Konnersreuth
20.08.2024 - 12:26 Uhr
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Theologe Wolfgang Vogl verteidigt Nahrungslosigkeit der Konnersreuther Resl

Professor Wolfgang Vogl zeigte sich beim Resl-Gebetstag in Konnersreuth von der Nahrungslosigkeit der Therese Neumann zutiefst überzeugt. Andere Thesen seien eine Zumutung und eine intellektuelle Beleidigung für jeden gläubigen Christen.

Schon seit Jahren ist die Nahrungslosigkeit der Konnersreuther Resl ein Thema, über das auch Oberpfalz-Medien ausführlich berichtet. Der aktuelle Grund ist das 2022 erschienene und im vergangenen Jahr neu aufgelegte Buch „Lady Abbess“ von Gräfin Gerlinde von Westphalen über Äbtissin Benedicta von Spiegel, wo dargestellt wird, dass angeblich die Äbtissin die Nahrungslosigkeit der Resl anzweifelt. Dabei zählte die Äbtissin zu den engsten Freundinnen der Resl.

Professor Dr. Wolfgang Vogl nahm sich am Samstag beim Resl-Gebetstag in seiner Predigt in der Konnersreuther Pfarrkirche dieser Thematik eingehend an. Er war von 2005 bis 2013 Pfarrer in Konnersreuth und lehrt heute an der Universität in Augsburg Theologe des geistlichen Lebens.

Unter Verleumdung gelitten

Vogl erinnerte daran, dass Äbtissin Benedicta von Spiegel (1874 bis 1950) sich große Verdienste um Eichstätt erworben habe. „Durch ihre Verhandlungen mit den Amerikanern hat sie wesentlich dazu beigetragen, dass Eichstätt vor Kriegszerstörungen verschont blieb.“ Von 1928 bis zu ihrem Tod im Jahr 1950 gehörte die Äbtissin zu den engsten Vertrauten der Resl. „Nun aber wird behauptet, die Äbtissin, Professor Dr. Franz-Xaver Wutz, Fritz Gerlich und Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII, hätten diesen Betrug gedeckt“, sagte Vogl.

Der Geistliche erläuterte ausführlich, warum die Resl bis zu ihrem Tod am 18. September 1962 über 36 Jahre lang ohne jedes Essen und Trinken gelebt habe. "Ihre einzige Nahrung war die heilige Kommunion, die sie täglich empfing, um ernährt zu sein und leben zu können“, so Vogl.

"Rettung der Sünder"

Er erinnerte an weitere Fälle der Nahrungslosigkeit, so bei Bruder Klaus von der Flüe, bei der Dominikanerin Katharina von Siena, bei den Stigmatisierten Lidwina von Schiedam und Magdalena Gornik sowie bei der 2005 seliggesprochenen Portugiesin Alexandrina Maria da Costa. „Wie die Resl bot auch die Portugiesin dem Heiland ihre Leiden für die Rettung der Sünder an und lebte die letzten 13 Jahre ihres Lebens ausschließlich von der heiligen Kommunion.“ Für Vogl war klar, dass die Resl seelisch unter der Nahrungslosigkeit und der Verleumdungen gelitten habe.

Für Professor Dr. Wolfgang Vogl ist vollständig klar, dass die Resl 36 Jahre lang nahrungslos gelebt und sich ausschließlich eucharistisch ernährt habe: "Dass die Resl 36 Jahre lang diese Nahrungslosigkeit vorgetäuscht hätte, ist für einen rational denkenden katholischen Christen eine absurde Zumutung und eine intellektuelle Beleidigung." Und weiter: "Denn dann würde von mir verlangt, anzunehmen, die Resl hätte 36 Jahre lang in der Todsünde gegen das Achte-Gebot als Lügnerin gelebt und damit hunderte Male ungültig gebeichtet." Für Vogl war abschließend klar, dass die Nahrungslosigkeit der Resl eindeutig bewiesen sei. Dabei stützte er sich auf viele eidesstattliche Erklärungen und viele medizinische Untersuchungen.

Berichte von Augenzeugen

Der Professor nahm sich nach dem Gebetstag Zeit für ein Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Als er 2005 zum Pfarrer von Konnersreuth bestellt wurde, habe er sich von Amtswegen mit Therese Neumann auseinandersetzen müssen. Fast täglich habe er mit Konnersreuther Pfarrangehörigen sprechen können, die Theres Neumann erlebt hatten "und deren Augenzeugenberichte mich überzeugt haben". Bei nicht wenigen habe ich für den Seligsprechungsprozess auch beeidete Zeugenaussagen aufgenommen.

Seine Einstellung zu Theres Neumann habe sich in den vergangenen Jahren immer mehr vertieft. "So hat sich mir die Einordnung der Resl in die spirituell-mystische Tradition der katholischen Kirche immer mehr erschlossen, beispielsweise in die Reihe der ausschließlich von der heiligen Kommunion lebenden stigmatisierten Frauen", erklärte der Pfarrer. Als Theologe habe er "nicht den geringsten Grund, am Kerngeschehen um die Resl in irgendeiner Weise zu zweifeln".

Zum laufenden Seligsprechungsprozess durfte er sich als vereidigtes Mitglied der Historischen Kommission wegen seiner Schweigepflicht nicht äußern. Nur so viel: "Wir befinden uns noch im Diözesanen Prozess." Dies bedeutet: Es läuft noch die Untersuchung auf Bistumsebene. Dabei werden alle Unterlagen und Dokumente zusammengetragen und erarbeitet.

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Hintergrund:

Zur Person: Therese Neumann

  • Geboren am 8. April 1898 in Konnersreuth.
  • Ab 1918 mehrere Krankheiten, wird zu Pflegefall, heilt bis 1925 komplett.
  • 1926 erste Vision, erste Stigmata und Beginn der Phase angeblicher Nahrungslosigkeit.
  • Am 18. September 1962 stirbt sie an einem Herzinfarkt.
  • 1972 veröffentlicht der Oberpfälzer Theologe Josef Hanauer sein Buch „Konnersreuth als Testfall“, in dem er die Geschichte der Resl anzweifelt; es folgen weitere kritische Bücher.
  • Am 13. Februar 2005 eröffnet der damalige Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller den Seligsprechungsprozess.
Info:

Zur Konnersreuther Resl

  • Geboren am 8. April 1898
  • Gestorben am 18. September 1962
  • Seit 5. Februar 2005 läuft der Seligsprechungsprozess
  • Jeden Monat an einem 18. wird um die baldige Seligsprechung gebetet
  • Gedenkstätten sind der Resl-Haus (derzeit wegen Sanierung geschlossen), der Friedhof, die Pfarrkirche, der Reslgarten und das Theres-Neumann-Museum im Schafferhof
Kommentare

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Christian Roth

Sehr geehrter Herr Professor, ich als evangelischer Christ fühle mich nichtbeleidigt.

20.08.2024
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