27.05.2019 - 14:15 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Dezentrale Klärschlammverwertung im Stiftland

Bei der ins Auge gefasste dezentralen Klarschlammverwertung gibt es weiter viele Fragezeichen. Dies wird bei einer Vorstellung der Zwischenergebnisse deutlich.

Die beiden Professoren Josef Hofmann und Diana Hehenbeger-Risse von der Hochschule Landshut (Erster und Zweite von links) präsentieren in Konnersreuth Zwischenergebnisse der Klärschlammstudie.
von Externer BeitragProfil

Die Partner des Projekts "greenIKK" - der Zweckverband IKom Stiftland, das Technologiezentrum Energie, der Wasserversorger und Abwasserentsorger Chevak sowie das Forschungsinstitut Vulhm - haben den Stiftland-Bürgermeistern und Klärwärtern bei einer Zusammenkunft in Konnersreuth erste Zwischenergebnisse zur Klärschlammverwertung präsentiert. Dabei ging es einer Pressemitteilung zufolge auch um eine Antwort auf die Frage, wie Klärschlammverwertung im Stiftland konkret aussehen könnte.

Professorin Diana Hehenberger-Risse, die wissenschaftliche Leiterin des Projekts, und Professor Josef Hofmann von der Hochschule Landshut gaben zunächst einen Überblick über die rechtliche Situation und die Phosphor-Rückgewinnungspflicht, die künftig für die meisten Anlagenbetreiber bestehe. "Phosphor ist ein für alle Lebewesen essenzieller Nährstoff, dieser ist aber auch endlich, weshalb die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm sehr wichtig ist", so Hehenberger-Risse.

Die Expertin erläuterte die Möglichkeit der Klärschlammtrocknung in der Region mit Hilfe der Abwärme von Biogasanlagen. Hier sei ein großes Potenzial an freier Energie vorhanden. Auch stellte die Professorin ein mögliches thermisches Klärschlammverwertungsverfahren für das Stiftland vor, welches derzeit als "gut implementierbar" bewertet werde, wie es heißt. Der Klärschlammreduzierung, die Josef Hofmann erläuterte, komme eine zentrale Rolle zu. "So sollte man genau überlegen, ob man in den Bereichen der Entwässerung sowie der Trocknung nicht stärker zusammenarbeitet. Die Investitions- und Betriebskosten könnten damit reduziert werden." Erläutert wurden auch die derzeitigen Entsorgungswege, ein künftiges Logistikkonzept und die damit verbundenen Emissions- und Kosteneinsparungen.

Abschließend gingen die Vortragenden noch auf eine mögliche Pilotanlage in der Region ein. Diese sei grundsätzlich möglich, sie könne aber derzeit "noch nicht abschließend dargestellt werden": Verschiedene Analysen seien noch nicht abgeschlossen. "Klar muss bei allen neuen Verfahren aber sein, dass jede potenziell entstehende Pilotanlage ein Betriebsrisiko birgt, da sich alle Verfahren in der Praxis erst beweisen müssen", so Hehenberger-Risse. Um dieses Betriebsrisiko zu minimieren, würden innerhalb des Projekts Fördermöglichkeiten geprüft.

Bei der Diskussion mit den Bürgermeistern und den Klärwärtern wurden laut Mitteilung Verfahren und damit verbundene Chancen und Risiken diskutiert. Anfang 2020 werden die Beteiligten weitere Ergebnisse des bis zum Ende März 2002 laufenden Projekts und damit verbundene Handlungsempfehlungen für das Stiftland präsentieren, um Klärschlammverwertung dem neuen rechtlichen Rahmen anzupassen und den Bürgermeistern Handlungsoptionen an die Hand zu geben.

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