07.05.2020 - 10:07 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Evangelisches Gemeindehaus kann saniert werden

Der Gemeinderat Krummennaab erteilt „grünes Licht“ für einen Modernisierungsvertrag. Die Sanierung des evangelischen Gemeindehaus wurde jetzt einstimmig auf den Weg gebracht.

Nach langem Warten folgte jetzt das „grüne Licht“ für die Sanierung des evangelisch-lutherischen Gemeindehauses (links vor der Kirche).
von Werner RoblProfil

Amtierender Bürgermeister Uli Roth sprach in der Aprilsitzung von „mehreren Gesprächen und „Abstimmungsschleifen“ die jetzt zu einem – seiner Ansicht nach – „guten Ergebnis“ führten. Nach seinen Worten war es daher auch ein Thema, das „uns massiv beschäftigte“. Gemeint war die bis zuletzt nicht abgeschlossene Diskussion um die Sanierung des evangelischen Gemeindehauses an der Hauptstraße.

Das Anwesen ist Eigentum der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde. Wie bereits 2018 bekannt wurde, weist das im Sanierungsgebiet liegende Gebäude Mängel auf, die eine Sanierung erforderlich machen. Das Thema wurde im Dezember 2018 zwar diskutiert. Zu einer einvernehmlichen Lösung war es aber nicht gekommen. Der Punkt wurde vertagt. Völlig vom Tisch war die Maßnahme damit aber nicht.

In der Gemeinderatssitzung ließ Roth anklingen, dass wegen dieser Sache in den darauffolgenden Monaten weitere Gespräche geführt worden sind. Zudem hat es einen Schriftwechsel mit der Münchener Referatsleitung Immobilien und Stiftungswesen des Evangelisch-Lutherischen Kirchenamtes gegeben. Pfarrer Manuel Sauer wurde über all das auf dem Laufenden gehalten. Um alles einvernehmlich zu regeln, wurde ein „Modernisierungsvertrag“ ausgearbeitet und in endgültiger Form in der Aprilsitzung vorgestellt.

Die Sanierung sieht eine Erneuerung der Windfangsituation zum Haupteingang vor. Angeregt wird auch eine teilweise Freistellung des Kirchturmes im Innenraum des Gebäudes. Im südlichen Teil – Richtung Bürgerpark – soll auf dem gemeindlichen Grundstück eine Terrasse mit Pergola errichtet werden. Deutlich empfohlen wird auch eine Verbesserung der Barrierefreiheit. Die bisher fensterlose Südfassade soll besser strukturiert, im nördlichen Bereich sollen auf dem Kirchengrundstück vier zusätzliche Pkw-Stellplätze geschaffen werden.

Die Kosten dafür (in der Dezembersitzung sprach man von rund 320 000 Euro) trägt der Eigentümer. Laut Vertrag gewährt die Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 150 000 Euro. Um ihn aber deutlich nach unten zu drücken, wurde eine staatliche Förderung in Höhe von 120 000 Euro signalisiert. Sie stammt aus Mitteln des Bayerischen Städtebauförderprogramms. Den verbleibenden Rest – 30 000 Euro – trägt Krummennaab. Wirksam würde er aber erst durch einen mehrheitlichen Gemeinderatsbeschluss. Um den Vertrag endgültig auf den Weg zu bringen, sei auch eine schriftliche Genehmigung durch das Münchener Landeskirchenamt notwendig. „Seitens der Kirchenaufsicht wurde uns aber bereits angekündigt, dass uns keine Steine in den Weg gelegt werden“, kommentierte Roth den noch nicht unterschriebenen Vertragsentwurf mit einer Laufzeit von 25 Jahren.

Zudem deutete er an anderer Stelle an, dass seitens der Referatsleitung nahegelegt wurde, eine separate Nutzungsvereinbarung – außerhalb des Modernisierungsvertrages – abzuschließen. Dort, so will es das Landeskirchenamt, würden die Modalitäten zur konkreten Absprache der Nutzungen, der Abrechnung der Betriebskosten und andere Dinge geregelt. Roth machte zusammenfassend deutlich, dass es ihn freuen würde, wenn der Modernisierungsvertrag, mit den Ergänzungen und Änderungen, beschlossen würde. „Wir haben den Förderbescheid bereits vorliegen, somit wäre alles in trockenen Tüchern.“

Dazu äußerte sich Jakob Gallersdörfer (CSU): „Wir sollten den Modernisierungsvertrag auf den Weg bringen.“ Als eher „zweitrangig“ beleuchtete Gallersdörfer den empfohlenen Nutzungsvertrag. FW-Fraktionssprecher Herbert Mattes zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Viele strittige und für die Gemeinde nachteilige Punkte wurden geklärt.“ Mattes empfahl daher, dem Papier zuzustimmen. Ein klares Zeichen kam auch aus den Reihen der Sozialdemokraten. Einstimmig folgten die Gemeinderäte den vorherigen Empfehlungen.

Info:

Bürgermeister Uli Roth redet Klartext

Ganz am Ende war Bürgermeister Uli Roth, trotz des eindeutigen Votums, aber noch nicht angekommen. Anders als zuvor befürwortete er auch den separaten Nutzungsvertrag, den er mit den Worten kommentierte: „Ich finde ihn gut.“ - „Die Ablehnung war eine klare Fehleinschätzung“, erinnerte er aber noch einmal an die erfolglose Debatte im Dezember 2018. „Im gesamten Verlauf des Verfahrens hat sich doch nie etwas geändert“, ergänzte der Vorsitzende. Weiter sagte Roth: „Das ist doch ein positives Thema, daher wollte ich auch nicht, dass so viel Staub aufgewirbelt wird. Diesen Kommentar erlaube ich mir noch. Aber, Deckel drauf“, betrachtete Roth die bislang strittige Diskussion um die Sanierung des Gemeindehauses damit als erledigt.

Das evangelische Gemeindehaus wird deutlich aufgewertet. Einstimmig sprach sich der Krummennaaber Gemeinderat für die Erneuerung aus.

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