29.03.2019 - 10:04 Uhr
KohlbergOberpfalz

Walbrunn-Haus versinkt im Rauch

Normalerweise steht das Geburtshaus des berühmtesten Sohns von Kohlberg leer. Kürzlich herrschte allerdings großer Trubel in um um das Gebäude: Die Feuerwehr nutzte es für eine wichtige Übung.

Aus dem Übungsobjekt raucht es. Die Feuerwehrmänner legen die Atemschutzgeräte an, um einen Innenangriff zu starten.
von Redaktion ONETZProfil

Lange waren sich Marktrat und Förderverein nicht einig, was mit dem geschichtsträchtigem Altbau passieren soll. Jetzt ist es amtlich: Das Geburtshaus des Komponisten Anton Beer-Walbrunn wird abgerissen. Auch wenn Kohlberg damit einen Teil seiner Ortsgeschichte verliert, dürfte zumindest die Feuerwehr, neben einem tränenden Auge, auch ein lachendes Auge gehabt haben.

Denn kürzlich hatten die Aktiven die Möglichkeit, in dem Gebäude eine große Übung durchzuführen. ,,Für uns bietet sich das Haus natürlich hervorragend an. Eine Übung in einem solchen Objekt ist eher selten und daher umso wichtiger für uns“, meinte Atemschutzwart Andreas Fischer.

Das Szenario lautete: Ein Haus steht in Vollbrand. Mit speziellen Nebelmaschinen wurde dichter Rauch im kompletten Haus verteilt. Erschwerend kamen zwei weitere Aufgaben hinzu: Die Aktiven sollten eine vermisste Person sowie eine versteckte Gasflasche aufspüren. Unter diesen Bedingungen konnte dann auch mit der Wärmebildkamera gearbeitet werden, die bei einem Innenangriff mit starker Rauchentwicklung zum Einsatz kommt.

Für die Übung wurden außerdem die schweren Atemschutzgeräte angelegt. ,,Es ist wichtig, dass wir solche Übungen unter möglichst echten Bedingungen durchführen können, um dann im Ernstfall für alles gerüstet zu sein“, erklärte Übungsleiter Dominik Zwack. Nach Sonnenuntergang wurde ein weiterer Testlauf durchgeführt. Obwohl die gleichen Aufgaben zu bewältigen waren, stellten die Feuerwehrleute fest, dass sie mit ,,ganz anderen Voraussetzungen und Gegebenheiten“ zu kämpfen hatten. Die zehn teilnehmenden Atemschutzträger begrüßten die Übung besonders. ,,Sonst proben wir nur in Hallen oder Scheunen. Daher nutzen wir jede Gelegenheit, um in Abrisshäusern Erfahrungen für den Einsatz in Wohnungen zu sammeln.“ Am Ende waren sich alle einig, dass dies die beste Übung seit langem war und eine Wiederholung so bald wie möglich geplant werden sollte, denn: ,,Es ist ein großer Unterschied, die Theorie in die Praxis umzusetzen und anzuwenden."

Beim Übungsdurchgang in der Nacht sahen sich die Feuerwehrleute ganz anderen Bedingungen und Gegebenheiten ausgesetzt
Die Feuerwehrmänner machen sich für den Einsatz fertig.
Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, bevor die Atemschutzträger in das Haus vorrücken.

 

 

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