Konnersreuth
09.07.2026 - 12:30 Uhr

Tourismus und Kultur in Konnersreuth auf Wachstumskurs

Bald soll die Grenze von 10.000 Übernachtungen überschritten werden. Der Schafferhof bildet das touristische Zentrum. „Dass Besucher nach Konnersreuth kommen, sehen wir jeden Tag“, sagt Bürgermeister Andreas Malzer.

Die Marktgemeinde Konnersreuth ist touristisch auf dem Vormarsch, wie in der jüngsten Sitzung des Tourismus- und Kulturausschusses deutlich wurde. Im vergangenen Jahr zählte man 9.813 Übernachtungen. „Wir hoffen, bald die 10.000er-Grenze zu knacken“, sagte Michaela Günthner in ihrem Bericht. Das Theres-Neumann-Museum besuchten 3.940 Menschen, darunter 32 Busgruppen. Die weiteste Anreise hatten Pilger aus Portugal, ergänzte Melanie Wenisch vom Museum.

Bürgermeister Andreas Malzer freute sich zu Beginn, dass in Konnersreuth viel los ist. „Am vergangenen Wochenende war der Großparkplatz mal wieder überfüllt. Im Forsterhof fand eine Hochzeit statt, im Gasthof Schiml tagte der DGB-Bezirksverband, dazu noch viele private Veranstaltungen und Feiern in den Gasthäusern. Wir sind in Sachen Tourismus gut aufgestellt“, sagte Malzer. Abschließend meinte er: „Dass Besucher zu uns kommen, sehen wir nahezu jeden Tag.“

Melanie Wenisch gab einen umfassenden Überblick über das Museum. Die Veranstaltungen im Schafferhof wie Museumstag und Museumsnacht waren bestens besucht. Besonders gut kamen die Yogastunden während der Museumsnacht an. Im Museum nimmt die Archivierung viel Arbeit in Anspruch, vor allem weil immer wieder neue Objekte hinzukommen. Der Schafferhof arbeitet daran, das Signet „Bayern barrierefrei“ zu erhalten.

Neu im Museum ist der Museums-Guide, das Theres-Neumann-Museum zum Hören. Wenisch berichtete, dass von Juni 2025 bis Juni 2026 insgesamt 127 Veranstaltungen im Schafferhof stattfanden. „Wir begleiten die Veranstalter von der ersten Anfrage bis zum Veranstaltungstag“, sagte Wenisch. „Dabei empfehlen wir den Veranstaltern gerne unsere Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten und geben Tipps für Angebote vor Ort.“ Seit Anfang 2026 findet zudem jeden Dienstag Yoga im Ratssaal statt; Nina Meixner ist inzwischen fester Bestandteil des Wochenprogramms. Das Museumsteam ist auch aktiv bei regionalen Messen vertreten, wie der Hochzeitsmesse in Kemnath oder bei „20 Jahre Gartenschau“ auf dem ehemaligen Gartenschaugelände in Marktredwitz am Samstag, 11. Juli.

Michaela Günthner berichtete über die Tourist-Info, die ebenfalls im Schafferhof angesiedelt ist. Sie gaben zwei neue Postkarten heraus, die sie selbst gestaltet haben, da die Nachfrage danach sehr groß war. Neu sind auch Magnete fürs Museum und eine neue Ortskarte. Weiterhin in Arbeit ist ein neuer Rundwanderweg „Natur und Kultur“, der noch im September eröffnet werden soll. Die Wanderer passieren dabei viele Sehenswürdigkeiten rund um Therese Neumann sowie den Einzelhandel und die Gastronomie. Der Weg wird zu 80 Prozent aus Mitteln der Ikom Stiftland gefördert.

Seit Oktober 2025 bietet Richard Schiedeck Fahrradtouren an. Schiedeck ist ein vom ADFC zertifizierter Fahrradführer. Seitdem werden gemeinsame Fahrradtouren auch über die Grenzen hinweg angeboten. Neu ist zudem eine Fahrrad-Reparaturstation am Großparkplatz in der Nähe der öffentlichen Toilette. Diese können Radfahrer kostenlos nutzen. Die Kosten trugen zu 70 Prozent Leader und zu 30 Prozent der Markt. Eine neue Radkarte für Konnersreuth mit einer Übersicht aller Radwege wurde bereits in Auftrag gegeben. Im Oktober erscheint ein neuer Marco-Polo-Reiseführer für das Stiftland, in dem auch Konnersreuth stark vertreten sein wird. Die Rubrik „Diese Woche in Konnersreuth“ auf sozialen Medien, die auf Veranstaltungen hinweist, wird bestens angenommen.

Zuvor gab Sabrina Busch vom Landratsamt Einblicke in den Tourismus im Landkreis Tirschenreuth. Die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt sowie die Stadt Weiden bilden das Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald. Busch machte deutlich, dass im Tourismus in Regionen gedacht wird und nicht in Landkreisen. „Nur gemeinsam sind wir stark und können etwas erreichen“, sagte sie. Als Alleinstellungsmerkmal bezeichnete sie dabei das „Land mit 1000 Teichen“ im Stiftland. Im Oberpfälzer Wald wurden im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Übernachtungen gezählt, ein Drittel davon im Landkreis Tirschenreuth. „96 Prozent der Menschen wohnen gerne im Oberpfälzer Wald“, sagte sie abschließend.

Aurelia Haberkorn berichtete, dass der Pilger- und Tourismusverein Konnersreuth in diesem Jahr seit 20 Jahren besteht. Ihr Wunsch an die Gemeinde war eine eigene E-Ladestation für Autos: „Dies sagen mir Touristen immer wieder.“ Bürgermeister Andreas Malzer stimmte Haberkorn zu. Uwe Rosner, Vorsitzender des Fördervereins Schafferhof, berichtete von aktuell 123 Mitgliedern im Verein, davon arbeiten 25 ehrenamtlich im Museum mit. Der Verein ist in diesem Jahr beim Bürgerfest am Sonntag, 19. Juli, dabei, wenn sich der Schafferhof „italienisch“ verwandeln wird. Der Herbstmarkt des Vereins findet am 18. Oktober statt.

Wolfgang Pötzl wollte wissen, ob die Übernachtungszahlen nicht in Tourismus und Arbeit aufgeschlüsselt werden könnten und fragte nach dem Defizit für den Schafferhof. Bürgermeister Andreas Malzer will das Defizit nun genau aufschlüsseln, wobei die Bereiche Schafferhof und Tourist-Info getrennt werden müssen. „Ich glaube, wir kommen beim Museum mit einem Defizit von 20.000 Euro aus“, sagte Malzer. Uwe Rosner meinte dazu: „Wir müssen uns schon fragen, was uns unser Konnersreuth wert ist. Dass ein Museum einen Gewinn schreibt, wird es kaum irgendwo geben.“ Richard Schiedeck ergänzte: „Jeder, der in Konnersreuth übernachtet, egal ob aus beruflichen oder touristischen Gründen, sorgt für Wertschöpfung vor Ort“ und schätzte diese vorsichtig auf eine Million Euro im Jahr.

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