25.11.2019 - 16:43 Uhr
KulmainOberpfalz

Herz und Seele der Zuhörer berührt

"Manchmal brauchst du einen Engel, der dich schützt und dich führt. Gott schickt manchmal einen Engel, wenn er deine Sorgen spürt": Wenn solche Verse musikalisch erklingen, dann ist in der Regel Siegfried Fietz im Spiel.

Siegfried (links) und Oliver Fietz begeisterten am Sonntagabend in der Pfarrkirche Kulmain.
von Holger Stiegler (STG)Profil
Siegfried (links) und Oliver Fietz bezogen auch den Kulmainer Kindergottesdienst-Chor "Ichthys" mit ein.
Mit 73 Jahren darf man Siegfried Fietz wohl als Urgestein der christlichen Liedermacherkunst bezeichnen.

So war es auch am Sonntagabend in der Kulmainer Pfarrkirche. Stellvertretend für die Pfarrgemeinde konnte Stefanie Scherer den bekannten christlichen Liedermacher im dem voll besetzten Gotteshaus begrüßen. Zusammen mit Sohn Oliver zog Fietz die Besucher zwei Stunden lang in seinen Bann.

Jetzt kann man vielleicht Fietz nicht unbedingt mit einem Engel vergleichen, aber es hatte schon etwas Mystisches, wie der Sänger gleich beim ersten Lied - "Shalom" - die Zuhörer für sich einnehmen und zum Mitsingen animieren konnte. Es gelang ihm den ganzen Abend, den perfekten Draht zum Publikum zu halten: Mit seiner ansteckenden Begeisterung und einer kleinen Prise missionarischem Eifer war dies kein Problem. Es wurde mitgesungen, zum Schluss hielt es schließlich niemanden mehr auf den Plätzen. Man nahm sich bei den Händen oder legte den Arm auf die Schulter des Nachbars - es herrschte eine Atmosphäre, der sich niemand entziehen wollte. Seele baumeln lassen war angesagt, die Lieder ließen für zwei Stunden den Alltag beziehungsweise die Sorgen darin leichter werden.

Mehrmals eingebunden wurden bei dem Konzert auch die anwesenden Mädchen und Jungen des Kindergottesdienst-Chors "Ichthys" - bereits als zweites Lied des Abends wurde gemeinsam "Ichthys - ein Fisch ist mehr als ein Fisch" gesungen. Später ging es dann beispielsweise auch noch um die Kraft offener Hände und den Zauber des Friedenslichtes.

Egal, ob Keyboard, Gitarre, Akkordeon oder Gesang: Was Siegfried und Oliver Fietz ablieferten, war einfach stimmig, hatte mit der Kulmainer Kirche einfach den passenden Rahmen gefunden und die Musik ging direkt ins Herz der Zuhörer - da konnte man sogar die ungemütlichen Temperaturen in dem Gotteshaus recht gut ausblenden. "Der Friede sei mit Dir", "Wer singt, betet doppelt", "Fußspuren im Sand" und "Ich wünsche Dir Zeit" - das waren alles Titel, die die beiden Musiker anstimmten.

Vor den Zugaben durfte natürlich ein Lied nicht fehlen - nämlich die von Fietz populär gemachte Version des Dietrich-Bonhoeffer-Textes "Von guten Mächten": Gerade hier entfaltete die Kombination aus Melodie und Text eine Kraft, die immer noch - obwohl man das Lied schon zig Mal gehört und selbst gesungen hat - berührte. Damit spielt das Lied zweifelsfrei in einer "Liga" mit Kirchenliedern wie "Stille Nacht" und dem "Te Deum". Langer Applaus für einen gelungenen Konzertabend.

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