26.03.2019 - 13:50 Uhr
KrummennaabOberpfalz

"Wir verstehen vieles nicht"

Viele Regelungen seien nicht immer leicht nachzuvollziehen, bemerkt Brigitte Scharf am Seniorennachmittag. Die Bezirksrätin ist Referentin beim Treffen der älteren Mitbürger Krummennaabs, zu dem die Seniorenbeauftragte eingeladen hatte.

Referentin beim Seniorennachmittag war Bezirksrätin und Fachfrau in sozialen Fragen, Brigitte Scharf. Organsiert hatte das Treffen Anneliese Krenkel (Bildmitte). Dankeschön sagte Bürgermeister Uli Roth.
von Werner RoblProfil
„Die Wirtschaft bricht nicht zusammen“, fordert Bezirksrätin Brigitte Scharf ein deutliches Augenmerk auf das Wohl der älteren Mitbürger zu legen.
Referentin beim Seniorennachmittag im Foyer der Mehrzweckhalle war Bezirksrätin und Sozialexpertin Brigitte Scharf.

Die regelmäßigen Treffen organisiert Seniorenbeauftragte Anneliese Krenkel. Die Nachmittage garniert sie stets mit abwechselnd bunten Themen. Für den März-Seniorennachmittag konnte sie Bezirksrätin Brigitte Scharf gewinnen, die versprochen hatte über die aktuellen Renten-Neuregelungen zu referieren. Angesichts der versteckten Fallstricke fand Brigitte Scharf – nomen est omen – aber auch deutlich scharfe Worte. „Man spricht von den Mehrkosten“, beleuchtete sie an einem Beispiel die Mütter- und Hinterbliebenenrente. „Von den Beträgen, die man sich mit den eingebauten Stolperfallen zudem aber einspart, redet niemand.“ Aus eigener Erfahrung berichtete sie von Betroffenen, die beim Nachrechnen aber alles andere als bessergestellt seien. Zudem blieben die monatlichen Mütterrenten-Beträge, die – sobald die Bescheide erst einmal im Postkasten liegen – eher überschaubar auf den jeweiligen Girokonten. „Für einen Zoiglabend reichts allemal“, spaßte die Rednerin, die für ihre grundehrlichen Anmerkungen bekannt, dafür aber auch beliebt ist. „Rund 15 Euro monatlich, das ist schon ein bemerkenswertes Kapital, über das man nicht erschrecken sollte." Aber – so Scharf: „Der Anfang sei gemacht.“

Mehr aber stören sie „gewisse Regelungen“ von den niemand etwas ahne, ließ sie dabei auch Anrechnungen an die Grundsicherung anklingen. „Glauben sie mir, ich sauge mir die Fälle nicht aus den Rippen“, beleuchtete sie Beispielfälle und Klagen von Betroffenen aus ihrem Wirkungsgebiet. Sozialexpertin Scharf fasste zusammen: „Es gibt tatsächliche Fälle, wo ein Grundsicherungsempfänger plötzlich weniger als vorher in der Tasche hat.“ An die Adresse des Gesetzgebers gerichtet lautete ihr Appell: „Lasst doch wenigstens diese Anrechnung unter den Tisch fallen!“ Davon gehe die Wirtschaft sicher nicht zugrunde. Scharf warnte auch vor einer möglichen Bedürftigkeitsprüfung, über die zwar derzeit viel diskutiert wird, die aber „niemand braucht“. Scharf wurde energisch: Die Renten seien keine Sozialleistungen und gab zu bedenken, dass das Geld wieder zurück in die Wirtschaft fließe. „Eine Oma muss ihrem Enkel ein Mofa kaufen können“, erklärte sie den Geldkreislauf mit Blick auf die Kaufkraft der Senioren. Zum Thema "Grundrente" sagte Scharf: "Ich fordere eine sympathische Regelung ohne wenn und aber."

„Wir verstehen vieles nicht.“ Die Gesetzestexte seien für einen Laien oft auch schwer lesbar, klagte Scharf und fügte hinzu: „Aber ich habe heute versucht, einiges klar zu stellen.“ Seniorenbeauftragte Anneliese Krenkel und Bürgermeister Uli Roth bedankten sich bei der Fachreferentin, die mit ihren kurzweiligen aber oft sehr deutlichen Anmerkungen dem Krummennaaber Seniorennachmittag ein deutliches mehr an Farbe verlieh.

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