24.07.2020 - 17:37 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Kommentar: Gehört auch Scholz zu den Verlierern im Fall Wirecard?

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Der Fall Wirecard wird auch in der SPD mit Interesse verfolgt. Denn er wird möglicherweise Wellen bis zur Bundestagswahl schlagen.

Der Schriftzug von Wirecard ist an der Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters in Aschbeim bei München zu sehen.
von Martin Bink Kontakt Profil
Kommentar

Es ist egal, ob der Fall Wirecard der größte Betrugsfall in der deutschen Nachkriegsgeschichte ist, oder nur der zweit- oder drittgrößte. Tatsache ist, der Fall kennt nur Verlierer. Da sind die Beschäftigten, die nun aufgrund des möglicherweise kriminellen Treibens ihrer Bosse den Job verlieren. Da sind die Anleger, die auf die Aktien des Zahlungsabwicklers als Geldanlage gesetzt haben und jetzt mit leeren Händen dastehen. Da ist die Deutsche Börse, die das Unternehmen im Dax haben wollte.

Und da ist auch noch die Politik, die viel zu lange ein scheinbar solides, modernes Unternehmen hofiert hat. Der größte Verlierer in dem Fall könnte der Bundesfinanzminister werden. Auch wenn Olaf Scholz nun den Anlegerschutz stärken will: Das kommt zu spät, der Schaden ist bereits entstanden.

Und eine Aufarbeitung des Skandals vor Gericht wird sich lange hinziehen. Doch im Herbst 2021 wird gewählt, und der SPD-Mann wird politische Ambitionen haben, Minister bleiben wollen oder gar Kanzlerkandidat. Aber das scheint schwierig, haben sich doch die Opposition und Teile der Union schon auf ihn eingeschossen. Das wird seinen Beliebtheitswerten außerhalb - und auch in der Partei - nicht zuträglich sein.

Artikel zu Finanzminister Scholz und den Fall Wirecard

Deutschland & Welt
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.