08.11.2020 - 19:35 Uhr
Oberpfalz

Kommentar: Von Joe Biden darf man keine Wunder erwarten

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In Teilen der USA und Europa ist die Erleichterung groß über Joe Bidens Wahlsieg. Jetzt darf aber bloß niemand glauben, dass sich alles ändern wird. Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

USA, Wilmington: Joe Biden, «Gewählter Präsident» («President Elect»), hält eine Ansprache. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Biden hat nach Erhebungen und Prognosen von US-Medien die Wahl in den USA gewonnen.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil
Kommentar

Niemand in Europa oder im Rest der Welt sollte den gewählten US-Präsidenten Joe Biden und seine Kollegin Kamala Harris mit zu großen Hoffnungen überfrachten. Wenn für das Trump-Theater am 6. Januar endgültig der Vorhang fällt und der 46. Präsident der Vereinigten Staaten amtlich bestätigt ist, müssen erst einmal die innenpolitischen Trümmer weggeräumt werden. Biden wird keine Chance haben, das Gift in den Köpfen der radikalisierten Trump-Anhänger zu neutralisieren. Und um das Vertrauen der gemäßigten Wähler des Republikaners zu gewinnen, wird er sich ein bisschen das "America first!"-Credo seines Vorgängers zu eigen machen müssen.

USA starten in die Ära Biden

Deutschland & Welt

Die Umfragen der US-Medien am Wahltag haben gezeigt, dass noch vor Corona, Rassismus und Klimawandel das Thema Wirtschaft die Bürger am meisten bewegt. Will heißen: Die Amerikaner wollen Jobs, Jobs, Jobs. Deshalb wird Biden diese Interessen oben auf seine Agenda stellen.

Sicher, die Beziehungen zu Deutschland und dem Rest der EU werden sich schon allein deshalb entspannen, weil der Umgangston endlich wieder zivilisiert sein wird. Ein reiner Kuschelkurs ist deshalb aber noch lange nicht zu erwarten: Auch ein Präsident Biden wird die Europäer wirtschaftlich fordern und weltpolitisch antreiben - nur eben mit ein bisschen mehr Höflichkeit.

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