17.12.2019 - 17:03 Uhr
KohlbergOberpfalz

Röthenbacher Kandidaten dominieren SPD-Liste

Es ist schon eine „rote Welle“ aus Röthenbach. Nicht nur Mehmet Begen für den Bürgermeisterposten, sondern noch fünf weitere SPD-Anwärter für den Marktrat kommen aus dem Kohlberger Ortsteil.

Um den SPD-Bürgermeisterkandidaten Mehmet Begen (sitzend Mitte) gruppieren sich (vorne von links) die Kandidatinnen Hildegard Hausner-Lindner und Inge Österer sowie Johanna Kraus von der Ortsgruppe Weiherhammer und Saskia Bäuml, die Kohlberger Vorsitzende. Dahinter (stehend von links) die Bewerber Hubert Hausner, Siegfried Hausner, Tanja Schmid und Karlheinz Schmid. Dann der SPD-Landratskandidat Peter Lehr, Rainer Vater, der Anwärter auf den Chefsessel in Weiherhammer und Kreisratskandidat Mirko Bertl.
von Autor JMLProfil

Dass Begen als Bürgermeister kandidieren würde, war zu erwarten. Aber dass er nun gleich mit einer starken Truppe von fünf weiteren Marktratsanwärtern aus dem Ortsteil antritt, überrascht. Lediglich Inge Österer kommt aus dem Markt selbst. Begen bekennt: „Es war schwer, aus Kohlberg jemand auf die Liste zu bekommen. “Und die Röthenbacher sind schon lange als eine stark zusammenhaltende Gemeinschaft bekannt.

Kandidat Begen ist knapp 54 Jahre alt, seit 1974 in Deutschland, spricht breitesten Oberpfälzer Dialekt und ist seit knapp 30 Jahren mit Frau Regina in Röthenbach verheiratet. Beide haben zwei inzwischen erwachsene Söhne. Begen ist Gastronom, er leitet eine Pizzeria in Weiherhammer. Seit sechs Jahren bestimmt er im Kohlberger Marktrat die Geschicke der Kommune mit, hat sich also im politischen Bereich bereits bestens warmgelaufen, kennt den Fraktionsalltag. Sein Ziel: „Bürgermeister werden und zwei plus X Sitze im Marktrat für die SPD erhalten“.

Seine Vorstellungsrede lässt aufhorchen. Nicht nur, dass er die begonnenen Projekte als Bürgermeister weiterführen will, er bringt auch komplett neue Vorstellungen auf den Tisch. Wichtig ist ihm von dem gut ein Dutzend angesprochenen Punkten vor allem ein kontinuierlich fortzuschreibendes Marktentwicklungskonzept. „Es reicht nicht, für kurze Zeiträume zu planen. Wir brauchen eine klar definierte Aufteilung der Vorhaben über eine Distanz von mindestens zwölf Jahren“, ist seine Forderung.

Nicht nur die Dorferneuerung zeige, dass vorausschauendes Planen erforderlich sei. Aufgeteilt in kurz-, mittel- und langfristig zu erledigende Projekte, welche die Finanzkraft der Kommune nicht überfordern, Zuschussmöglichkeiten optimal in Anspruch nehmen und die zeitversetzt eingetaktet werden. Eine Prioritätenliste sei zwar schon gelegentlich angeregt worden, aber bei den Mehrheitsfraktionen im Gemeinderat bisher auf taube Ohren gestoßen.

Begen will bürgernah Anregungen aus der Bevölkerung ernst nehmen und sie entweder sofort oder umgehend beantworten. Dann der neu zu erstellenden Mehrzweckhalle ein Stockwerk draufsetzen, um dort zwei Klassenräume für Grundschüler auf Vorrat zu schaffen, sobald sich die Möglichkeit eröffnet, wieder Kinder im Ort zu unterrichten. Auch der Kindergarten braucht, wie bereits geschehen, solche Ausweichräume. „Im jetzt laufenden Förderprogramm gibt es etwa 84 Prozent Zuschuss, wer da nicht gleich handelt, ist selbst schuld“, so der Kandidat. Das vorgesehene Gebäude für betreutes Wohnen will Begen nicht nur andenken, wie es ein Mitbewerber vorsieht, sondern innerhalb der nächsten sechs Jahre fertigstellen. Mit Behandlungsräumen für einen Arzt und Photovoltaik auf allen dafür brauchbaren kommunalen Gebäuden. Der Naturerlebnisweg soll erhalten und durch einem Wald-Kinderspielplatz attraktiver werden. Das Radwegenetz nach Hirschau und Weiherhammer hin erweitert, die Nutzung des Röthenbacher Schlosses für die Anwohner akzeptabel gestaltet und bei der Gemeindeverbindungsstraße nach Luhe das Teilstück Artesgrüner Straße vor der Dorferneuerung renoviert werden. Dies sind nur einige Themen im Maßnahmenkatalog des Bürgermeisteranwärters.

Die Mitglieder votierten einstimmig für alle sieben vorgeschlagenen Personen (siehe separater Kasten). Als Beauftragte zur Abgabe der Wahlvorschläge wurden Ortsvereinsvorsitzende Saskia Bäuml, welche auch die Sitzung leitete und Wilhelm Zwack bestimmt. Für die heiße Wahlkampfphase werden zwei SPD-Veranstaltungen geplant. Rainer Vater, Kreisrat und Bürgermeisterkandidat für den Weiherhammerer Chefsessel, lobte die Bemühungen von Begen: „Der Mehmet knüpft schon länger seine Kontakte zu den Abgeordneten im Land und kandidiert auch auf der Kreistagsliste“. Begen schmunzelnd dazu: „Wer dort auf dem Wahlschein von hinten anzukreuzen beginnt, der findet mich schnell!“

Die SPD-Kandidaten für die Bürgermeister- und Marktratswahl::

Mehmet Begen (54), Gastronom; Inge Österer (58), Angestellte; Karlheinz Schmid (56), Lagerist; Tanja Schmid (44), Friseurin, Schulbetreuerin; Hubert Hausner (63), Angestellter bei der US-Armee; Siegfried Hausner (65), Rentner, Hildegard Lindner-Hausner (62), Beamtin im Ruhestand.

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