07.06.2018 - 14:23 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Nur einer auf der Welt kegelt noch besser

Der junge Mann ist Jahrgang 1991, was an sich noch nichts Besonderes ist. Aber Manuel Weiß kegelt seit 1999, war bereits siebenmal bei Weltmeisterschaften dabei - und kam diesmal als Vizeweltmeister zurück.

Begleitet von Tochter Lea, eineinviertel Jahre alt, und seiner Frau Luisa trug sich Vizeweltmeister Manuel Weiß auf Einladung von Bürgermeister Roland Strehl (von links) ins Goldene Buch der Gemeinde Kümmersbruck ein.

(e) Natürlich war das für Bürgermeister Roland Strehl Anlass, Manuel Weiß mit Familie und Bekannten im Foyer des Rathauses gebührend zu feiern. Mit dabei war auch seine Mutter Sandra, einst deutsche Meisterin im Kegeln. Manuels Opa Gustav Wehner hat den beiden wohl das Kegel-Gen übertragen - von der Kegelbahn drunten im Stadion des FC Amberg.

Manuel Weiß startet für den SKV Rot-Weiß Zerbst. Da wissen die Kegel-Fans: Was der FC Bayern für den Fußball, ist Zerbst, zwölfmaliger deutscher Meister, für die Kegler. Manuel Weiß ist jetzt schon mit vielen Titeln hoch dekoriert - der des Silbermedaillen-Gewinners in der Einzelmeisterschaft in Cluj (Rumänien) hat ihn endgültig an die Weltspitze katapultiert. Erstaunlich, denn in der Welt des (Spitzen-) Kegelsports ist der Systemelektroniker reiner Amateur. Ansonsten sind durchweg (Semi-)Profis auf der Bahn.

Manuel Weiß schilderte bei der Ehrung im Rathaus, unter welchem Druck er stand, um unter die besten von insgesamt 64 Startern aus aller Welt zu kommen. Die Crème de la Crème des Kegelns war am Start. Weiß hatte nicht mehr als eine minimale Chance: Die Besten trainieren zweimal täglich, Weiß muss sich die Zeit zum (fleißigen) Trainieren sozusagen stehlen. Die ersten 32 kamen weiter, Weiß war dabei. "Danach entscheidet sich vieles in der mentalen Schiene", berichtete der Vizeweltmeister. Der Druck sei immens gewesen. Weiß rang den Polen Mikal Szulz nieder (666:653), um ins Achtelfinale zu kommen. Dort besiegte er die Nummer 1 aus Österreich (633:604). Schließlich kam er sogar ins Halbfinale, um sich dort noch gegen den Tschechen Jan Bina durchzusetzen - die Überraschung war da schon perfekt.

"Zum Schluss war das alles nur mehr reine Nervensache." Final-Gegner Vilmos Zavarko ist der Superstar im Kegelsport. Der Serbe dominiert seit Jahren den Sport. Auch jetzt, im Finale, gewann er mit 0.5:3,5 bei 627:695 die Weltmeisterschaft. Manuel Weiß war damit Vizeweltmeister - eine Sensation in seiner noch jungen Karriere: "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, die Silbermedaille erhalten zu haben", freute sich der Kümmersbrucker. Der bekam jetzt noch einen Krug der Gemeinde und 100 Euro als Anerkennung. Der Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde macht ihn zu einem "ganz besonderen Bürger", betonte Roland Strehl und gratulierte "mit ganz großem Respekt".

Man werde von ihm, der auch schon als Jugendlicher Weltmeister im Tandem war, garantiert noch viel zu hören bekommen. Und dabei, das gab ihm Strehl noch mit auf dem Weg, möge er doch immer drauf achten, dass er bei allen noch kommenden Erfolgen immer Kümmersbruck als Wohn- und Heimatort angibt - und nicht etwa Amberg. Manuel Weiß sagte ihm das zu. Und freute sich in Begleitung seiner Anhänger, seiner Frau und von Töchterchen Lea im Kümmerbrucker Rathaus über die Anerkennung und einen Imbiss, der von Susanne Rotsch gereicht wurde.

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