11.02.2020 - 13:18 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Alternative Energiegewinnung erst am Anfang

Die Freien Wähler Krummennaab laden zu Besichtigung der Biogasanlage in Steinbühl.

Jürgen Prölß von der Biogas Steinbühl (Dritter von links) erklärte vor dem Hackschnitzelheizkraftwerk die Abläufe in der Anlage. Mit Landratskandidat Ely Eibisch (Zweiter von links) war ein interessanter Gesprächspartner gekommen.
von Externer BeitragProfil

Zur Besichtigung der Biogasanlage in Steinbühl luden laut einer Pressemittelung die Freien Wähler aus Krummennaab und Reuth ein. Auch Landratskandidat Ely Eibisch, die Bürgermeister Werner Prucker und Johann Neugirg ließen sich aus erster Hand über die Weiterentwicklung der Anlage informieren.

Die Forschungen für die Möglichkeiten der regionalen Energiegewinnung befinden sich laut Eibisch erst am Anfang. Das Hauptproblem sei eine sinnvolle Speicherung der Energie, damit Überkapazitäten abgefangen und entsprechend eingesetzt werden können.

Jürgen Prölß als Verantwortlicher der Anlage begrüßte die Delegation unter Führung des FW-Vorsitzenden Herbert Mattes. Er stellte die Technik und die dahinter stehende Philosophie der Energiegewinnung eindrucksvoll dar.

Drei Kilometer Fernwärmenetz

Die Anlage produzierte erstmals im Dezember 2007 Methangas. Mit zwei Generatoren wird das Gas in Strom umgewandelt. Gleichzeitig werden mit der erzeugten Wärme der Motoren viele Wohnungen, das Schulgebäude, Rathaus, Feuerwehrhaus und der Kindergarten von Krummennaab mit Wärme durch ein circa drei Kilometer langes Fernwärmenetz versorgt. Auch bei großer Kälte müssen die Krummennaaber nicht frieren. Dafür sorgt das erst im vergangenen Jahr in Betrieb genommene Hackschnitzelheizkraftwerk.

In das Nahwärmenetz können derzeit bis 3,5 Megawatt Wärmeleistung eingespeist werden. Damit werden über 300 000 Liter Heizöl jährlich eingespart. Zugleich werden 3 Millionen Kilowatt Strom erzeugt und in das Netz eingespeist. Im Sommer wird die Wärmeleistung für die Trocknung von Hackschnitzel verwendet. Damit wird eine bessere Verbrennung und höhere Energieausbeutung erreicht.

Neben der Gülle aus dem eigenen Bauernhof werden Mais- und Grassilage in Strom und Wärme umgewandelt. Auch Getreide aus Überproduktionen wird verarbeitet. Die "Futtermittel" für die Biogasanlage stammen aus der Region.

Jürgen Prölß betonte, dass keine Lebensmittel, sondern reine Futtermittel wie Blattpflanzen, Kleegras und anderweitig nicht verwertbares Getreide eingebracht würden. Kapazitäten bestünden noch, fuhr Prölß fort. Auch gebe es Interessenten. Doch es finde sich derzeit kein autorisierter Handwerker, der Fernwärmeleitungen verschweißen darf und noch Kapazitäten frei hat.

Vorbildliche Anlage

Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Produktion von Energie sei zentraler Punkt seiner Philosophie. Erst kürzlich sei seine Anlage bei einer Prüfung als "vorbildlich" bezeichnet worden.

In der anschließenden Diskussion warb Eibisch auch als Vertreter des Bauernverbandes um mehr Verständnis und ein besseres Miteinander. Die Landwirte seien an die gesetzlichen Vorgaben gebunden, auch wenn sie nicht dem natürlichen Ablauf in der Natur entsprächen. Er nannte insbesondere die Düngeverordnung, die den Bauern ordentlich zu schaffen mache. "Eine Pflanze muss mit dem Dünger versorgt werden, den sie im jeweiligen Stadium braucht", bekräftigte er.

Als sinnvolle Energiespeicherungsmöglichkeit erläuterte er die Umwandlung in Wasserstoff mit Stromüberkapazitäten zum Beispiel aus der Solarenergie. Die alternativen Energieverfahren befänden sich im Entwicklungsstadium und müssten sich weiter entwickeln. Auch müsse ein Umdenken eintreten, um die regionale Nahrungsversorgung besser zu nutzen.

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