14.07.2020 - 17:54 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Kommentar zum französischen Nationalfeiertag: Ehre, wem Ehre gebührt

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Frankreich feiert seinen Nationalfeiertag in diesem Jahr anders als sonst. Möchtegern-Reformer Emmanuel Macron kann endlich mit Traditionen brechen - allerdings nur halbherzig, wie Elisabeth Saller kommentiert.

Alpha-Jets der Kunstflugstaffel der französischen Luftwaffe versprühen die Farben der französischen Nationalflagge über dem Arc de Triomphe. Die traditionelle Militärparade auf der Prachtstraße Champs-Élysées fällt wegen der Corona-Krise aus.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil
Kommentar

Emmanuel Macron ist mit seinen Reformen bisher oft gescheitert. Jetzt hat er es geschafft. Der französische Präsident hat am liebsten Feiertag der Franzosen mit Traditionen gebrochen. Allerdings nur halbherzig. Kein Militärdefilee, Panzergeknatter und in der Luft herumwirbelnde Soldaten. Macron widmet den Nationalfeiertag den Menschen, die das Land in der Coronakrise am Laufen halten: Ärzte, Pfleger, Lehrer, Feuerwehrleute, Bestatter und Wachleute dürfen an der Feier teilnehmen. Die Liste der engagierten Menschen geht allerdings ewig weiter, Macron hat etliche vergessen: unter anderem Kindergärtner, Postboten, freiwillige Helfer, Verkäufer, Mitarbeiter in Gesundheitsämtern, Eltern, ... . Weit hinten würde das Militär kommen. Ehre, wem Ehre gebührt. Doch der Präsident nutzt die Feier auf der Place de la Concorde, dem Platz der Eintracht, um sein Vorgehen gegen das Coronavirus als Kampf zu inszenieren - bei dem die Armee unverzichtbar ist. Macron wäre besser beraten gewesen, all das Militärgedöns wegzulassen. Corona ist eine Krankheit, kein Krieg. Man wird sie wohl mit einem Impfstoff besiegen, nicht mit der Infanterie.

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