11.02.2020 - 13:21 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Schlagkräftige SPD-Mannschaft im Rennen

Motiviert gehen die 24 Gemeinderatskandidaten des SPD-Ortsvereins Krummennaab in den Wahlkampf. „Im zukünftigen Gemeinderat müssen wir eine neue Rolle suchen“, forderte SPD-Ortsvorsitzender Uli Roth.

Bürgermeister Uli Roth.
von Jochen NeumannProfil
24 Gemeinderatskandidaten stellen sich am 15. März zur Wahl. Mit auf dem Bild Bürgermeister Uli Roth (stehend, Zweiter von links), SPD-Kreisvorsitzende Brigitte Scharf (stehend, Dritte von links) und SPD-Landratskandidat Thomas Döhler (stehend, Fünfter von links).

Rot ist die Farbe der SPD. Das war bei der Infoveranstaltung des SPD-Ortsvereins in der Mehrzweckhalle unübersehbar. Die Mitglieder hatten den Saal in dieser Hinsicht perfekt illuminiert. SPD-Ortsvorsitzender und Bürgermeister Uli Roth freute sich über den guten Besuch. Insbesondere auch deswegen, weil sowohl CSU-Bürgermeisterkandidatin Marion Höcht mit ihrer Mannschaft als auch Herbert Matthes von den Freien Wählern Gäste waren.

"Der Wahlkampf ist angelaufen, aber noch nicht gelaufen", sagte SPD-Kreisvorsitzende und Bezirksrätin Brigitte Scharf. Es sei eine gewisse "Euphorie" in Krummennaab festzustellen. Sie bemängelte einen Bericht vom Wochenende im Neuen Tag, in dem SPD-Landratskandidaten Thomas Döhler als "Außenseiter" bezeichnet wurde. "Die Zukunft beginnt am Ort", stellte sie fest. "Kämpft darum, möglichst viele Sitze im Gemeinderat zu erreichen."

Weihnachtsessen ausschlaggebend

Nach Ansicht von SPD-Landratskandidat Thomas Döhler habe die Gemeinde in den zurückliegenden Jahren "eine gute Entwicklung genommen". Nach seiner persönlichen Vorstellung griff er einige Punkte seines Wahlprogramms heraus. Themen waren der Öffentliche Nahverkehr, erneuerbare Energien, das Generationswohnen sowie die demografische Entwicklung. "Krummennaab braucht auch eine Stimme im Kreistag", meinte Döhler. Dabei warb er für die SPD-Kreistagskandidaten Uli Roth, Karin Krenkel und Wolfgang Bauer.

Roth stellte fest, dass zum Kommunalwahlkampf der SPD in Krummennaab das Motto des vergangenen SPD-Parteitages "In die neue Zeit" hervorragend passe. Mit persönlichen Worten ging er darauf ein, warum er nach zwölf Jahren nicht mehr als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung stehe.

"Ich habe gerne und mit vollem Einsatz für meine Gemeinde gearbeitet. Aber warum ich aufhöre, sind die ständigen Querelen und Meinungsverschiedenheiten im Gemeinderat." Auf gut bayerisch sagte er, dass er ab und zu "z'sammg'richt wia a Packerl Kunsthonig" worden sei. Als Beispiel nannte er die Weihnachtssitzung des Gemeinderats. "Eigentlich sind auf einer solchen Sitzung immer positive Dinge auf der Tagesordnung. Aber in meiner Naivität habe ich gemeint, ich hätte auch etwas Positives zu berichten." Denn als Bürgermeister habe er mit der evangelischen Kirchengemeinde erreicht, aus der Städtebauförderung für den Umbau des evangelischen Gemeindehauses einen Förderbescheid in Höhe von 120 000 Euro aus Regensburg mit nach Hause zu nehmen.

"Das habe ich so in der Gemeinderatssitzung den Mitgliedern vorgestellt, mit der Bitte, eine Grundsatzentscheidung zu treffen, diesen Umbau mit kommunalem Fördergeld zu unterstützen", erzählte Roth weiter. "Auf diesen Beschluss warten wir bis heute. In dieser Sitzung sind vonseiten der Gemeinderäte Sachen gegenüber mir vorgebracht worden, die hätte es nicht gebraucht."

Diese Sitzung sei für ihn der "Casus Knacksus" gewesen. Bürgermeister Roth verzichtete sogar im Anschluss auf das Weihnachtsessen. "Ich habe einige Stunden gebraucht, um mich zu beruhigen und in dieser Nacht ist die Entscheidung gereift: Das war's!" Roth fand, dass das auch an einem solchen Abend wie heute einmal gesagt werden müsse.

"Für die SPD-Gemeinderäte wird sich ohne Bürgermeister natürlich auch die Fraktionsarbeit ändern", stellte der Ortsvorsitzende fest. "Die SPD muss eine neue Rolle übernehmen." Die SPD müsse in Zukunft eine starke Fraktion bilden, die sich einmische. "Die begonnenen Projekte müssen weiterentwickelt werden." Als Beispiel nannte er den Bürgerpark und den Umbau des evangelischen Gemeindehauses, der in diesem Jahr beginnen soll.

Ein "verstärktes Augenmerk" müsse die SPD auch auf den weiteren Ausbau der Ganztags-Kinderbetreuung in der Grundschule und im Kinderhaus legen. "Aber auch die Innerortsentwicklung muss voranschreiten, der Marktplatz schreit förmlich nach einer Überplanung."

"Gegen Hass und Hetze"

Neben den weiteren Themenfeldern wie dem neuen Baugebiet, die Jugend- und Seniorenpolitik stehe die SPD "gegen Hass und Hetze", insbesondere in den sozialen Medien. "Nicht zuletzt wollen wir uns mit neuen Ideen für eine stetige Verbesserung des Ortsbildes stark machen." Beispielhaft nannte Roth Schattenpavillons im Bürgerpark sowie den Ausbau der Brücke im Unteren Dorf für Fußgänger und Radfahrer.

"Sehr gut aufgestellt"

"Unter unseren 24 Gemeinderatskandidaten sind 9 Frauen und unsere Ortsteile sind gut vertreten", sagte Roth. Insgesamt sei es eine schlagkräftige Mannschaft. "Auch wenn wir diesmal keinen Bürgermeisterkandidaten stellen, sind wir inhaltlich wie auch personell sehr gut aufgestellt."

Info:

Amüsante Kandidatenvorstellung

Charmant übernahm Mathias Wachsmann die Vorstellung der SPD-Gemeinderatskandidaten. Seine Herkunft aus Sachsen-Anhalt konnte er nicht verleugnen. Vor allem dann, wenn er versuchte, im Oberpfälzer Dialekt die Haus- und Spitznamen der Kandidaten auszusprechen, was für schmunzeln im Publikum sorgte.

Doch mit diesem Problem war er nicht allein. "Keine Sorge, ich kann es bis heute noch nicht so richtig", rief ihm SPD-Landratskandidat Thomas Döhler zu, der aus Dessau stammt.

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