28.02.2020 - 14:14 Uhr
KrummennaabOberpfalz

Zukunft klar vor Augen

Mit einer Fülle von Projekten, bei denen Nacharbeiten erforderlich sind, und viele interessante Vorhaben für die Zukunft Krummennaabs warten die Freien Wähler auf. Auch eine Pflegeeinrichtung halten sie im Ort für möglich.

„Miteinander in die Zukunft“, forderte der Vorsitzende Herbert Mattes die Freien Wähler für die künftige Arbeit im Gemeinderat auf. Er regte für Krummennaab eine Pflegeeinrichtung an und zeigte eine mögliche Lösung auf.
von Externer BeitragProfil

Der Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft, Herbert Mattes, konnte zur Wahlveranstaltung im Schützenhaus Thumsenreuth auch eine Delegation der CSU, an der Spitze die Bürgermeisterkandidatin Marion Höcht, begrüßen. Nachdem Rainer Schwingshandl die Kandidaten vorgestellt hatte wartete die Versammlung gespannt auf die politischen Aussagen der Freien für die nächsten Jahre. Mattes skizzierte die vergangenen sechs Jahre und hob besonders die Gestaltung des Seltmann-Areals sowie die Ausweisung des Sanierungsgebietes heraus. Lob zollte er dem gemeindlichen Bauamt für die gut überlegte Planung des Baugebiets an der Lehner-Straße. Auch ging er auf die Straßenbaumaßnahmen ein: „Was wäre geschehen, wenn die StrabS noch nicht abgeschafft worden wäre?“, fragte er die Versammlung und machte deutlich, dass die Anwohner die Zeche bezahlen müssten.

Mit dem Breitbandausbau auf mindestens 30 MB Übertragungsrate gilt die Gemeinde laut Landesregierung als erschlossen. Er mahnte aber auch, dass man sich hier nicht ausruhen dürfe und Förderprogramme für den weiteren Ausbau nutzen müsse.

„Da müssen wir noch nacharbeiten“, setzte er seinen Vortrag fort. Die Bestrebungen nach der Erschließung von Bauplätzen in Thumsenreuth und die Umsetzung der Planung der Straße nach Trautenberg waren auf seiner Liste ganz oben. Er forderte eine ganzheitliche Überplanung der Gemeinde Krummennaab, damit Gewerbeflächen, Sonderflächen und Baumöglichkeiten klar definiert werden können. „Es müsse mit der Regierung verbindlich abgeklärt werden, was mit dem Seltmanngelände möglich ist“, forderte er. Eine Planung des neuen Gemeindebauhofs, wie für 2018 vorgesehen, sei erst dann möglich, wies er auf die Folgen hin. Unter dem Punkt der Verbesserung der Lebensverhältnisse brachte er den Wunsch nach einem Wirtshaus und eines Dorladens zum Ausdruck. „Es ist Bedarf vorhanden“, erklärte er und verwies auf die Umsatzzahlen des mobilen Dorfladens. Die beschlossene Friedhofsanierung in Thumsenreuth forderte er ebenso wie die 2019 versprochene Reparatur des Thumsenreuther Buswartehäuschens am Hammerweg ein. Es zeigte viele noch nicht abgeschlossene Projekte auf. „Es steht noch vieles an“, machte er deutlich. Lobend hob Mattes die Vereinsförderung, die Seniorenarbeit von Anneliese Krenkel sowie die Jugendarbeit von Andreas Heinz und Rainer Schwingshandl in der Gemeinde hervor.

Der besondere Fokus für die Zukunft muss auf die Sanierung des Feuerwehrhauses gerichtet werden, führte er aus. „Da werden wir eine sechsstellige Summe einplanen müssen“, meinte er. Mattes lobte die CSU, die nun auch die Problematik der Lärmbelästigung in Wohngebieten an der Bahntrasse aufgegriffen hat. „Da ziehen wir an einem Strang“, meinte er. „Auch das zu erhaltende Kanalnetz wird und noch Kopfzerbrechen machen“, setzte er fort. „Mit der Reparatur von Schäden und Beseitigung von Fremdwassereinleitungen werden der Gemeinde die dann beschädigten Straßen zur Reparatur auf die Füße fallen“, prognostizierte er. Auch ging er kurz auf die Haushaltszahlen und die daraus resultierenden Ablehnungsbescheide in der Stabilisierungshilfe ein. „Wir müssen künftig einen stimmigen Vermögenshaushalt planen“, forderte Mattes. Erst dann können wir sinnvoll Anspruch auf die Stabi-Hilfe geltend machen.

Eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden setze Synergien frei, fuhr Mattes fort. Mit den Gemeinden Reuth, Erbendorf und Windischeschenbach sollte eng zusammengearbeitet werden. Nachdem der Radweg zum Bohrturm als Gemeinschaftsprojekt sehr gut geklappt hat, kann nun ein auf dem landwirtschaftlichen Schwerverkehr ausgerichteter Radweg von Lehen nach Eiglasdorf mit der Gemeinde Reuth eine gute und schnell realisierbare Möglichkeit für die Erweiterung des Netzes von Erbendorf ins Waldnaabtal sein.

„Pflegeplätze sind knapp und Wartelisten die Regel“, führte er zu einem interessanten Punkt über. Für Krummennaab sei die Schaffung von Pflegeplätzen, sei es in der Tagespflege oder gänzlichen Pflege ohne Probleme möglich, überraschte er die Zuhörer. Es müsse ein Träger gefunden werden. Mattes könne sich gut vorstellen, dass in der ehemaligen Textilschneiderei eine Pflegeeinrichtung Platz finden könne. Zudem könnte dies einen Einstieg für eine Arztpraxis und eine Praxis für Physiotherapie bedeuten. Er forderte die Zuhörer auf, über dieses Thema in den Familien, mit Freunden und Bekannten zu diskutieren. „Sie werden sehen, alle kommen zu dem Schluss, dass Bedarf besteht“, schloss er seine visionären Ausblicke.

Doch, so stellte er in den Raum, kann Krummennaab die Projekte nur mit Zuschüssen, Unterstützungen, Zuweisungen und Förderungen meistern. Als „Wohn- und Schlafgemeinde“ verfügt der Haushalt nur über wenige eigene Einnahmen. So müsse jede Möglichkeit von Fördermaßnahmen genutzt werden, meinte er. Hierzu sei es erforderlich, dass alle an einem Strang ziehen. Er beschwor, der künftige Gemeindrat solle die Chance nutzen und unter der neuen Führung konstruktiv, offen und ehrlich, über die Parteien hinweg zusammen arbeiten. Die Freien Wähler stehen für die Herausforderungen bereit, setzte er fort. Die Mannschaft sei gut vorbereitet, fachlich kompetent und verweise auf viele Erfahrungen. Der Vorsitzende wünschte sich eine gute Zusammenarbeit mit der künftigen Bürgermeisterin und reichte ihr unter dem Applaus der Besucher die Hand für ein gutes Miteinander.

Hinweise für die Kommunalwahlen rundeten die Veranstaltung ab. Mattes zeigte die verschiedenen Möglichkeiten bei der Wahl auf und machte deutlich, nicht mehr Stimmen abzugeben als man dürfe. Er forderte die Bürger auf, zur Wahl zu gehen und auch von der Briefwahl gebrauch zu machen. „Wir packen an, heißt unser Leitspruch, also: Packen wir es an!“, schloss er seine umfangreichen und abwechslungsreichen Ausführungen.

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