10.04.2019 - 13:41 Uhr
Kornthan bei WiesauOberpfalz

Kleine Wehr leistet Großes

Die Feuerwehr Voitenthan stellt unter den Brandschützern eine Besonderheit dar. Zuständig sind zwei Gemeinden. Zudem steht das Feuerwehrhaus nicht in Voitenthan, sondern wenige Kilometer östlich, unweit des Kornthaner Weihers.

Bei der Jahreshauptversammlung freuten sich aktive Feuerwehrleute über Ehrungen. Im Bild (von links) Vorsitzender und Kreisbrandmeister Florian Trießl, Robert Konrad, Michael Eichenseher, Jörg Trießl, Tobias Trießl, Thomas Höcht, Daniel Bächer, Kreisbrandinspektor Stefan Gleißner, Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz und der stellvertretende Bürgermeister Oskar Schuster aus Friedenfels.
von Werner RoblProfil

Der Gebietsreform war es zu „verdanken“, dass die kommunale Zuständigkeit seinerzeit auf Wiesau und Friedenfels verteilt wurde. Aus diesem Grund konnte Vorsitzender Florian Trießl Bürgermeister Toni Dutz aus Wiesau und den stellvertretenden Bürgermeister Oskar Schuster aus Friedenfels im Kornthaner Gerätehaus willkommen heißen. In der Jahreshauptversammlung erklärte das Bürgermeister-Duo übereinstimmend: „Wir sind stolz auf unsere gemeinsame Wehr." Dankbar für das Geleistete fügten Dutz und Schuster hinzu: „Wir sind auch weiterhin gerne bereit, euch in jeder Form zu unterstützen.“ Damit reagierten sie auf die Ankündigung der Aktiven, dass man sich zeitnah mit dem Gedanken Ersatz-Feuerwehrfahrzeug vertraut machen müsse. Konkret wurde über die Investition aber noch nicht gesprochen.

Die dörfliche Wehr ist ein nicht wegzudenkender Aktivposten in beiden Gemeinden. Untermauert wurde die Tatsache auch durch das Zahlenmaterial, das Kommandant Daniel Bächer vorlegte. Bächer sprach von einer deutlichen Erhöhung der Einsatzstunden von 250 auf nunmehr 369 gegenüber 2017. Er verwies auf insgesamt sechs Brandeinsätze – darunter auch der Abend, als man nach Wiesau gerufen wurde, weil der Rewe-Markt brannte – und elf technische Hilfeleistungen. Laut Bächer war man zudem auch bei der Großübung an der Bahnlinie Wiesau-Mitterteich, ebenso bei einem simulierten Brand in der Muckenthaler Dorfmitte gefordert.

Für den Fortbestand der Wehr habe man die Weichen bereits gestellt, betonte Bächer an anderer Stelle. In Zusammenarbeit mit den Wehren Wiesau und Leugas-Schönhaid wurde vor einigen Monaten die Kinderfeuerwehr „Wiesauer Löschdrachen“ aus der Taufe gehoben. „Das Angebot findet großen Anklang bei den Mädchen und Buben, die abwechselnd an den Gerätehäusern der Partnerwehren an die Feuerwehrarbeit herangeführt werden.“ Mit regelmäßigen Schulungen halte man sich auf dem neuesten Stand, erinnerte Kommandant Daniel Bächer an die modulare Truppausbildung in Fuchsmühl und an die Teilnahme zweier Feuerwehrkameraden bei Ausbilder- beziehungsweise Gruppenführer-Lehrgängen.

Ein beeindruckendes Beispiel der Einsatzbereitschaft sei zudem die Zahl der Besatzung, mit der man bei den regelmäßigen Einsätzen rechnen könne. Er betonte: „Wenn wir angefordert werden, rücken wir mit durchschnittlich zehn Mann aus.“ Diese Tatsache finde auch von anderer Seite große Anerkennung. „Das ist alles andere als selbstverständlich“, beleuchtete der Muckenthaler auch die immer mehr werdenden Sorgen bei der Alarmierung während des Tages, denen man dank der ländlichen Struktur noch trotzen könne. Freuen konnte sich der Kommandant über die aktuelle Verstärkung durch Marco Gleißner. Gleißner wurde während der Jahreshauptversammlung per Handschlag für den aktiven Dienst verpflichtet.

Unterstützt vom Vorsitzenden und Kreisbrandmeister Florian Trießl beleuchtete man auch das Vereinsleben mit all seinen Höhepunkten. Dazu gehören die beliebten und stets gut besuchten Feste an Christi Himmelfahrt und am Johannistag mit Sonnwendfeuer. Partnerschaften pflegt man nicht nur vor Ort und in der Region: „Einen Besuch statteten wir auch der befreundeten Feuerwehr in Neukirchen in Österreich ab“, ergänzte Vorsitzender Trießl, der an die vorjährige Fahrzeugsegnung am Fuß des Großvenedigers erinnerte. Ein positives Fazit zog Trießl zum mitgestalteten Ferienprogramm „Wasserrutsche“ der Ortsfeuerwehren.

Man arbeite eng mit den Kameraden aus Wiesau zusammen, ließ Nicolas Trießl in seinem Rechenschaftsbericht der bislang vierköpfigen Jugendfeuerwehr durchblicken. „Es bleibt mir nicht erspart, auf die immer noch bestehenden Nachwuchssorgen der Jugendfeuerwehr hinzuweisen“, bedauerte Trießl das Schrumpfen auf nunmehr drei Leute. Als Grund dafür nannte er den vollzogenen Übertritt Marco Gleißners in den aktiven Dienst.

Hintergrund:

Ehrungen

Für 25 Jahre aktiven Dienst wurden Christian Lang, Tobias Trießl, Jörg Trießl und Michael Eichenseher geehrt. Seit 20 Jahren unterstützt Thomas Höcht die Wehr.

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