26.11.2019 - 13:32 Uhr
KulmainOberpfalz

Der Bauwirtschaft fehlen junge Fachleute

Der Bauwirtschaft fehlt der Nachwuchs. Bessere Rahmenbedingungen und Attraktivität sollen mehr Jugendliche für die Bauberufe gewonnen werden

Dem Nachwuchsproblem im Bausektor lässt sich nach Meinung von Thomas Hecht nicht alleine mit Migration begegnen.
von Arnold KochProfil

Die Industriegewerkschaft Bauen - Agrar - Umwelt (IG Bau) hatte zur Ortsversammlung im SV-Sportheim eingeladen. Nach dem Totengedenken, besonders für Edwin Fischer und Josef Ott, gab Vorsitzender Thomas Hecht einen Überblick über die Mitgliederentwicklung und das Jahresgeschehen. "Die gesamte Bauwirtschaft, aber auch die Gewerkschaft hat Nachwuchsprobleme. Um dies einzudämmen, muss der Bauberuf attraktiver gemacht werden", forderte er.

Hecht war sich sicher, dass das Nachwuchsproblem auch nicht mit Migration, sondern nur mit gesteigerter Attraktivität und Verbesserung der Rahmenbedingungen zu schaffen ist. Dazu zählte er die Entlohnung der Fahrzeiten, Verbesserung der Betriebsrente, Durchsetzen der Vier-Tage-Woche für Montagebaustellen und die Flexibilisierung der selbstbestimmten Arbeitszeit. Positiv bewertete er die Einführung der Grundrente und Entlastung beim Krankenkassenbeitrag für Betriebsrenten.

Der Bauwirtschaft gehe es auch nach acht Jahren Boom weiter gut, fuhr der Vorsitzende fort. Mit 855 000 Beschäftigten sei neuer Höchststand erreicht worden. Das Umsatzwachstum in 2018 habe 8,7 Prozent betragen, 5 Prozent werden 2020 erwartet. Das Volumen belief sich auf 145 Milliarden Euro, davon rund 51 Milliarden Euro im Wohnungs- und im Wirtschaftsbau 48,6 Milliarden Euro.

Seit 2012 habe sich die Mitgliederzahl des Ortsverbandes von 104, mit einem Zwischenhoch von 106, auf jetzt 95 entwickelt. Hauptgrund dafür seien berufliche Veränderungen und dadurch bedingte Austritte. Mehrere Ortsverbände seien bereits aufgelöst oder auf größerer Ebene zusammengeschlossen worden. In der Nordoberpfalz zählt der Kulmainer Ortsverband neben Amberg, Wiesau und Waldsassen zu den aktiven Übriggebliebenen. Das Durchschnittsalter im Ortsverband sei - bedingt durch den Verlust junger Mitglieder - auf 49,3 Jahre gestiegen. Zehn Austritten stehen im vergangenen Jahr drei Ein- und zwei Übertritte aus Oberfranken gegenüber.

Der Vorstand hat laut Hecht vier Jubilaren zu runden Geburtstagen (65 bis 85) gratuliert. Bei der Jubilarehrung in Ammerthal ehrte die Gewerkschaft sieben Mitglieder für 25 Jahre, Josef Hösl für 40 und Karl-Heinz Deubzer für 60 Jahre Treue. Hecht bedauerte, dass nur wenige Mitglieder daran genommen haben.

Er merkte an, dass der Verband noch mehr Informationen an die Mitglieder zu Leistungen der Gewerkschaft geben müsse. Dabei verwies er auf den Krankengeldzuschuss, das Krankenhaustagegeld bei Freizeitunfall und Beitragsreduzierungen aus verschiedenen Anlässen. Insgesamt seien 14 Mal Leistungen im Ortsverband beantragt worden. Er selbst nahm an drei Bezirksverbandssitzungen, der Bezirksrätekonferenz und weiteren sieben Veranstaltungen teil. Das Jahr schließt mit der Winterklausur in Fichtelberg.

Über die vier gut besuchten Seniorenfahrten informierte Erich Haider. Für 2020 sind erneut bis zu drei Ausflüge geplant, an denen jedes Mitglied ohne Altersbeschränkung teilnehmen kann. Nach einem Pizzaessen schloss sich ein Referat von Karl Todt vom Bezirksverband zu Gewerkschaftsleistungen und der aktuellen Tarifrunde an (Bericht folgt).

Vorsitzender Thomas Hecht (stehend) gab einen Überblick über die Entwicklungen im Ortsverband und in der Bauwirtschaft.
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