23.08.2019 - 13:57 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Von Kreisen, Linien und einer Kult-Kiste

Kann man einen Kreis noch runder, eine schnörkellose Linie noch gerader machen? "Kann man", behauptet zumindest VW-Nutzfahrzeuge und fährt als Beweis den neuen Bulli vor.

Umfassend aufgefrischt hat VW Nutzfahrzeuge den Bulli. Der firmiert jetzt unter dem Label T6.1 und ist vollgepackt mit jeder Menge Elektronik.
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Der hatte nach gut fünf Jahren in der aktuell sechsten Generation eine kleine Auffrischung nötig. Weil aber schon nächstes Jahr der vollelektrische ID. Buzz anrollen soll und der legitime Nachfolger T7 ebenfalls auf seinen großen Auftritt wartet, firmiert der neue T6 mit dem im digitalen Zeitalter so beliebten Zusatz .1. Womit schon im Namen zum Ausdruck kommt, dass der kultige Kasten künftig mit reichlich Zutaten aus der Elektronik-Kiste unterwegs ist.

Weil es sträflich leichtsinnig wäre, die mit zwölf Millionen Einheiten verkaufte Ikone der Transporterwelt groß umzukrempeln, haben die Designer nur sehr behutsam Hand angelegt. Die Frontpartie ist ein bisschen moderner und markanter geworden, betont jetzt die Breite. So auf den ersten Augenschein ist der Neue also nicht gleich zu erkennen. Mehr verrät da schon ein Blick in den Innenraum mit der neu gestalteten Instrumententafel. Die wirkt jetzt nicht nur luftiger, zusätzliche Stau- undf Ablagefächer bringen auch mehr Alltagsnutzen.

Erstmals gibt es den Bulli auch - wie jüngst beim Passat eingeführt - mit einem volldigitalen Cockpit und der MIB3-Technologie, also dem Modularen Infotainment-Baukasten. So ist der T6.1 immer mit der Welt da draußen vernetzt, bietet reichlich Online-Dienste vom Notruf über die Diebstahlwarnung bis hin zu Fahrtenbuch und Fuhrparkmanagement.

Wichtigste Neuheit aber ist die elektromechanische Servolenkung. Die macht auch den Weg frei für eine Heerschar von Assistenzsystemen. Der Bulli hört jetzt aufs Wort, parkt selbstständig ein und aus, hält die Spur und greift bei zu starkem Seitenwind ein, hält automatisch Distanz zum Vordermann, blickt voraus und zurück, erkennt Verkehrszeichen, Fußgänger und Radfahrer und bremst denn auch, wenn es der Fahrer nicht tut.

Und wie fährt sich der Neue? Besser, direkter, leichter und dank rollwiderstandsärmerer Reifen auch deutlich komfortabler und leiser als die aktuelle Version. Im Herbst startet der T6.1 in seinen zweiten Frühling mit den vier Grundmodellen Multivan, Caravelle, Transporter und California und verschiedenen Ausstattungsstufen. Außerdem gibt es noch eine Sonderedition Cruise mit besonders feinen Zutaten. Zum Einsatz kommen vier Zweiliter-TDI-Motoren mit einer Leistungsbreite von 90 bis 199 PS. Sie erfüllen alle die Abgasnorm Euro 6d Temp-EAVP. Je nach Motorisierung können auch Allrad und 7-Gang-DSG geordert werden. Der 204 PS starke Benziner fiel wohl dem Flottenverbrauch zum Opfer, dafür kann der Transporter jetzt auch mit einem batterieelektrischen Antrieb (112 PS, 120 Kilometer Reichweite) bestellt werden. Weitere "grüne" Aggregate wie beispielsweise ein Erdgas-Motor sind derzeit nicht vorgesehen. Bei den Preisen hüllt sich VW Nutzfahrzeuge momentan noch etwas in Schweigen. Der Einstieg beim Kastenwagen wird um 22 990 Euro (netto) losgehen, beim Bus stehen mindestens 31 000 Euro in der Liste.

Völlig neugestaltet ist das Armaturenbrett, das nun auch das digitale Cockpit aufnehmen kann.
Bulli bleibt Bulli, auch in der sechsten Generation.
Die Zweifarb-Lackierungen sind beim T6 besonders beliebt.
In der Heckansicht fallen jetzt nur die neuen LED-Lichter auf.
Bis zu neun Personen finden im VW Bus platz.
Mit dem neuen Trailer-Assistenten wird das Rangieren zu einer leichten Übung.
Der Pritschenwagen kann richtig kräftig zuladen.
Auch als Fahrgestell mit Ladefläche macht der neue T6.1 eine gute Figur.
Teilautonomes Fahren ermöglicht der neue Parkassistent. Gas geben und bremsen muss der Pilot, alles andere erledigen die elektronischen Helferlein.
Die neue Front macht den Bulli noch etwas breiter.
Die Sonderedition Cruise mit besonders feiner Ausstattung begleitet die Markteinführung des neuen T6.1.
Neue Lackierungen bringen noch mehr Farbe in das Bulli-Programm.
Auch wenn der T7 schon auf seinen großen Auftritt wartet, das Facelift des aktuellen Modells hat dem Bulli gut getan.
Mit Allrad und 7-Gang-Direktschaltgetriebe sind die beiden stärkeren Motoren (150 bzw. 199 PS) zu kombinieren.

Noch mehr Bilder zum neuen VW Bulli

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