwicklung. Vor allem die hohen Wassertemperaturen von 28, 29 Grad machen ihm Sorgen. Von Montag bis Mittwoch war das Technische Hilfswerk mit fünf Pumpen im Einsatz, um Sauerstoff in den Teich zu bringen. „Der Erfolg war mäßig, schon mal wegen der großen Wasserfläche“, berichtet der Vorsitzende.

„Wir warten auf Regen und Wasser“, erklärt er. „Je kälter das ist, desto mehr Sauerstoff kann es aufnehmen.“ Und jede Fischart habe andere Ansprüche an Temperatur und Luft in den Kiemen. Inzwischen waren alle zuständigen Behörden da, fährt er fort: „Polizei, Wasserwirtschaftsamt, die von der Fachberatung für Fische, aber keiner hat uns Regen mitgebracht.“ Der Vorfluter Röthenbach wird von Wasser aus dem Truppenübungsplatz gespeist. Und da kommt von Dürnast her so wenig, „dass es schon die Bienen wegsaufen können“, formuliert Wolfrath drastisch. Der Sportanglerbund Weiden hat den Hammerweiher im Jahre 1964 erstmals gepachtet. Damals noch von Eduard von Grafenstein. „Seitdem kenne ich so etwas nicht, dass da überhaupt kein Wasser fließt“, äußert der Vorsitzende besorgt.

Bernhard Faltenbacher von der Krieger- und Reservistenkameradschaft Kohlberg (KRK) hat vorsichtshalber das für Samstag geplante Ferienprogramm am Weiher abgesagt. Er will die Gesundheit der Kinder nicht aufs Spiel setzen und den Fischen nicht noch mehr Stress zumuten. Der immer gut besuchte Aktionsnachmittag wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Wo fast nichts zufließt, da kann auch nichts abfließen. Der Damm am Röthenbacher Hammerweiher liegt trocken und die Wasserturbine (im Hintergrund der Einlauf) ist abgeschaltet. Die Fische leiden stark unter den hohen Temperaturen und bekommen zu wenig Sauerstoff.

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