Schon zum achten Mal in Folge war der Gasthof Schiml Schauplatz des traditionellen Ehrennachmittags von Verdi Stiftland. Die Auszeichnung von treuen Mitgliedern für bis zu 70-jährige Treue (siehe Infokasten) und ein abschließendes gemeinsames Abendessen bildeten den Höhepunkt der Versammlung. Musikalisch umrahmte die Ehrung Karl Gleißner.
Bürgermeister Max Bindl hatte genau nachgerechnet: "Heute werden insgesamt 1030 Jahre geehrt." Er zollte den Verdi-Jubilaren seinen Respekt. Bindl, seit 2002 freigestellter Personalratsvorsitzender am Landratsamt, sagte, er kenne die Sorgen und Nöte der Gewerkschaften. Den Jubilaren zollte er seinen Respekt. Die Glückwünsche des Verdi-Bezirksverbandes überbrachte Verena Gleißner. Sie stellte den Zusammenhalt der Verdi-Mitglieder heraus. "Ohne euch wäre Gewerkschaftsarbeit nicht möglich".
Auch Verdi-Ortsvereinsvorsitzender Fritz Rüth machte deutlich, dass solidarisches Handeln wichtiger denn je sei und dankte den Jubilaren für ihre Treue zur Gewerkschaft.
Die Glückwünsche der Bezirksgeschäftsstelle überbrachte Manuela Dietz. Sie nannte die Gewerkschaften einen wichtigen Teil einer funktionierenden Demokratie. Sie bedauerte allerdings, dass die Solidarität unter den Arbeitnehmern immer weniger werde, dafür würden die Angriffe auf Tarifverträge aber immer mehr. Dietz freute sich, dass Verdi heuer einen sehr gute Tarifvereinbarung erreicht habe. Bezugnehmend auf die Region kündigte sie harte Auseinandersetzungen an, vor allem wegen der geplanten Auslagerung von Arbeitskräften der Kliniken AG. "Damit wir etwas erreichen, braucht es Mitglieder wie Sie", dankte sie den Jubilaren.
Auch DGB-Kreisvorsitzender Klaus Schuster rief die Arbeitnehmer zu einem höheren Organisationsgrad auf: "Nur wenn viele Mitglied sind, lässt sich auch etwas erreichen." Kritik übte er an der Kommunalpolitik, die in Sachen Krankenhaus vieles "versaubeutelt" habe. DGB-Regionssekretär Peter Hofmann verwies darauf, dass die Gewerkschaft in Konnersreuth schon viele erfolgreiche Ideen geboren habe. Verdi bezeichnete er als einen Aktivposten in der gewerkschaftlichen Arbeit, ehe er abschließend zur Teilnahme an den Europawahlen aufrief.
Die Festrede hielt Manfred Haberzeth. "Schließen wir uns zusammen und handeln wir gemeinsam", meinte er. Obwohl der Organisationsgrad im Zuständigkeitsbereich von Verdi rund ein Drittel der Beschäftigten umfasse, würden mehr als zwei Drittel von deren Ergebnissen profitieren, sagte Haberzeth. Er wünschte sich deshalb mehr Solidarität unter den Arbeitnehmern. Er bekundete seinen Respekt für Schüler, die für eine bessere Zukunft kämpfen. "Eine lebendige Demokratie bedarf der sichtbaren und persönlichen Vertretung. Die Wahrnehmung von Grundrechten gelingt nicht über Likes, sondern nur durch persönlichen Einsatz." Leider nutzten Arbeitgeber die schwächer werdende Tarifbindung für ihre Zwecke wie Lohndumping. Mit Ausgliederungen zwängen sie die Menschen in prekäre Arbeitsverhältnisse. "Glauben die denn wirklich, dass eine Reinigungskraft, die ausgegliedert ist, das Defizit der Kliniken AG senkt? Da werden immer mehr Berater eingestellt, die den Beschäftigten sagen, wie sie zu arbeiten haben. So etwas machen wir nicht mit."
Weiter erinnerte Haberzeth daran, dass die Mitarbeiter durch Lohnkürzungen einen Anteil von 13 Millionen Euro am Erhalt der Kliniken AG leisteten. "Was da jetzt passiert, sind die Auswirkungen der Privatisierungswelle. Waldsassen war früher das am besten organisierte Krankenhaus mit einem Organisationsgrad von 60 Prozent. Was erreicht wird, wenn sich die Politik einmischt, sehen wir jetzt." Haberzeth wusste aus vielen Gesprächen in Betrieben, dass die Arbeitnehmer mehr und mehr unzufrieden seien. "Es kann doch nicht sein, dass das Personal reduziert wird, während die Zahl der Berater immens ausgebaut wird. Da läuft doch etwas schief."
Bis zu 70 Jahren Mitglied
Seit 70 Jahren Mitglied ist Heinrich Karl Mitglied in der Gewerkschaft. Seit 65 Jahren dabei sind Hermann, Johann, Frank und Hans Müller Mitglied. 60 Jahre bei Verdi sind Walter Funk, Heinz Möhwald und Johannes Schlicht. 50 Jahre dabei sind Josef und Peter Vogl.
Für 40 Jahre geehrt wurden Angela Fendl, Ingrid Schatzberger, Hubert Brunner, Albert Kraus und Alfons Schnurrer. 25 Jahre dabei sind Erika Dekrell, Andrea Drexler, Michaela Helm, Elisabeth König, Annemarie Krämer, Karin Krenkel, Ingrid Meier, Carmen Roose, Dagmar Ruhle, Brigitte Seitz, Franz Heider, Klaus Kolb, Thomas Schön und Peter Zimmert. Mit einem gemeinsamen Abendessen endete die Jubilarehrung. (jr)













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