24.05.2018 - 12:31 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Das große Aufräumen

Das Unwetter am Mittwochabend in Konnersreuth hat zwei Familien besonders schlimm getroffen. Ihre Keller standen voller Wasser. Am Donnerstag räumen sie nicht nur auf, sondern stellen auch die Frage nach dem Warum.

Auch die Baustelle Schafferhof stand unter Wasser.
von Josef RosnerProfil

(jr) Am Tag danach sind die betroffenen Familien noch immer geschockt. Ein rund 30-minütiger Starkregen hat am Mittwochabend die Existenz einiger Bürger zumindest stark angekratzt. Besonders schlimm war es in der Fliederstraße, im Baugebiet „Waldsassener Straße Nord“. Dort standen die Anwesen der Familien Reiter und Flügel unter Wasser.
Bis zu 75 Zentimeter Wasser stand in den Kellerräumen. „Bei uns ist die Heizung kaputt“, sagt Albert Patzina, Vater von Bianka Flügel.
„Die Heizöltanks sind geschwommen“, erklärt er und verweist auf das flächendeckende Wasser. Die aufgestellten Möbelstücke im Keller, die Elektrogeräte, alles kaputt. Das Wasser kam von einem benachbarten Feld, wo erst kürzlich Mais angesät wurde. „Wir hatten noch nie Wasser im Keller. Dass es gleich so schlimm würde, hätte ich auch nicht gedacht“, zeigt sich Patzina schockiert.

Rechtsanwalt einschalten

Fast noch schlimmer hat es Familie Reiter gleich nebenan erwischt. Die Möbelstücke aus dem Keller sind im Garten aufgestellt. Auch der Garten ist teilweise komplett verwüstet. Thomas Reiter schimpft. Schon seit vielen Jahren fordert er Maßnahmen für den Wasserschutz. Doch passiert sei nichts. Er wolle jetzt einen Rechtsanwalt einschalten.
Als Gründe neben dem Maisanbau nennen beide Familien, dass die Wassergräben zugewachsen waren. Freilich bleibe es dahingestellt, ob die Gräben die ungeheuren Wassermassen in so kurzer Zeit hätten abtransportieren können.
Bauhofleiter Alfons Haberkorn spricht von höherer Gewalt. Bis um 1.30 Uhr in der Nacht waren der Bauhof und die Feuerwehren im Einsatz. Am Tag darauf versuchten die Gemeindearbeiter die ersten größeren Schäden zu beseitigen. Mit einem Bagger machen sie die Wassergräben wieder frei. Zudem reinigen sie die Straßen.
Für Haberkorn ist klar, dass das Unwetter viel schlimmer war als im vergangenen Jahr. Er berichtet von einem Mann, der mit der Feuerwehr im Einsatz war, obwohl sein Haus zuhause förmlich absoff.

Schafferhof wieder betroffen

Erneut in Not kam die Baustelle des Schafferhofs. Das Erdgeschoss stand unter Wasser, der Großteil der Fläche war von den Wassermassen umspült. Eine Herausforderung stellt der Starkregen auch für die Feuerwehren dar. Wie Jürgen Meyer, Pressesprecher der Integrierten Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz erklärt, waren bis zu 80 Einsatzkräfte bis gegen 1.30 Uhr im Einsatz. Die Wehren hatten rund 30 Einsätze in Konnersreuth zu bewältigen.

Info:

Bürgermeister: "Was sollen wir denn noch tun?“

Bürgermeister Max Bindl hatte sich am Mittwochabend selber ein Bild von der Lage gemacht. „Ich war bis 1 Uhr nachts mit draußen, anschließend war an Schlaf nicht mehr zu denken“, sagt er am Donnerstagmittag am Telefon. „Gegen solche Starkregenereignisse ist kein Kraut gewachsen. Nur wenige Kilometer weiter fielen nur ein paar Tropfen Wasser zur Erde“, stellt Bindl betroffen fest.
Gleichzeitig betont der Rathauschef, dass der Markt alles menschenmögliche im Vorfeld gemacht habe, die Bewohner im Baugebiet „Waldsassener Straße Nord“ zu schützen. „Wir putzen dort regelmäßig die Gräben und die Ablaufstellen aus. Zudem haben wir die Straße aufgeschottert. Was sollen wir denn noch tun?“.
Auffallend ist aber, dass hauptsächlich dort die Wassermassen in die Häuser eindrangen, wo Maifelder angesät sind. „Ich kann den Bauern nicht verbieten, was sie ansäen“, erklärt Bindl, als er mit dieser Frage konfrontiert wird. Der Bürgermeister hofft, dass die Geschädigten eine Versicherung haben, damit wenigstens die finanziellen Folgen etwas abgemildert würden. Ansonsten sichere er die Unterstützung der Gemeinde im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu.

Schlamm und Dreck auf der Straße, rechts die Baustelle Schafferhof.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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