29.07.2019 - 15:59 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Das Land nicht abhängen

„Reden wir über…“, unter dieser DGB-Kampagne stand das jüngste Treffen von Verdi-Stiftland in Konnersreuth. Dabei drehte sich alles um den Vergleich von Land und Stadt.

Zu einer Diskussion trafen sich Verdi-Stiftland und die Verdi-Senioren bei „Hofner-Zoigl“ in Konnersreuth. Dabei waren Verdi-Stiftland-Ortsvorsitzender Fritz Rüth (Fünfter von links) und Verdi-Senioren-Bezirksvorsitzender Fritz Haberzeth (links).
von Josef RosnerProfil

Ziel der neuen DGB-Kampagne ist es, den wichtigen gesellschaftspolitischen Diskussionen neuen Schwung zu verleihen. Auf dessen Grundlage treffen sich der Verdi-Ortsverein und die Verdi-Senioren zweimal jährlich zu einer intensiven Diskussion. „Driften Stadt und Land immer weiter auseinander?“, war eine der heiß diskutierten Fragen beim "Hofner-Zoigl".

Das Beispiel der stationären Versorgung mit der Schließung des Waldsassener Krankenhauses ist noch lange nicht verarbeitet. Verdi ist der Meinung, dass gerade die demografische Entwicklung nach mehr Vorsorgeeinheiten in Wohnortnähe verlangt, als diese zu schließen. Verdi-Ortsvereinsvorsitzender Fritz Rüth, der die Diskussionen leitete, unterstützte diese Forderung.

Auch rückte das Thema Umweltschutz und die damit verbundenen Konsequenzen in den Mittelpunkt. Die Teilnehmer waren der Ansicht, dass sich die Ballungsräume leichter tun, als die Menschen in der Fläche. In dichten Verkehrsräumen fahre der Öffentliche Personennahverkehr Tag und Nacht, "während die ländlichen Gebiete in die Röhre gucken". Eine Gleichbehandlung der einzelnen Landesteile sei nicht gegeben. Die Teilnehmer waren sich aber einig, dass ein "Weiter so" auf diesem Gebiet nicht möglich sei. Denn „wer die Zukunft der Enkelkinder im Blick hat, der muss Veränderungen auch im eigenen Verhalten akzeptieren“. Die sich abzeichnenden technischen Möglichkeiten würden auch in diesem Bereich Chancen bieten. Allerdings dürfte der ländliche Raum nicht auf der Strecke bleibt.

Verdi-Senioren-Bezirksvorsitzender Nord, Manfred Haberzeth, brachte die Tarifbindung ins Spiel und forderte die öffentlichen Einrichtungen auf, hier mit gutem Beispiel voran zu gehen. „Schon lange warten wir darauf, dass der Freistaat Bayern endlich den anderen Bundesländern folgt und ein Tariftreuegesetz beschließt“, sagte Haberzeth. Komme dieses nicht, müssten kommunale Auftraggeber bei Auftragsvergaben immer den Billigsten akzeptieren. Bei näherer Betrachtung zeige sich dann zumeist, "dass diese Angebote von Lohndumping leben".

Besonderer Augenmerk sollte auf die Einhaltung des Mindestlohns gelegt werden. Haberzeth machte deutlich, dass seit heuer keine Ausnahmen mehr gelten. Über die Aufzeichnungspflicht von Arbeitszeiten würden zudem die Umgehungsmöglichkeiten stark beschränkt. Nach dieser eingehenden Diskussion hatten sich die Teilnehmer eine Brotzeit und Zoiglbier verdient.

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