13.01.2020 - 13:25 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Jeder Konnersreuther soll Botschafter sein

Mehr Eigenwerbung und eine bessere Selbstwahrnehmung wünscht sich Bürgermeister Max Bindl von den Konnersreuthern. Das und noch viel mehr brachte er in seiner Rede beim Neujahrsempfang in Fockenfeld zum Ausdruck.

Der Männergesangverein Konnersreuth unter der Leitung von Josef Rosner umrahmte den Neujahrsempfang.
von Josef RosnerProfil

"Lassen Sie uns gemeinsam mit Vertrauen in die Kräfte in unserer Heimatgemeinde auch 2020 Botschafter für Konnersreuth sein", betonte Max Bindl. "Daher mein Vorschlag: dem eigenen Lebensgefühl Ausdruck verleihen." Anstelle von "gar nicht so schlecht" sollten vor Ort Begriffe wie "richtig gut", "klasse" oder sogar "super" etabliert werden. "Da haben wir noch Luft nach oben", so Bindl über Eigenwerbung und Selbstwahrnehmung der Konnersreuther.

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang im Festsaal des Schlosses Fockenfeld vom Männergesangverein Konnersreuth unter der Leitung Josef Rosner. "Der Männerchor ist mit seinen 122 Jahren jung geblieben", kommentierte Max Bindl, der sich über die große Gästezahl freute. Zum Empfang waren Vertreter fast aller Vereine und Institutionen gekommen, zudem Vertreter von Behörden und Banken.

Der Bürgermeister freute sich im ersten Teil seiner Rede, dass die Bereitschaft zur Hilfe am Nächsten wachse. "Es ist nicht zu übersehen, dass Solidarität und Verantwortungsbereitschaft keine Fremdworte in unserer Gesellschaft sind." Sein Dank und sein Respekt galt all jenen, die den Zusammenhalt stärken und sich dafür einsetzen. Er nannte hier Vereine, Organisationen, Kirchen, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindergärten. "Sie alle tragen zu einem lebendigen Miteinander bei, ohne das eine Gesellschaft nicht auskommt." Max Bindl verwies auf seinen für heuer gewählten Leitsatz: "Miteinander gestalten, wie wir in Konnersreuth in Zukunft leben wollen." Gerade Breite und Vielfalt der Gesellschaft seien die Basis und der Motor für Entscheidungen.

Projekt über die nächsten Jahre

Im Rückblick auf 2019 nannte Bindl die Nachwirkungen der Starkregenereignisse von 2018, die energetische Sanierung der Sporthalle, den Ausbau des Informations- und Begegnungszentrums im Schafferhof sowie die Verbesserung der Infrastruktur. Die Weiterentwicklung des Ortskerns in Verbindung mit dem Integrierten Städtischen Entwicklungskonzept (Isek) werde Konnersreuth in den nächsten Jahren begleiten.

Weiter beschäftigen würden die Marktgemeinde der Neubau des Ostbayernrings und der Bau der Gleichstromtrasse, so Bindl. Die Planungen hätten zu einer starken Polarisierung in der Bevölkerung geführt. Wichtig bleibe unverändert das Thema Barrierefreiheit. Im Rahmen des Integrierten Städtischen Entwicklungskonzepts sollen Ansätze entwickelt werden, um Barrieren weitestgehend abzubauen.

Positiv wertete Bindl aktuelle Zahlen: So wohnen in der Marktgemeinde 753 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer, es gibt 330 Einpendler und 632 Auspendler. In Konnersreuth sind 40 Firmen ansässig, die Arbeitslosenzahl liege bei nur zwei Prozent. 12 Kinder wurden 2019 geboren, die Pro-Kopf-Verschuldung liege bei 531 Euro. Ziel sei es, mit der stetigen Weiterentwicklung des Ortes die Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern. Das solle auch helfen, dass Neubürger nach Konnersreuth kommen. Energetische Sanierungsmaßnahmen seien Voraussetzungen für den Erhalt des Zentrums für Bildung und Soziales (ZBS), der Sporthalle und der Grundschule gewesen.

Besondere Aufmerksamkeit

Mit dem Zweckverband Ikom Stiftland und dem Amt für Ländliche Entwicklung sei eine Machbarkeitsstudie für Fockenfeld auf den Weg gebracht worden. Wichtige Themen in diesem Jahr sind laut Bindl die Eröffnung des Informations- und Begegnungszentrums im Schafferhof Konnersreuth, die energetische Sanierung des Rathauses, die Umgestaltung der Friedhofstraße, Niederschlagskonzepte für Rosenbühl und Höflas sowie Regenrückhaltemaßnahmen im Bereich Konnersreuth Ost. Eine besondere Aufmerksamkeit wolle man dem Bildungsstandort mit Kinderhaus, Grundschule, Nachmittagsbetreuung und den dazugehörenden Infrastruktureinrichtungen widmen. "Denn Familien sind die Urzellen unseres demokratischen Zusammenlebens, gerade hier müssen wir ein lebens- und liebenswertes Umfeld schaffen", betonte Bindl.

Mehr Arbeitsplätze als je zuvor

Die Grüße des Landkreises überbrachte Landrat-Stellvertreter Roland Grillmeier, der auch von einer aktuellen Umfrage berichtete, wonach das Leben in Bayern am schönsten sei. Sein Dank galt ganz besonders den Unternehmen, die zu ihrem Ort und ihrer Heimat stünden. Weiter stellte er das Erreichte heraus, das durchaus noch mehr Anerkennung finden sollte. Im Landkreis Tirschenreuth gebe es aktuell über 26000 Arbeitsplätze, so viele wie nie zuvor. Er zeigte sich überzeugt: "Das kommende Jahrzehnt wird unser Jahrzehnt." Denn der Landkreis sei eine Aufsteiger-Region. Zum Schluss betonte Grillmeier: "Konnersreuth, Mitterteich und Waldsassen stehen zusammen. Wir wollen, dass Fockenfeld weiter mit Leben erfüllt wird. Packen wir's an."

Zahlreiche Gäste waren zum Neujahrsempfang der Marktgemeinde Konnersreuth in den Festsaal des Schlosses Fockenfeld gekommen.
Im Blickpunkt:

Konnersreuth 2019 reichlich beschenkt

"Das Leben lebt von Überraschungen", sagte Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr in seinem Grußwort. "Wenn ich ein Geschenk bekomme und nicht weiß, was es ist, freue ich mich mehr als andersrum." Der Geistliche betonte, dass Konnersreuth 2019 reichlich beschenkt worden sei. "Wir hatten viele Besucher in unserer Pfarr- und Marktgemeinde." Die Menschen schöpften aus einem Besuch in Konnersreuth Kraft für ihr Leben und den Alltag. "2020 bringt viele Veränderungen. Unsere Spätberufenenschule schließt im Sommer und die Sanierungsarbeiten am Resl-Haus sollen beginnen." Im Mittelpunkt des kirchlichen Jahres solle aber der 150. Geburtstag von Pfarrer Joseph Naber stehen: "Er hat viele wertvolle Spuren im Leben unserer Pfarr- und Marktgemeinde hinterlassen."

Bürgermeister Max Bindl rief die Konnersreuther zu mehr Selbstbewusstsein auf.
Bürgermeister Max Bindl rief die Konnersreuther zu mehr Selbstbewusstsein auf.
Nach dem offiziellen Teil gab es im Schlossfoyer die Möglichkeit zu Gesprächen.
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