12.11.2019 - 10:15 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Liebevolles Wirtschaftswunder

Das waren noch Zeiten als die Charts Hitparaden hießen und auf den Straßen Blechkarossen rollten, mit denen man erstmals gen Italien aufbrach. "Conny und die Sonntagsfahrer" blicken musikalisch zurück.

von Werner RoblProfil

Auf den bunten Nachmittag der aktiven Senioren hatten sich die Gemeinde Krummennaab mit ihrem Bürgermeister Uli Roth als Veranstalter und das Team um die Organisatorin und Seniorenbeauftragte Anneliese Krenkel schon sehr lange gefreut. Angekündigt waren "Conny und die Sonntagsfahrer": Andrea Graf als "Conny", Rainer Heindl als "Peter", Thomas Stoiber als "Alexander" und Steffen Zünkeler als "Freddy". "Wenn Sie das Tanzbein schwingen möchten: Es ist genügend Platz", lautete die Aufforderung zum aktiven Hineintauchen in die entzückenden 1950er und 1960er Jahre.

Einmalige Ohrwürmer

Was folgte, war eine liebevolle Zeitreise mit Liedern, die Ohrwürmer geblieben sind. Man erinnerte sich an die Schallplatten, auf denen Polydor, Ariola und Hansa standen. Darauf aufgedruckt las man die Namen von Bill Ramsey, Rex Gildo und seiner Gesangspartnerin Gitte. Mehr als zwei Stunden lang erinnerte das Quartett auch an Peter Alexander, Manuela und Caterina Valente und an viele andere, die zum Inbegriff einer Ära wurden, wo die Schachtel Zigaretten noch eine Mark kostete und Bikinis noch eine Sensation waren. Aus der Bühne war ein kleines Museum geworden.

Sessel und Nierentisch

Neben einem formschönen Sessel und dem Nierentischchen, auf dem ein Wählscheiben-Telefon aus Bakelit stand, war auf einem Stativ auch eine handliche Agfa-Kamera mit dem einprägsamen Namen "Clack" aufgebaut. Sie ging seinerzeit gut 1,7 Millionen Mal über die Ladentische und kostete gerade mal 19,50 DM.

Stilecht gekleidet nahm das Quartett jeden mit auf den gedanklichen Zeitensprung, der zu einer Liebeserklärung wurde. Die Rückkehr in den Alltag fiel nicht leicht. Fleißig wurde einen ganzen Nachmittag lang in der proppenvollen Mehrzweckhalle auch getanzt. Die Gästen ließen sich auch nicht lange bitten, um bei "Schuld war nur der Bossa Nova", "Junge, komm bald wieder" oder beim "Kriminaltango" und den vielen anderen dargebotenen Schlagern textsicher mit zu trällern. Mit der Pariser Mausefalle "Pigalle" ging es in die von der neu eingekleideten TSV-Kindergarde umrahmten Pause.

Wer wollte, besorgte sich ein Stamperl selbstgemachten Eierlikör oder ein "Rüscherl". Das Publikum hatte den Alltag zu Hause gelassen. Gedanklich liefen die Bilder ab, zu denen Pettycoats und Schwarzweiß-Fernseher gehörten.

Dialog mit dem Publikum

Auch im zweiten Teil spannten "Conny und die Sonntagsfahrer" einen weiten Bogen und blickten musikalisch zurück. Witze - oft auch im Dialog mit dem Publikum - wurden eingeschoben. "Wir kommen langsam zum Finale", bedauerten die Protagonisten und versprachen: "Wir haben etwas vorbereitet." Damit gemeint waren die Zugaben, die aber an eine Bedingung geknüpft waren: "Wir singen nur, wenn ihr uns noch einmal stimmlich oder beim Schunkeln begleitet."

Im Bayerischen Fernsehen

Dankbar verabschiedete sich das Quartett und versprach ein Wiedersehen am 1. Januar im Bayerischen Fernsehen bei den "Brettlspitzen", die am 15. und 16. November im Münchner Hofbräuhaus aufgezeichnet werden. "Vielleicht kommen wir aber auch einmal wieder nach Krummennaab", ließen die Künstler verlauten, bevor sie sich unter dem frenetischen Applaus des Publikums verabschiedeten.

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