13.03.2019 - 13:31 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Süd-Ost-Link elektrisiert Konnersreuther Sportvereine

Die Sportanlagen des TSV und des EC Konnersreuth befinden sich im Korridor für die geplante Stromtrasse des Süd-Ost-Links. Beide Vereine rufen zum Widerstand auf.

TSV-Vorsitzender Maximilian Siller (rechts) und Eisclub-Vorsitzender Otto Gradl zeigen auf das TSV-Sportgelände und das angrenzende Gelände des EC Konnersreuth. Ab dem TSV-Sportheim beginnt der rund 1000 Meter breite Korridor, in dessen Bereich einmal der laut Tennet rund 15 Meter breite Süd-Ost-Link unterirdisch verlegt werden soll.
von Josef RosnerProfil

Da staunte so manches TSV-Mitglied, als Vorsitzender Maximilian Siller in der Jahreshauptversammlung darauf hinwies, dass die TSV-Sportanlagen, die Eisstockanlage des EC Konnersreuth, der gemeindliche Bauhof, die Kläranlage, die anschließende Schrebergartenanlage und das dort angrenzende Waldgebiet im rund 1000 Meter breiten Vorzugskorridor für den Süd-Ost-Link liegen.

Innerhalb dieses Korridors soll später einmal die unterirdische Stromleitung verlaufen. Das Unternehmen Tennet erklärt immer, dass die Trasse, auf der einmal Stromkabel unter der Erde verlegt werden sollen, rund 15 Meter breit sei. Siller bestätigte auf NT-Nachfrage, dass er von dem Korridor-Verlauf erst am Freitagabend erfahren habe. Ein Anwohner aus Rosenbühl, der einst beim TSV recht erfolgreich dem runden Leder hinterherjagte, habe ihn informiert.

Klar, dass die Vorstandsmitglieder des TSV sehr überrascht waren. Laut dem Vorsitzenden sieht die Firma Tennet "in diesem Bereich kein Konfliktpotenzial".

Betroffen davon ist auch der EC Konnersreuth mit seiner schmucken Sportanlage. Vorsitzender Otto Gradl weiß erst seit Sonntag von den Plänen. Er und Siller sind sich einig, dass sie "Widerspruch einlegen". Dazu rufen sie auch ihre Mitglieder und alle Konnersreuther auf (Infokasten).

Die Oberpfalz-Medien haben auch Bürgermeister Max Bindl zu einer Stellungnahme aufgefordert. Im Auftrag des Rathauschefs teilte Sachbearbeiter Thorsten Malikowski schriftlich mit, dass der Korridor des Süd-Ost-Links zwar über die gemeindeeigenen Grundstücke gehe, nach Ansicht der Kommune die potentielle Trasse aber unterhalb der Schrebergartenanlage und Holzplätze verlaufe. Obwohl die Sportanlagen beider Vereine im Korridor liegen, sollen sie vom Trassenverlauf nicht betroffen sein.

Der Ostbayernring, der ebenfalls in diesem Raum verläuft, solle noch weiter gen Süden rücken und kein gemeindliches Grundstück mehr betreffen. Dies bedeute aber auch, dass dann dort umfangreiche Rodungsarbeiten vorgenommen werden müssen. "Die Marktgemeinde Konnersreuth wird also durch beide Stromtrassen tangiert, dies ist das Ergebnis erster Planungsarbeit."

Hintergrund:

Einwendungen an Bundesnetzagentur

Oberregierungsrätin Regina Kestel weist darauf hin, dass es sich nicht um einen Widerspruch handelt, sondern um eine Einwendung im Bundes­fachplanungs­verfahren. "Diese ist nicht an das Landratsamt zu richten." Zuständig ist die Bundesnetzagentur. Diese Behörde nimmt die Einwendungen per Online-Formular (www.netzausbau.de/_tools/Stellungnahmen/beteiligung5-c/node.html) oder schriftlich (Bundesnetzagentur, Referat 803, Postfach 8001, 53 105 Bonn) bis spätestens 12. April entgegen. Weitere Infos: www.netzausbau.de (rti)

Diese Bild entstand unterhalb der Schrebergartenanlage und der Holzplätze.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.