Kulmain
26.07.2018 - 15:54 Uhr

Attraktivere Ortsmitte

Neue Ideen zur Gestaltung und künftigen Nutzung für den neuen Ortsmittelpunkt sammeln: Das steht im Mittelpunkt einer Zusammenkunft von Bürgern und Gemeinde. Das neue Projekt soll ein Gemeinschaftswerk werden.

Ideen zur Neugestaltung Spevckermühlplatz ak
Ideen zur Neugestaltung Spevckermühlplatz

(ak) Auf dem neu angelegten Daddy-Grundstück inmitten von Kulmain trafen sich Bürger am Mittwochabend mit der Gemeinde, um Ideen zur Anlage und künftigen Nutzung für den Bereich des sogenannten Speckermühlplatzes zwischen der Hauptstraße und dem Schirnitzbach zu sammeln. Der Bürgermeister hieß dazu rund 30 Interessierte, Anlieger, Vertreter des Gemeinderates und der Verwaltung, insbesondere Architekt Josef Weber aus Nürnberg willkommen.

Er resümierte, dass die Gemeinde 2011 den ersten Schritt unternahm, in das Städtebauförderungsprogramm einzutreten, um eine staatliche Förderung zwischen 60 und 90 Prozent der förderfähigen Kosten für Investitionen zu erhalten. Dafür notwendig war ein integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK), in dem alle für eine gesunde Innenentwicklung notwendigen Maßnahmen in einem festgelegten Sanierungsgebiet aufgezeigt wurden. Enthalten sind unter anderem das Rathaus (Baukosten 1,7 Millionen, Förderung 975 000 Euro), das Daddy-Anwesen samt vier Felsenkellern (260 000, 60 Prozent Förderung), die Neugestaltung der Fläche um das alte Feuerwehrgerätehaus (Baukosten 400 000, 90 Prozent Förderung) und der Speckermühlplatz (450 000 Euro, 90 Prozent Förderung).

"Unser Ziel ist heute, Ihre Vorstellungen zu hören, Ihre Ideen zu sammeln und daraus den Speckermühlplatz zu gestalten und einer sinnvollen Nutzung zuzuführen", erläuterte Kopp. Architekt Josef Weber erinnerte an die zeitliche Entwicklung des ISEK und die begonnene Umsetzung der darin enthaltenen 22 Maßnahmen, die nicht nur den Ort aber hauptsächlich Kulmain betreffen. "Die Gemeinde nutzt mit der Städtebauförderung die Chance, die Ortsmitte umzustrukturieren und attraktiver zu machen, Überflüssiges zu entfernen, Historisches zu erhalten und Notwendiges zu schaffen oder neu zu gestalten", erklärte der Architekt. Ziel ist es, den öffentlichen Raum für die Bürger nutzbar zu machen.

Das passierte alles bereits mit dem Daddy-Anwesen: Gebäudeabriss für freien Blick auf die Pfarrkirche, Mauer- und Kellersanierung, Neuanlage und Gestaltung der Flächen. Es fehlt noch die Bepflanzung des öffentlichen Gartens mit Obstbäumen, Erinnerungstafel und Sitzmöglichkeiten. Das Ziel sei, dass sich die Bürger um Bepflanzung und Platz annimmt.

