05.02.2019 - 15:00 Uhr
KulmainOberpfalz

Ausschuss feilt am Boder-Areal

Das Boder-Haus ist abgerissen. Die Planungen für die Neugestaltung im Zuge des Städtebausanierungsprogramms laufen.

Zweiter Bürgermeister Albert Sollfrank, HvO-Vertreter Jörg Müller, Architekt Josef Weber und Gemeinderat Harald Tretter (von rechts) diskutieren die künftige Nutzung des alten Schulungsraumes.
von Arnold KochProfil

Mit Architekt Josef Weber aus Nürnberg, Mitgliedern der Feuerwehr und der Helfer vor Ort des besichtigte der Bauausschuss die neue Innerortsbaustelle "Beim Boder". Das Bauobjekt im liege im Geltungsbereich des städtebaulichen Sanierungsgebietes, der Umbau über das Leerstandmanagement werde aus Mitteln der Städtebausanierung gefördert, erklärte ihnen Bürgermeister Günter Kopp. Es gelte nun, die Kosten zu ermitteln und die Details des Endkonzepts mit der Regierung der Oberpfalz abzustimmen.

Die Grundkonzeption erläuterte Weber. Sie besteht aus dem Erhalt des mit dem alten Feuerwehrgerätehaus zusammengebauten Nebengebäudes als Kalthaus mit einfacher Ausstattung. Erneuert werden Dach, Fenster, Tore, Türen und Außenfassade. Beheizt werden soll nur die Toilette und sporadisch der ehemalige Schulungsraum im Obergeschoss. Türen und Tore werden aus Holz gefertigt, die Fenster aus Kunststoff.

Für die Feuerwehr stehen die beiden Garagen für Fahrzeuge und Utensilien weiter zur Verfügung. Das Florian-Bild an der Nordseite soll erhalten werden. Der Fassadenputz wird ergänzt und erneuert. Im Nebengebäudeanbau erhält das BRK Platz für Ausrüstung. Das zuletzt im Gemeinderat diskutierte Dach des alten Gerätehauses war der erste Gesprächspunkt.

Bei der Erneuerung der Welleternitplatten muss der Dachstuhl nicht verstärkt werden. Bei einer Biberschwanzeindeckung ist eine neue Schalung mit Dachbahn, Lattung und Konterlattung erforderlich. Zudem müssten die Sparren verstärkt werden. Das macht laut Weber das Gewerk rund ein Drittel teurer. Dazu kämen noch Kosten für die Dachstuhlverstärkung. Ein Trapezblechdach liege preislich dazwischen. "Das alte Feuerwehrhaus rückt durch den Hausabriss als Eingangstor des Ortes stärker in den Fokus des Betrachters, so dass auf die Gestaltung Wert gelegt werden muss", betonte der Planer. Kopp ergänzte, dass möglicherweise die Kosten des Gerätehausumbaus nicht förderfähig sind, da dieses bereits einmal bezuschusst wurde.

Mit der Telekom und dem Bayernwerk soll das Versetzen der Schalt- und Anschlusskästen auf der Nordseite kostenmäßig geklärt werden. Eventuell wäre auch eine Holzeinhausung möglich. Die vorhandenen Glasbausteinflächen werden durch Fensterelemente ersetzt.

Der alte Schlauchturm soll erhalten bleiben. Die Eternitverkleidung soll entfernt, der Turm mit einer Stülpschalung in Holz verkleidet werden. Der Lüftungskopf wird erneuert und neu eingedeckt. Vor der Turmsanierung werden die Fundamentpunkte auf Standsicherheit überprüft. Im Inneren wird die Toilette erneuert und mit einem Frostwächter geschützt. Dazu muss die nicht frostsichere Lage der Wasserzuleitung durch den Schlauchturm gelöst werden. Die Innenwände werden ausgebessert und neu gestrichen, die Flurwand im Obergeschoss entfernt. Die beiden oberen Zimmer werden entkernt. Das Dachbodenlager erhält einen neuen Holzboden.

Einen Durchgang zum erworbenen Nebengebäude erachteten die Teilnehmer als sinnvoll, um eine notwendige Außentreppe zu vermeiden. Die Feuerwehrvertreter wiesen darauf hin, dass die vorhandene Durchfahrtshöhe der Fahrzeuggarage nicht unterschritten werden darf. Diskutiert werden muss noch, ob zur Fassadengestaltung neben weißem Putz auch Holz zum Einsatz kommen soll.

Der Bauausschuss machte sich auch ein Bild von der Situation an der Rückseite des Gebäudes zum Bach hin. Die nahe, 30 Meter hohe, nicht schützenswerte Pappel sorgt durch herabfallendes Totholz für Gefahr - zumal in der Nähe ein Wasserspielplatz entstehen soll. Deshalb müssen das Fällen oder kostenintensive Schutzmaßnahmen in Betracht gezogen werden. Zudem werden der Strauchbewuchs und die Holzanbauten entfernt. Am Bachlauf sollen eine Ruhebank gesetzt und essbare Beerensträucher gepflanzt werden.

Laut Weber haben sich durch den Gebäudeabriss die Übersichtsverhältnisse auch für die Straße überquerende Schulkinder wesentlich verbessert. Ein weiterer Schwerpunkt der Sanierungsplanung der Neubau eines Info-Punktes. Dieser soll auf der Boder-Hausfläche zwischen Nebengebäude und Hauptstraße errichtet werden. Das Gebäude soll neben einem überdachten Info-, Unterstell- und Ruhebereich auch eine überdachte Verkaufsfläche für einheimische Erzeugnisse erhalten.

Im Anschluss besichtigte das Gremium bei Dunkelheit das Daddy-Areal. Dort begutachtete es einen Beleuchtungsvorschlag der mit LED-Leuchtstreifen illuminierten Grundstücksmauer.

Dringend notwendig ist die Erneuerung der Toiletten.
An der Südseite des alten Feuerwehrgerätehauses (rechts) und des Anbaus nimmt der Bauausschuss die beiden Garagen, die für die Brandschützer bestimmt sind, sowie die künftigen Räume für die Helfer vor Ort (links) in Augenschein.
Architekt Josef Weber (rechts) erläutert dem Bauausschuss und Gästen den Zweck sowie Standort des neuen Info-Gebäudes.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.