24.01.2020 - 15:45 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Neujahrsempfang von Bundewehr und Gemeinde Symbiose der Wertschätzung

Sie waren in Afghanistan, Mali, im Kosovo und Irak. Hinter dem Logistikbataillon 472 liegt ein einsatzreiches Jahr, weshalb die meisten Soldaten heuer erst mal in der Heimat bleiben dürfen. Was aber nicht heißt, dass sie sich ausruhen.

Über ein volles Haus mit 300 Gästen beim Neujahrsempfang von Logistikbataillon und Gemeinde Kümmersbruck freute sich Standortältester Sebastian Erbe (rechts).
von Klaus HöglProfil

Es ist guter Brauch, dass der Verband in der Schweppermannkaserne und die Gemeinde Kümmersbruck zu dieser "sicherheitspolitischen Informationsveranstaltung" laden, wie der Neujahrsempfang nach Bundeswehrdiktion heißt. Tatsächlich steckt mehr dahinter, weil seit 15 Jahren auch der Bürgermeister des Garnisonsortes die Gelegenheit nutzt, um seinen Blick auf wichtige Entwicklungen in Kümmersbruck, Haselmühl und Gärmersdorf zu werfen.

"Wegweisende Entwicklungen"

So war es auch an Roland Strehl, die rund 300 Gäste im Offizierscasino zuerst zu begrüßen - auch die stattliche Resonanz zeigt die Bedeutung dieses Abends für Gemeinde und Militär. Er verzichtete wohltuend auf die sonst oft ellenlange namentliche Erwähnung wichtiger Besucher, nannte lediglich Bataillonskommandeur Sebastian Erbe, die "Kurz-Grußwortredner" Landrat Richard Reisinger und Landtagsabgeordneten Harald Schwartz (CSU). In bewährter Weise wurde die Veranstaltung vom Musikverein Haselmühl-Kümmersbruck unter der Leitung von Marcus Hofmann schwungvoll umrahmt. Strehl ließ bei der schlaglichtartigen Darstellung der Arbeit in seiner Gemeinde keine Nische aus und erneuerte gleichzeitig die Verbundenheit zu den Soldaten.

Viele wichtige Maßnahmen sind nach seinen Worten in Kümmersbruck abgeschlossen worden, "viele wegweisende Entwicklungen wurden auf den Weg gebracht" . Explizit für weitreichende Entscheidungen in Richtung Zukunft nannte Strehl das Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), das es weiter gelte, umzusetzen. Ein zweiter Schwerpunkt war für Strehl der gesellschaftliche Wandel, deutlich abzulesen an den Familien. Durch die "Regelmäßigkeit", dass oft beide Elternteile berufstätig sind - samt der einhergehenden Entwicklung für Kinder und mehr - stelle sich "gar nicht mehr die Frage, ob wir dafür überhaupt zuständig sind, sondern es geht nur noch darum, wie wir die damit verbundenen Probleme lösen, um das berühmte Rad am Laufen zu halten".

Der Umgang mancher Bürger mit den gewählten Volksvertretern sei ein anderer geworden: Jede oft noch so kleine Veränderung vor der Haustür werde reflexartig kritisch hinterfragt und "teilweise grenzwertig öffentlich diskutiert". Dennoch: Positive Rahmenbedingungen sind in Kümmersbruck auf jeden Fall vorhanden, so der Bürgermeister, der als ein Beispiel den Seniorenwohnpark am Rathaus nannte. Insgesamt sah Strehl im abgelaufenen Jahr eine "Erfolgsgeschichte für Kümmersbruck."

Verbundenheit großgeschrieben

Rückblick und Ausblick aufs kommende Jahr sind in der Schweppermannkaserne gute Tradition, weshalb eben auch so viele Vertreter des öffentlichen Lebens aus nahezu allen Bereichen gekommen waren. Standortältester Oberstleutnant Sebastian Erbe nahm aus seiner Sicht Bezug auf die sicherheitspolitische Lage, weshalb die Verbundenheit der Soldaten mit ihrer Gemeinde und umgekehrt hier beim gemeinsamen Neujahrsempfang eine besondere Symbiose bildet. Der Kommandeur sah im guten Besuch erneut eine Wertschätzung dieser Verbindung und der Bundeswehr und ihrer zivilen Mitarbeiter.

Hintergrund:

Sebastian Erbe schilderte die vielschichtigen militärischen Aufgaben und Belastungen seines Bataillons im vergangenen Jahr, das durch die Einsätze in Afghanistan, Mali, im Irak und Kosovo geprägt war. Das habe „regelmäßige und fortwährende Ausbildung“ verlangt – eine Aufgabe, die das Bataillon bestens absolvierte. Beim Ausblick auf heuer verhehlte der Kommandeur nicht, dass die Welt „nicht sicherer geworden ist“. Zwar sei 2020 für die überwiegende Mehrheit des Verbandes wohl kein Einsatzjahr, doch Erbe zeigte sich überzeugt, „dass wir alle richtungsweisenden Impulse und Entwicklungen in Bezug auf die weltweiten Krisengebiete beobachten werden, die dann direkte Auswirkungen für unsere Bataillon haben können“. Prall gefüllt sei der Ausbildungs- und Übungskalender; schon Ende Januar geht es nach seiner Auskunft für zwei Wochen ins Gefechtsübungszentrum des Heeres nahe Magdeburg. Im Juli sind die Logistiker dann an der Logistikschule bei Bremen, bevor im Oktober ein zweiwöchiger Aufenthalt auf dem Bataillonsübungsplatz in Wildflecken auf sie wartet.

Gemeinsam hießen Kommandeur Sebastian Erbe und Bürgermeister Roland Strehl (von rechts) beim Defilee am Eingang die Gäste willkommen.
In bewährter Weise wurde die Veranstaltung vom Musikverein Haselmühl-Kümmersbruck unter der Leitung von Marcus Hofmann schwungvoll umrahmt.
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