05.07.2020 - 19:30 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Kommentar zur Bundeswehrreform: G36 und G8

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Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer will mit einem neuen Freiwilligendienst die Bundeswehr reformieren. Die Idee sollte wie das Gewehr G36 ausgemustert werden, schreibt Elisabeth Saller in ihrem Kommentar.

Durch kniehohes Gras marschieren die Teilnehmer einer Ausbildung für Reservisten auf dem Gelände der Kaserne in Pfreimd.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil
Kommentar

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will mit einem neuen Freiwilligendienst junge Erwachsene für die Bundeswehr gewinnen. Neu und gut ist die Idee des Wehrdiensts-light nicht.Als Ende der 2000-er Jahre noch die Wehrpflicht galt, rückte kaum ein junger Mann ein. Auf dem Gymnasium waren die Kerle intelligent genug für Stochastik und fit genug für Leistungskurs Sport, doch so oft stellte sich heraus: Für die Bundeswehr waren sie völlig ungeeignet. Wer nicht mit dem G36 schießen wollte, fand Wege, um nicht zu müssen. Schon damals waren Wehrdienst (und Zivildienst) mehr freiwillig als verpflichtend.Dabei ist der Gedanke, dass sich junge Menschen sozial engagieren sollen, richtig und wichtig. Was täte etwa die Pflege ohne Zivis und Buftis? Um Rechtsextremismus bei der Bundeswehr vorzubeugen, könnte sich die Ministerin überlegen, Wehrdienst und Bundesfreiwilligendienst zu mischen: Drei Monate gegen den Feind im Wald kämpfen, drei Monate Kranke transportieren. Man verlängert dort, wo es einem besser gefallen hat. Bisher erinnert Kramp-Karrenbauers Idee an die Reform des bayerischen Gymnasiums. Aber das G8 wurde wie das G36 letztlich ausgemustert.

Zum Artikel über die Debatte der Bundeswehr-Reform

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