Ziel der Zusammenkunft war, mit dem Speckermühlplatz die Ortsmitte neu zu definieren, Ideen für künftige Nutzungen und Gestaltungsvorschläge zu sammeln. Zunächst machte die Gruppe einen Rundgang durch die Ortsmitte, um Eindrücke zu sammeln. Am Rathaus erklärte Kopp, dass der ursprüngliche Termin 30. Juni für die Inbetriebnahme des Rathauses aufgrund von Lieferproblemen der Fußbodendielen nicht gehalten werden konnte. Der angekündigte Tag der offenen Tür muss auf den Herbst verschoben werden. Über die Oberbrucker Straße und das sogenannte "Grinn" (alter Bachlauf zur ehemaligen Speckermühle) besichtigten die Teilnehmer den Speckermühlplatz und das bereits erworbene Riedl-Anwesen am Schirnitzbach. Wieder am Daddy-Platz angekommen sammelte sich die Gruppe an den Biertischen mit Blick auf den Speckermühlplatz. Unter dem Motto "Jeder schreibt auf, was er will - nichts wird kommentiert oder bewertet - abgewogen wird danach" notierten die Teilnehmer bei kühlen Getränken die eigenen Vorstellungen zu dessen Umnutzung und Neugestaltung. Weber zeigte anhand einer Bildsammlung die Gestaltungsmöglichkeiten für öffentliche Plätze und deren Nutzung. Die Zettelvorschläge wurden gesammelt und an die Pinnwand geheftet. Nach der Vorstellung und Erläuterung der eigenen Ideensammlung durch die Bürger gab es anschließend noch die Möglichkeit, über die Vorschläge in gemütlicher Runde zu diskutieren.



Info:

Sammlung der Ideen, Gestaltungs- und Nutzungsvorschläge

- Befestigte Parkplätze für Geschäfts-, Gaststätten-, Praxiskunden, Kirchenbesucher und Beerdigungsteilnehmer; Schaffen einer öffentlichen Toilette

- Das alte Bauholz des Riedl-Schuppens sollte wieder Verwendung finden – eventuell Schuppen erhalten

- Anlegen von Pflasterflächen zur Gestaltung des Platzes

- Integrieren eines Brunnens mit Wasserspiel

- Anstelle des abzureißenden Riedl-Anwesens sollen neue kleine Wohnungen geschaffen werden – davor kleiner Park mit wenigen Parkflächen

- Anlage des Platzes mit Wasser, Bäumen, Parkplätzen, Ruhebänken, Treppenaufgang zur Hauptstraße

- Wasserdurchlässige Materialien für die Platzgestaltung, Stele mit Bildern der alten Mühle, Suchen und Aufstellen der alten Mühlsteine

- Bepflanzung mit beschattenden Bäumen – Einfassen der Parkflächen mit pflegeleichten Hecken

- Einrichten eines Festplatzes mit Funktionsgebäude samt Maibaumgrube

- Anlage eines Biergartens

- Kastanienbäume als Pflanzmaterial

- Umsetzen oder Entfernen der unansehnlichen Fertiggaragen

- Neuer Belag für den Schirnitzbach-Steg

- Klärung der künftigen Nutzung und Nachfolge des Anwesens Hauptstraße 19 – Einbeziehen in die gesamte Platzplanung

- Pflastern und Anlage des Grinns (Durchgang Oberbrucker Straße Speckermühlplatz) – nicht mehr als 10 Parkplätze – kein großer Park, der nicht genutzt wird oder missbraucht werden kann

- Für praktikablen Winterdienst angelegte Parkflächen

- Parkflächen nicht asphaltieren – keine Häuser – Festplatz als Dorfmittelpunkt

- Anlegen eines Festplatzes für Bürgerfest und Weihnachtsmarkt mit Wasser - Strom

- Säubern des Bachlaufes, Freilegen des Baches

- Kein Abriss des Riedl-Anwesens – eventuell Einrichten eines Cafés mit Museum – keine Sitzgelegenheiten für Nachtschwärmer – Sichtschutz entlang des Bachweges oder Umlegung

- Grünanlage samt Parkplätzen und Feuerstelle – Gemeinsames Bestreben zur Pflege

- Abbau des Bachsteges und Schaffen einer Fußgängerbrücke von der Ortsstraße An der Wasserkante zum Riedl-Anwesen

- E-Bike-Ladestation im Parkbereich

- Umbenennung des Daddy-Platzes in Purbach-Platz (Partnergemeinde) und Umsetzen des Gedenksteines von der Schule an die Daddy-Fläche

Sofern weitere Gestaltung- und Nutzungsideen da sind, werden die Bürger gebeten, diese der Gemeinde mitzuteilen. (ak)























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