08.11.2019 - 15:51 Uhr
KulmainOberpfalz

Bürgerversammlung Kulmain

Zur ersten von vier Bürgerversammlungen hatte die Gemeinde am Donnerstag in die "Schöne Aussicht" nach Ölbrunn eingeladen. Der Name der Gaststätte spiegelte die von Bürgermeister Günter Kopp vorgelegte Leistungsbilanz wider.

Offen und umfangreich informierte Bürgermeister Günter Kopp (stehend) in der ersten Bürgerversammlung. Zufriedenheit signalisierten die Zuhörer.
von Bernhard KreuzerProfil

Über eine Stunde erläuterte Günter Kopp die Entwicklung der Gemeinde und deren künftigen Planungen. Er nannte es einen "Schnelldurchlauf". Sein erster Blick galt den Maßnahmen in der Altgemeinde Lenau, so eine erfolgte Geschwindigkeitsmessung in dem auf Tempo 30 beschränkten Bereich der Durchgangsstraße von Ölbrunn. 2716 Fahrzeuge wurden gezählt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag zwischen 27 und 39 Kilometern pro Stunde.

Zu einem zentralen Thema machte der Rathauschef die Wasserver- und -entsorgung. Probleme bereiteten die trockenen zwei Sommer mit einem drastischen Rückgang der Quellschüttung. Obwohl diese wieder von 0,35 auf 0,65 Liter pro Sekunde angestiegen ist, appellierte Kopp, das kostbare Nass sparsam zu verwenden. Wasserrohrbrüche, Austausch von Wasserschiebern und Hydranten, Verbesserung der Filteranlagen im Hochbehälter von Oberwappenöst und die Anschlüsse für neue Häuser reihten sich in den Bericht ein. Eingebunden darin war der nun abgeschlossene Breitbandausbau. Der verspätete Anschluss brachte den Nutzern einen großen Vorteil. Sie verfügen mit 100 Megabits über eine weit größere Leistung als jene der ersten Ausbaustufen.

Seinen Bericht über die Gemeinde selbst eröffnete der Bürgermeister mit einem Blick in die Bevölkerungsstatistik. Diese zählte zu Beginn des Monats 2244 (Vorjahr 2275) Erst- und 140 (137) Zweitwohnsitze. Die Gesamtbevölkerung sank demnach von 2412 auf 2384 Einwohner. Der Rückgang liegt auch bei den von 26 auf 16 verringerten Geburten begründet. Gleichbleibend waren die Sterbefälle mit 28. 54 (77) Zuzüge und 71 (80) Wegzüge beinhaltet die Statik.

Keine Stabilisierungshilfe

Enttäuscht war der Rathauschef von der nicht in diesem Jahr gewährten Stabilisierungshilfe. Die Verschuldung der Gemeinde steigt daher zum Jahresende von 2 584 000 auf voraussichtlich 2 907 000 Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung somit von 1146 auf 1289 Euro. Den höheren Ausgaben liegen große Investitionen zugrunde. Hier erinnerte Kopp an die Fertigstellung des Daddy-Anwesens, der begonnenen Sanierung des Bürgerhauses, der Schule und der Schulturnhalle, Investitionen in den Kindergarten, Sanierung des Alten Feuerwehrhauses und der Friedhofshalle.

Die Gemeindeverbindungsstraße nach Zinst wurde ausgebaut, Straßen saniert und kleinere Brückenverbesserungen vorgenommen. Die Kläranlage Witzlasreuth wurde ertüchtigt und die Wasserversorgung verbessert. Der Bauhof erhielt einen Salzstreuer und einen gebrauchten Schneepflug, die Feuerwehr Zinst ein TSF-Logistikfahrzeug, Oberwappenöst eine Tragkraftspritze und die vier kommunalen Wehren für 32 000 Euro Atemschutzgeräte und Ausrüstungen.

Sanierungen fortsetzen

Neue Geräte bekamen die Kinderspielplätze in Witzlasreuth und Kulmain. Ebenso unterstützte die Gemeinde die Jugendförderung und Vereine. Kopp dankte hier allen, die in Vereinen, Verbänden, Dorfgemeinschaften und Feuerwehren für das Wohl in der Gemeinde sorgen. Weitergeführt werden 2020 die Sanierungen von Bürgerhaus, Schulturnhalle, Schule, Altem Feuerwehrhaus und Friedhof. Die Planung für den Speckermühlplatz rückt in den Mittelpunkt. Ein Fassadenprogramm soll den Reiz alter Bauten wieder herstellen. Beim Kernwegenetz erhofft sich Kopp, mit dem Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Oberwappenöst nach Wernersreuth beginnen zu können. Auf den neuesten Stand will die Gemeinde ihre Bebauungspläne bringen. Im Bereich des Brandschutzes sind der Einbau von Absauganlagen in den Feuerwehrgerätehäusern und die Anschaffung eines TSF-Allrad für die Feuerwehr Oberwappenöst mit zusätzlichem Stellplatz vorgesehen.

Lob erntete der Bürgermeister Kopp für sein stets offenes Ohr und sein offenes Wort.

Hintergrund:

Äste hängen in Wege

Schnell geklärt war die vorgetragene Vermutung, die Gemeinde hätte die Wasserschutzzone im Bereich von Oberwappenöst still und leise ausgeweitet. „Wir haben keine Schilder verändert“, betonte dazu Bürgermeister Günter Kopp. Es seien nur umgefahrene Schilder wieder aufgestellt worden.

Die Gemeinde wird die vorgebrachte Feststellung überprüfen, ob die Forst Ebnath AG durch den Abtransport von Holz einen Gemeindeweg beschädigt haben und kein Fahrtrecht für den Weg besitzen könnte. Für den Bereich der Staatsforste wurde moniert, dass dort Bäume in Wege hängen. Sie machten ein Befahren mit Mähdreschern unmöglich, hieß es. Kopp versicherte, die vorgebrachten Beanstandungen in den kommenden Tagen bei einer Ortsbesichtigung in Augenschein zu nehmen. Dazu zählen ebenso verschwundene und deshalb nicht mehr geputzte Straßengräben. An mehreren Straßen und Wegen wurde ein Rückschnitt von Hecken und Sträuchern gewünscht.

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