01.08.2018 - 14:40 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Schutz für den Schafferhof

Zweimal stand der Schafferhof nach den schweren Unwettern im Mai unter Wasser. Die Folgen und mögliche Schutzmaßnahmen sind jetzt ein Thema im Marktgemeinderat.

Komplett eingerüstet präsentiert sich aktuell der Schafferhof. Der Außenputz im unteren Bereich wurde komplett abgeschlagen. Im hinteren Bereich des Obergeschosses entsteht der neue Sitzungssaal.
von Josef RosnerProfil

(jr) "Durch das Hochwasser wurden wir bei den Arbeiten um rund drei Wochen zurückgeworfen, aber wir haben schon wieder ordentlich aufgeholt", informierte Architekt Gerhard Plaß in der jüngsten Sitzung. Ziel ist es, das komplette Anwesen noch heuer winterdicht zu bekommen, damit in den kalten Monaten mit den Innenausbauarbeiten begonnen werden kann.

"Wasserstopper"

Auf die Frage von Uwe Rosner (CSU), wie der Schafferhof gegen eindringendes Hochwasser geschützt werden könnte, nannte Architekt Plaß mehrere Maßnahmen. So werde die Gartenmauer erhöht, außerdem soll ein entsprechendes Gefälle eingebaut werden. Am Haupteingangstor, das offen gehalten werden soll, soll es eine Art "Wasserstopper" geben, der automatisch hochgefahren werden kann. "Absoluten Vorrang hat aber, dass das Wasser in der Flur verbleibt", so Plaß. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass das Wasser überhaupt ins Ortsinnere kommt. Alfons Haberkorn (CSU) schloss sich dem an. Das Wasser dürfe keinesfalls ins Hofinnere eindringen, sonst drohten große Probleme.

Edgar Wenisch (SPD) sprach von rund 1000 Kubikmetern Wasser, die ins Innere des Schafferhofs geflossen seien. "Wenn das Wasser da nicht mehr eindringen kann, werden es wohl die Nachbarn abbekommen", meinte Wenisch. Benachbarte Anwesen dürften keinesfalls darunter leiden, wenn der Schafferhof gesichert werde. Eigentlich, so Wenisch, könne das Wasser dann nur über die Fläche bei der Raiffeisenbank abgeleitet werden. Uwe Rosner riet, nochmals mit den Anliegern zu sprechen. Gerhard Plaß machte daraufhin deutlich, dass Hauseigentümer zunächst einmal selbst für den Hochwasserschutz ihrer Gebäude verantwortlich seien. Voraussetzung sei natürlich ein Gesamtkonzept. Einig war man sich in der Runde, dass es eine der Hauptaufgaben bei dem Projekt sei, den Schafferhof und die Nachbargebäude trocken zu halten. Gespräche mit Betroffenen und Behörden dazu liefen, wie es hieß.

Architekt Plaß untermauerte seinen Vortrag über den Baufortschritt mit einer Vielzahl an Bildern. Derzeit ist der Schafferhof komplett eingerüstet, der Außenputz wurde im unteren Bereich komplett abgeschlagen. Im oberen Bereich wurde der Kalkputz nicht entfernt, weil er sich noch in gutem Zustand befinde. Die Scheune wird nahezu komplett abgetragen, das Tragwerk der Remise wird größtenteils mit neuem Gebälk ersetzt. "All diese Arbeiten geschehen in enger Absprache mit dem Denkmalschutz", betonte Plaß.

Weltkriegs-Spuren

Gefunden wurden in der Remise Granateinschläge aus dem Zweiten Weltkrieg, an dessen Ende Konnersreuth stark unter Beschuss war. Die Splitter wurden gesichert und sollen später auch als Dokumentationsmaterial gezeigt werden. Entdeckt wurde weiter ein elf Meter tiefer Brunnen, der in jedem Fall gesichert werden soll. Die Remise ist größtenteils zimmermannsmäßig instandgesetzt, spätestens Anfang Oktober soll Schiefer auf das Dach kommen. Das Wohn- und Stallhaus sei am meisten vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen worden. Mittlerweile habe man im Erdgeschoss Glasschaumschotter eingebaut, darauf wurde Magerbeton gegossen. "Schon jetzt ist die Großzügigkeit des künftigen Empfangssaals mit den Säulen erkennbar", sagte Plaß. Der Bau der geplanten Fernwärmeleitung werde mit einer teilweisen Sperrung der Ortsdurchfahrt einhergehen. Der Dachstuhl im Wohn- und Stallhaus soll im September erneuert werden, im Oktober kommen die Fenster rein. Bürgermeister Max Bindl freute sich: "Es hat sich auf der Baustelle vieles bewegt." Andreas Malzer (CSU) sah in der Zusammenarbeit mit den Denkmalschutz viel Gutes: "Das hat sich bewährt", sagte Malzer. Architekt Plaß verwies darauf, dass Mitarbeiter des Denkmalschutzes oft unangemeldet vor Ort auftauchten. "Bisher konnten wir für alles einvernehmliche Lösungen finden", so Plaß.

Mit dem aktuellen Stand zeigte sich das Gremium zufrieden. Trotz der Hochwasser sollen der Bauzeitenplan und die Kosten im Rahmen bleiben, wie es hieß.

So sieht es derzeit im Innenhof des Anwesens aus.

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