Konnersreuth
28.09.2018 - 15:19 Uhr

Gegen Ärztemangel und Stromtrassen

Die Politik muss wieder näher ran an die Menschen - so lautet eine Forderung aus den Reihen der Freien Wähler. In Konnersreuth stellen sich fünf Kandidaten vor und erläutern schwerpunktmäßig ihre Ziele.

Bei der Mittelpunktveranstaltung der Freien Wähler sprachen in Konnersreuth (von links) Tobias Groß, Karl Meier, Bürgermeister Max Bindl, Holger Götz, Thomas Riedl und Bernhard Schmidt. Bild: jr
Bei der Mittelpunktveranstaltung der Freien Wähler sprachen in Konnersreuth (von links) Tobias Groß, Karl Meier, Bürgermeister Max Bindl, Holger Götz, Thomas Riedl und Bernhard Schmidt.

Als eine echte Alternative zu den Volksparteien bezeichnet der Konnersreuther Bürgermeister Max Bindl die Freien Wähler mit Blick auf die Landtagswahl. "Wir, die Freien Wähler, haben vieles angestoßen und auf den Weg gebracht", sagte Bindl bei einer "Mittelpunktveranstaltung" der fünf Ortsverbände Konnersreuth, Leonberg, Mitterteich, Neualbenreuth und Waldsassen im Gasthaus "Kouh-Lenzen". Rund 30 Zuhörer waren der Einladung gefolgt. Karl Meier, Direktkandidat für den Landtag im Stimmkreis Weiden, erinnerte daran, dass die Freien Wähler in der Region Weiden und im Landkreis Tirschenreuth partnerschaftlich zusammenarbeiteten und das Wahlprogramm gemeinsam erarbeitet hätten. Ausdrücklich betonte er seinen Einsatz gegen die geplanten Stromtrassen. "Der Strom sollte vor Ort erzeugt werden, dort, wo er gebraucht wird", so Meier.

Listenkandidat Tobias Groß sprach sich für kostenfreie Kita-Plätze aus und nannte die derzeitigen Gebühren eine Belastung für jede Familie. Groß: "Wir brauchen eine Politik mit Hirn und Verstand, so wie früher, da waren die Politiker noch näher am Menschen dran. Und da müssen wir wieder hinkommen." Bezirkstagskandidat Holger Götz kritisierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für die Forderung, dass Pflegekräfte länger arbeiten sollten. "Da merkt man, wie sich die Politik von den Menschen entfernt", so Götz. Sinnvoll wäre eine Art "Landarzt-Uni". "Es müssen mehr Hausärzte ausgebildet werden, die dann auch in der Region bleiben." Mehr Unterstützung forderte er auch für nicht dauerhaft angestellte Lehrkräfte.

Anreize schaffen

Thomas Riedl, Listenkandidat für den Landtag, verkündete: "Wir wollen der CSU zeigen, wie man es richtig macht." Er kam dabei auf das "so groß propagierte Baukindergeld" zu sprechen. "Wenn, wie es bei uns in der Region oft passiert, ein junges Ehepaar erst ein Haus baut und dann Kinder bekommt, geht es leer aus." Riedl sprach von einem Schnellschuss der Regierung kurz vor der Wahl. Mehr Anstrengungen seien bei der Ansiedlung von Firmen nötig. "Wir dürfen nicht ausbluten." Hierfür sollten auch finanzielle Anreize geschaffen werden. Gleichzeitig könnten somit Ballungszentren entlastet und die heimische Wirtschaft gestärkt werden. Ein weiterer wichtiger Schritt für die Zukunft sei die kostenlose Meisterausbildung. "Wer studiert, bezahlt doch auch nichts." Überhaupt müsse der Sozialabbau gerade in ländlichen Regionen gestoppt werden. Riedl plädierte auch für eine Mindestrente und die Aufstockung des Mindestfreibetrags auf 12 000 Euro im Jahr.

Den Abschluss machte Landtags-Direktkandidat Bernhard Schmidt. Der Erbendorfer ist der einzige der Kandidaten, der aus dem Landkreis Tirschenreuth stammt. Gerade das Thema Ehrenamt komme nach Ansicht des langjährigen Feuerwehrkommandanten zu kurz. Laut Schmidt wollen die Freien Wähler aber nicht nur kritisieren, sondern mit dazu beitragen, dass sich etwas verbessert. "Ja es stimmt, Bayern steht finanziell und gesellschaftlich besser da als andere Bundesländer. Aber warum werden die Gelder bei uns nicht sinnvoll eingesetzt?" Seiner Meinung nach müsste das Handwerk wieder attraktiver gemacht werden, die Landwirte müsse man gegen unsinnige Gesetze der EU in Schutz nehmen. Die Auflagen für die Landwirtschaft nähmen stetig zu.

Auf dem falschen Weg

"Es kann nicht sein, dass die Patienten nach einer Fallpauschale abgerechnet werden", so Schmidt zum Thema Krankenhäuser. "Wir sind da auf einem vollkommen falschen Weg." Auch auf den Ärztemangel ging er ein. "Wir sind nicht alle in Regensburg zu Hause. Wir brauchen Ärzte, die auch hier bleiben." Zum Thema Asyl merkte Schmidt an, "dass wir diese Menschen brauchen, sei es im Handwerk oder auch in der Pflege". Freilich müssten sie integriert werden, dann könnten sie auch hier bleiben. Als Ziel für die Landtagswahl nannte Schmidt "zehn Prozent plus x" sowie eine starke Mitte. Im Anschluss stellten sich die Kandidaten in einer locken Runde noch den Fragen der Zuhörer.

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