15.07.2018 - 09:59 Uhr
Kreuth bei RiedenOberpfalz

Feuerwehr Vilshofen bei G.O.N.D.: Auf dem Gartenstuhl alles im Griff

Die Feuerwehr Vilshofen ist mit Gartenstühlen beim G.O.N.D.-Festival. Sie hat den ruhigsten Platz. Zumindest akustisch. Denn ansonsten haben die Männer fünf Tage gut zu tun. Navi-Irrfahrten sind dabei das kleinste Problem.

Kurz mal nach dem Rechten sehen. Vilshofens Feuerwehrkommandant Thomas Appel (im Auto) schaut an der Schleuse auf der Verbindungsstraße zwischen Rieden und Kreuth vorbei. Rudi Beck (rechts) und Johnatan Kaiser halten dort die Stellung.
von Andreas Brückmann (brü)Profil

(brü) Das Deutschrock-Festival mit Tausenden von Besuchern dauert drei Tage. Die knapp 50 Feuerwehrleute aus Rieden und Vilshofen müssen schon vorher ran: Für sie bedeutet G.O.N.D. fünf Tage Dauereinsatz. Von Mittwochabend bis zum späten Sonntagnachmittag übernehmen sie neben den üblichen Brandschutzaufgaben auch die Regelung des Verkehrs, agieren als Parkplatzeinweiser. Dabei besetzen sie einen Posten, bei dem es scheint, als wäre er der langweiligste Arbeitsplatz der gesamten Veranstaltung. Eine Frage der Perspektive.

Durchfahrt verboten

Der Platz der Feuerwehr ist der an der Rettungswegschleuse, auf der Verbindungsstraße zwischen Rieden und Kreuth. Fernab allen Festivalgetöses gilt es, an der Kreuzung der Taubenbacher Straße im Westen von Rieden das strikte Durchfahrtsverbot für private Autos sicherzustellen: Der Rettungsweg zum Festivalgelände muss für Berechtigte freigehalten werden. Jeweils zwei Aktive der Feuerwehr Vilshofen sorgen im 24-Stunden-Schichtbetrieb dafür, dass keiner ohne Berechtigungsschein auf diesem viel kürzeren Weg als dem über die Staatsstraße 2165 nach Kreuth kommt.

Vilshofens Kommandant Thomas Appel erklärt: "Der Weg ist nur für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge der Behörden freigegeben." Doch die Einheimischen würden da teilweise sehr erfinderisch. "Irgendwie wollen die immer da durch. Das ganze Jahr interessiert sich für Kreuth fast keiner, aber an den drei Tagen hat Kreuth gefühlte 500 Einwohner."

Denn neben Einsatz- und Behördenfahrzeugen kommen natürlich auch die Anwohner auf der schmalen Straße zu ihren Häusern. "Probleme mit Auswärtigen haben wir nie, obwohl sämtlich Navis den Weg nach Kreuth über diese Zufahrtsstraße weisen", kommentiert Appel lächelnd die Tücken der moderne Verkehrsleittechnik: "Denen sagen wir halt, hier ist Stop, zurück und da geht's lang - oder gebt im Navi einfach nicht kürzeste Strecke ein."

Idylle abseits des Trubels

Am Samstagnachmittag sind Jonathan Kaiser und Rudi Beck für die Absicherung der Sperrung verantwortlich. Gerade hat es einen kleinen Schauer gegeben, die beiden sitzen im Trockenen vor ihrer Wachhütte. "Willkommen, am ruhigsten Platz", grüßt Beck. Der ehemalige Vilshofener Kommandant hat ein breites Grinsen im Gesicht. Er weiß seinen Einsatzplatz sehr zu schätzen: "Das ist die Position für die Feuerwehrvorruheständler." Denn auf Klappstühlen sitzend hat man einen schönen Ausblick über das Vilstal und über Rieden: "Hier bekommst du die schönsten Sonnenauf- und -untergänge geboten, das hat schon was. Sehr idyllisch."

Es sei denn, es regnet wie gerade eben. Dann ist Zeit für eine der vielen Anekdoten aus vergangenen Festival-Jahren, die Kaiser und Beck erzählen können. Etwa die: "Der Weg wird während der G.O.N.D. von jungen Pärchen viel genutzt. Die gehen halt da bisserl spazieren, so ganz ungestört", verrät der ehemalige Kommandant augenzwinkernd.

Der kleine Regenschauer bringt ein bisschen Abkühlung, auch für die Männer an der "Wachhütte". Sie halten den Rettungsweg frei.
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